Vor einiger Zeit gab es hier auf dem Blog einen Link zu einem älteren Text von Slavoj Zizek. In diesem Pamphlet für die Le Monde Diplomatique hatte der slowenische Philosoph das Ende des postpolitischen Europas der Anpassung an den Weltmarkt beschworen. Dieses Europa der Brüsseler Technokratieexperten, das für kalte europäische Vernunft und gegen griechische Leidenschaft und Korruption, für die Mathematik und gegen das Pathos stehen würde, sei tot.

Tot sind die post-demokratischen Zustände noch nicht, aber ein Blick auf Griechenland und nun auch auf Spanien könnte der These, dass wir in einer Zeit der Re-Demokratiesierung und das heißt einer Re-Politisierung leben, höhere Plausibilität verleihen. Auf jeden Fall ist es nun schon seit Monaten ungeheuer spannend die aktuellen Ereignisse zu verfolgen. Und – es ist eine tiefe innerliche Befriedigung die sich ausbreitet, wenn immer neue Technokraten und Verwalter von Herrschaft ratlos
vor einem neuen Scherbenhaufen stehen, weil die Menschen nicht mehr mitspielen wollen.

In diesem Sinne noch einmal Zizek:

Aber so utopisch es erscheinen mag – die Tür für ein anderes Europa steht immer noch offen: die Tür für jenes Europa, das die antike griechische Demokratie, die Französische und die Oktoberrevolution hervorbrachte.