Lass Hirn regnen!

Unsere speziellen Freunde aus Sachsen haben wieder einmal zugeschlagen und nun einen Versuch für ein Standartwerk über Linkstextremismus herausgegeben. Da ist natürlich wenig überraschend kompletter Irrsinn bei raus gekommen. Das gute an solchem Unfug ist, dass ein Präventionsprogramm gegen Linksextremismus, dass an diesen Erkenntnissen ausgerichtet ist, zu rein garnichts wird führen können. :)

Golden Shower-White Power …oder Mitten im Leben in Rostock

Nach dem Buttersäure-Anschlag auf den Awiro e.V. platzen die Rostocker Nazis im Internet vor Spott und Häme. So war zumindest der Plan. Die immer neuen Kommentare und Artikel sind allerdings weit davon ab, eine Kette von immer niveauloser werdende Entäußerungen von Schadenfreude zu sein. Tatsächlich bietet sich ein anderes, sehr aufschlussreiches Bild, wenn die nationale Rachefantasie an der Tastatur mit den Autoren durchgeht. Man muss nicht besonders viel von Psychoanalyse verstehen, Zizek-Fan sein oder die Studien zum autoritären Charakter intensiv rezipiert haben, um zu sehen, dass die Art und Weise des Schreibens und Beschreibens eines fiktiven Geschehens von Kot-essen etwas Lustvolles hat. Ganz so, wie eine nicht unerhebliche Anzahl von Kinderschützern sich die sexuellen Übergriffe auf Minderjährige extrem detailliert ausmalen, so beschreiben die Nazis der NSR hier eine unterstellte Perversion und schieben sie auf einen ihrer politischen Gegner ab – weil sie selbst anders nicht zum Verbotenen vordringen können.

Und an dieser Stelle wird es traurig. Während aufgeklärte Menschen auch nach einem emanzipativen Sexualverständnis streben, dass nichts moralisch verurteilt, was im freiwilligen Einverständnis zwischen mündigen Partner_innen geschieht und nicht das leibliche und seelische Wohl Dritter gefährdet, verleugnen Nazis alles was von ihrer Ideologie abweicht als abnormal. Wenn die Lustbesetzung von Kot aber pervers ist und man selbst als Nationalist per se auf der Seite der Gesunden steht, dann können eben nur die Anderen pervers sein und die einzige Möglichkeit an ihren verbotenen Freuden teilzuhaben ist, sich obsessiv mit den Perversen zu beschäftigen.

Das Traurige ist natürlich, dass die armen Nazis auf diese Weise nie zu einer eigenen unmittelbaren Verschmelzung mit dem geliebten bzw. begehrten Objekt, in diesem Fall dem Kot vordringen können. Dies wiederum fördert die Aggressionen, derjenigen Frustrierten, die nie auf ihre Kosten kommen und sich die Welt als einen furchtbar ungerechten Ort vorstellen an dem die Ausländer immer die Frauen wegnehmen, die Homosexuellen einfach ungestraft Spaß haben dürfen, ohne sich um Volk und Familie zu kümmern und eben auch die Linken sich allen möglichen Lüsten hingeben, die dem arischen Kämpfer für die Sache seines Volkes verboten sind. Kurzum, man fühlt sich wie immer gefangen in der Opferrolle (- und das nicht ganz von ungefähr).

In diesem Sinne beibt dem Michael, dem Thomas, dem Danny, dem Daniel und auch dem David Norbert nur zu wünschen, dass sie sich – vielleicht zunächst im geschützten Ort, der abgeschlossenen Toilette z.B. – dem eigenen Kot zuwenden und ihn probieren. Und wenn es ihnen gefällt, dann können sie aussteigen, können alle ihre Kameraden verraten und es wird keinen Tag mehr geben an dem sie mit schlechtem Gewissen ihre Lüste auf andere projizieren müssen. Steigt aus! Damit ihr schon morgen kraftvoll zubeißen könnt! Die Welt würde zu einem friedlicheren, zu einem schöneren Ort für uns alle. In diesem Sinne: “Wer hat uns verraten? Nationaldemokraten! Wann hab ich’s gecheckt? Beim Baden im Natursekt!”

