Schaut man sich die zeitgenössische Vorpommersche CDU einmal genauer an, kommt unweigerlich der Gedanke auf, dass die Umwälzungen der Bodenreform in der DDR nicht so schlimm gewesen sein können. Zumindest haben die Maßnahmen gegen die Großgrundbesitzer nicht dazu geführt, dass die politische Kultur des preussischen „Schnauze halten und Steuern zahlen!“ verschwunden ist. Einerseits ist sie nicht bei den Menschen verschwunden, die in diesem Landstrich mehrheitlich eine Partei wählen, die wie keine andere diesem Geist enstspricht. Zum anderen ist auch diese Partei selbst offenbar nicht besonders an kritischen und mündigen Bürgerinnen und Bürgern interessiert, denn mit ihrem neuesten Streich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit tragen sie objektiv dazu bei Menschen in Unmündigkeit zu belassen. Es tut sich ein eigentümlicher Widerspruch auf, zwischen dem lautstark vor sich hergetragenen Anspruch, die freieste und fairste aller Gesellschaften zu vertreten und ein KäseWerbeblatt wie „Land und Leute“ zu betreiben. Denn zur sog. offenen Gesellschaft wie sie sich Karl Popper, der mit diesem Begriff durch sein einschlägiges Werk untrennbar verbunden ist, vorstellte, gehören auch mündige, kritische Menschen, die nichts unhinterfragt lassen.

Aber in Vorpommern kann man auch CDU-Bürgermeister werden, wenn man den Menschen gegen jede Evidenz und Wahrscheinlichkeit Wirtschaftsansiedelungen durch eine Autobahnabfahrt auf freiem Feld verspricht. Da ist nur zu hoffen, dass sich in Zukunft doch noch viele Menschen aus den, im inoffiziellen CDU-Blatt „Land und Leute“ in bedrohlichen Untertönen beschriebenen, westlichen Großstädten ansiedeln. Irgendwann muss doch der kollektive Schwachsinn da mal aufhören.