Das Jugendzentrum KLEX ist in der Vergangenheit bereits häufiger in negative Schlagzeilen geraten, weil in dem ehemaligen linken Jugendzentrum neben diversen rechtsoffenen Grauzonenbands auch schon zwei reine Neonazisgruppen Konzerte gegeben haben. Die Reaktion auf Kritik an diesen Zuständen war immer wieder Abwehr und Extremismusgeschwafel. Verschiedene neonazistische Übergriffe auf alternative Jugendliche und Punks in Greifswald haben allerdings gezeigt, dass die Gefahr für die dortigen Szene nicht von vermeintlichen linksextremen Hetzern ausgeht, sondern in rechter Gewalt besteht, die von genau den lokalen Neonazis ausgeübt wird, die man nicht konsequent draußen halten will. Das hielt im Klex allerdings niemand davon ab, sich noch weiter mit der Extremismusideologie nach Links abzugrenzen. Auf diesem Weg zum CDU-Punk geht man nun, nach neuerlichen Attacken auf das Jugendzentrum durch Neonazis konsequent weiter den Weg in den völligen Irrsinn: Beim heutigen „Baltic Sea Hardcore Indoor Festival“ wird erstmals der Staatsschutz in Form von Beamten der „Mobilen Aufklärungseinheit Extremismus“ mit an der Einlasstür sitzen.

Da fragt man sich zu welchem Wahnsinn bestimmte Menschen in Greifswald eigentlich noch fähig sind? Wird es statt Andi-Comics in Vorpommern den ersten Tough Guy-Schulhofsampler der Polizei geben? (mögliche Titel: Mosh Against Horseshoes, oder Baltic Sea – Democracy Brutality?) Und wie fühlt sich eigentlich das Violent Dancing-Gemacker an, wenn die BFE auf dem Dancefloor mitmischt? Gibt es beim Baltic Sea Festival überhaupt irgendeine Schamgrenze?

Auf all diese Fragen wird es in Zukunft antworten geben, wenn die Macher des Festivals ihren bekannten Abgrenzungsreigen aufführen werden.
__________________________________________________
Dass es auch anders geht, dass Hardcore und Punkt für eine selbstbestimmte und linke Jugendkultur ohne Bulleneinlass und CDU Haltung steht, zeigt die lokale Konzertgruppe Just Idiots. Benannt nach einem Kommentar der Organisatoren des Baltic Sea Festivals. Eine größere Ehrung als von solchen Menschen beschimpft zu werden, kann es kaum geben.