Mittwoch 25.01.2012: Antifaschistische Demonstration in Rostock

Die Antwort auf den Buttersäureanschlag auf den Awiro e.V. vom Montagmorgen:

In der Nacht vom 22. zum 23. 01.2012 fand ein Anschlag auf das alternative Hausprojekt in der Niklotstraße 5/6 (KTV) statt. Die Täter verschütteten vor den Hauseingängen der Projekthäuser und vor dem Eingang des Cafes “Median” Buttersäure. Es ist offensichtlich, dass dies…er Anschlag durch Neonazis verübt worden ist. Bereits zahlreiche Anfragen des NPD-Abgeordneten David Petereit in der Rostocker Bürgerschaft sowie diverse Hetzartikel auf einschlägigen Internetseiten zeigen das herausstechende Interesse der Neonazis für das Hausprojekt.

Wir werden den Anschlag auf unseren Freiraum nicht unbeantwortet lassen. Wir werden neonazistische Gewalt niemals ignorieren oder sogar akzeptieren. Die Rostocker Innenstadt ist den Nazis schon lange ein Dorn im Auge, denn hier konnten sie noch nie Fuss fassen. Der alternative Charakter Rostocks ist auch das Ergebnis eines jahrzehntelangen Kampfes um alternative Freiräume. Diese müssen immer wieder neu erkämpft und verteidigt werden! Wir lassen sie uns von Nazis nicht kaputt machen! Dass Neonazis hier keinen Platz haben, zeigten bereits die vielfältigen, breiten und erfolgreichen Proteste gegen den ehemaligen Naziladen „East Coast Corner“ in der Doberaner Straße.

Beteiligt euch an der Demonstration und solidarisiert euch mit allen Betroffenen rechter Gewalt. Zeigen wir den Neonazis und ihren SympathisantInnen, dass das Viertel sich einig ist und keine rechte Gewalt oder Strukturen duldet!

Treffpunkt: 25.01.2012, 18 Uhr, Universitäts Platz, Rostock

FACT Mix 313: Azari & III

Tracklist: ‘FACT Mix 313: Azari & III’ weiterlesen

Dresden 2012 – Watt is jetzt?

Zuletzt gab es positive Signale aus Dresden, die aber gleichzeitig Fragen aufgeworfen haben. Offensichtlich ist Europas größter Naziaufmarsch ganz kurz vor dem Ende. Andererseits werden auch ohne erkennbare Mobilisierung und deutlichem Anzeichen von Streit innerhalb bzw. zwischen den Naziszenen, die Anmeldungen aufrechterhalten. Was ist also im Februar 2012 zu tun? Indymedia hat dazu ein exklusives Interview mit Dresden Nazifrei.

Anschlag auf linkes Projekt in Rostock

Einem Bericht der Ostsee-Zeitung zufolge kam es in der Nacht von Sonntag auf Montag zu einem Buttersäure-Anschlag auf die Projekthäuser des Awiro e.V in der Niklotstraße 5/6.

Mehr Infos folgen sicherlich im Laufe des Tages in den üblichen Medien.

Update #1

Die Nazis der Nationalen Sozialisten Rostock waren in der Niklotstraße und versuchten Fotos zu machen. Bei Twitter vermelden sie “große Schadenfreude”.

Update #2

Der Artikel von Kombinat Fortschritt zum Thema.

Lokalpolitik

Die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Rostock auf einem Podium zur Kulturpolitik in der Hansestadt.

(via PWH)

Das Schöpferische am Photographieren ist dessen Überantwortung an die Mode.

(via)

Weil aber das wahre Gesicht dieses photographischen Schöpfertums die Reklame oder die Assoziation ist, darum ist ihr rechtmäßiger Gegenpart die Entlarvung oder die Konstruktion. Denn die Lage, sagt Brecht, wird “dadurch so kompliziert, daß weniger denn je eine einfache ‘Wiedergabe der Realität’ etwas über die Realität aussagt.”

Walter Benjamin, Eine kleine Geschichte der Photographie

Ein Buzzword, zwei Realitäten …mindestens

Man kann Occupy als schillerndes Buzzword begreifen, oder im Sinne der ursprünglichen Adbusters-Idee als global brand
, oder wenn man es etwas theoretischer mag, als leeren Signifikanten, der viele Differenzen in einer Äquivalenzkette aufhebt, um einen Antagonismus zur neoliberalen Hegemonie zu bilden, ein Begriff also der weite Teile der äußerst differenzierten und heterogenen Gesellschaften in den Staaten des globalen Nordens durch ein gemeinsames politisches Projekt wieder zu einer Konstellation vereinheitlicht, die bei Marx und Engels Klassenkampf hieß. Man darf dabei aber in keinem Fall die Unterschiede in den einzelnen Ländern außer acht lassen. Diese Unterschiede kann man sich bspw. (wenn auch durch die Medienrezeption vermittelt) an zwei Artikeln in linksliberalen Zeitungen in der BRD und im UK vor Augen halten.

