Im Guardian entwickelt Žižek anlässlich der französischen Abschiebepolitik von Sarkozy und des Aufruhrs um Thilo Sarrazin in Deutschland eine Theorie der Post-Demokratie, die das Aufkommen des Rechtspopulismus nach dem “Ende der Geschichte”, der Ankunft im vermeintlich post-ideologischen Zeitalter erklären kann. Das spannende an diesem Denkansatz ist, dass das Problem umfassend in den Blick genommen werden kann. Während man aktuellen Rassismus oder rechtspopulistische Erfolge in Deutschland und Österreich – nicht zu Unrecht – ja als Fortleben des Faschismus in der Demokratie (Adorno) lesen könnte, trifft dies nicht auf die anderen europäischen Länder zu, die trotz ihrer ungleichen Geschichte die gleichen Erfolge von Ausgrenzungspolitik erleben.
Slavoj Žižek: Liberal multiculturalism masks an old barbarism with a human face
– Across Europe, the politics of the far right is infecting us all with the need for a ‘reasonable’ anti-immigration policy
(via)


Wie so oft bei Zizek hat er den zentralen Gedanken schon mehrfach an anderer Stelle verbraten, in diesem Falle meines Wissens nach zuerst in “Did somebody say totalitarianism?” von 2001. Dasselbe Argument findet sich aber auch bei Chantal Mouffe bzw. in Jacques Rancieres “Das Unvernehmen”(frz. Erstveröffentlichung immerhin schon 1995).
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Zizek-Content: http://www.sueddeutsche.de/kultur/zur-integrations-debatte-der-kommende-kampf-1.1015975
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