Zum ersten, die Jungle World:


Nach einer Phase des Aufstiegs stagnierte die Bewegung zunächst und tritt nun offenbar in das Stadium des Verfalls ein – eine Entwicklung, wie sie viele Bewegungen schon zuvor durchgemacht haben.

Die Medien, die die »Occupy«-Bewegung im vergangenen Herbst noch als unideologische, pragmatische Kritiker des »Neoliberalismus« gefeiert haben, schreiben dieselbe nun nieder. Was vor einigen Monaten noch in der großen Presse als »Schwarmintelligenz« gelobt wurde, wird der Bewegung mittlerweile als Schwarmdummheit angekreidet.

Zum Zweiten der Guardian:

When, as now seems likely, the Occupy London protesters are forced to pack up their tents outside St Paul’s Cathedral the capital will be losing more than one of its newer and less likely tourist attractions.

Also facing eviction, following this week’s high court decision, is the camp’s innovative and vigorous educational arm which, according to academics who have spoken there, can often be a more intellectually stimulating environment than the universities that provide their day jobs.

Die Bewegung hat in beiden Ländern mit Räumung, dem Winter und stagnierender Beteiligung zu kämpfen und doch spielt der gesellschaftliche Hintergrund für den Erfolg oder Misserfolg offenbar eine Rolle. Während die Bewegung im UK aller Probleme zum Trotz eine positive Wirkung entfalten kann, sind die deutschen Okkupisten bei den meisten Linken schon wegen Diffusität oder Irrelevanz abgeschrieben, wenn sie nicht von Anfang an als Abgrenzungsfolie für Weltmeister im Antisemitismusforschen dienten. So oder so wird es im Jahre 2012 aber weiter darauf ankommen, den neoliberalen Schweinereien Widerstand entgegen zu setzen.

Der Nazi-Großaufmarsch am 18. Februar in DD fällt flach

Yay! Gute Nachrichten aus Dresden, hier und jetzt im Vollzitat von Venceremos:

Ein Nazi-Großaufmarsch weniger

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird es am 18. (und 11.) Februar 2012 keinen Nazi-Großaufmarsch in Dresden geben. Wie zuletzt 2007 verzichten die Nazis auf den Aufmarsch an einem Wochenendtermin in der Nähe des 13. Februar. Dieser nationalsozialistische Rückzug ist Ergebnis entschlossener antifaschistischen Praxis.

Der Ton in der Naziszene wurde zuletzt rauer: die Konfusion über ‘Der Nazi-Großaufmarsch am 18. Februar in DD fällt flach’ weiterlesen

Nochmal Nachlese zum Wochenende

Verspätet, aber egal. :D

(via)

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- die restlichen Teile gibt es auf Youtube: Teil II, Teil III

Den Text in Schriftform gibt es hier.

Oh My God! I’m totally tweeting that

(via Hate-Mag)

Alter Vadder!, Teil 27

Oha, beim neuen Release von Micronaut auf Acker Records jetzt wird noch mal eine Extra Schaufel Lokalpatriotismus aufgeschmissen:

…dabei war der doch eigentlich unter die Sachsen gegangen oder?

Kombinat Fortschritt mit einer Arbeit am Begriff Faschismus

Drüben beim Kombinat-Fortschritt gibts einen Text zu den Verdiensten und Schwächen der berühmt-berüchtigten Dimitroff-These über den Faschismus. Obwohl die Tendenz zur Ablehnung der These schnell deutlich wird, ist der Text ziemlich fair geraten.

Jungle World über Grime und die Zeit nach den UK Riots 2011

Phillip Rhensius in der Jungle World über Grime und Auswirkungen sowie Zusammenhänge zu den UK Riots von 2011:


Der Guardian berichtete kürzlich über eine Studie, die besagt, dass die alltägliche Respektlosigkeit der städtischen Polizisten im Zuge der »stop and search«-Politik eine entscheidende Ursache für den Ausbruch der Riots war. Und der Generalverdacht als scheinbar effektive Kriminalitätsprävention wirft seinen Schatten auch auf den kulturellen Sektor.

Es ist das Formular 696, das es der Metropolitan Police ermöglicht, laufende Grime-Partys einfach aufzulösen oder bereits im Voraus zu verbieten.