Nach der sehr einfachen Einführung* in die Kapitalismuskritik werden nun mit der nächsten Veranstaltung im Vorfeld von M31 die Zügel etwas angezogen:

Why so serious? Ain‘t it just another capitalist crisis?“
15.03.2012 20:00 Uhr Cafe Median

„Am 31. März wird der „European day of action against capitalism“ ein Zeichen antikapitalistischer Solidarität setzen – gegen das Krisenregime! In verschiedensten Städten Europas wird es Proteste geben. In Deutschland wird nach Frankfurt, Sitz der EZB und eines der Zentren der Krisenbearbeitung, mobilisiert. Wir informieren über die geplante Aktion und Demo in Frankfurt am Main und geben einen Überblick über Verlauf und Gründe der Krise im Euroraum.

Die Veranstaltung ist in drei Teile aufgeteilt:

1. Für die Analyse der Eurokrise ist es wichtig, die Gründe der Wiederkehr von Krisen im Kapitalismus zu untersuchen. Die Kapitalakkumulation stößt immer wieder an die Grenze der Verwertung. Es stehen zum einen vielfältige Interessen der Menschen der Akkumulation gegenüber, zum anderen untergräbt die kapitalistische Organisierung fortwährend ihre eigenen Existenzbedingungen. Der Staat verfolgt zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene ökonomischen Politiken, welche dieses Problem zu lösen versuchen, im aktuellen Fall mit großen Schwierigkeiten.

2. Anschließend folgt eine Darstellung der Eurokrise und die Erläuterung der wichtigsten Instrumente. Die Rolle der Europäischen Zentralbank, „Rettungsschirme“, Staatsanleihen und die spezifische Konstitution der Europäischen Währungsunion werden erläutert. Dabei liegt in der Analyse ein größerer Fokus auf Griechenland. In Griechenland hat die Krise den bisher schwersten Verlauf und ist konfrontiert mit massiven Protesten.

3. Dann wird über den Europäischen Aktionstag am 31. März informiert und die dann stattfindende Demonstration in Frankfurt. Der 31. März wird der Auftakt zu weiteren Protesten zur Eurokrise sein. Die Perspektiven der Aktivierung des Politischen gegenüber dem Kapitalismus unter dem herrschenden Austeritätspostulat werden beleuchtet.

*Ganz persönlich fand ich es schön und auch spannend mal eine Einführung in Kapital Band I zu hören, der nicht mit den althergebrachten Beispielen (ein Rock und x Ellen Stoff, etc.) und dem marxschen Jargon arbeitet. Interessanterweise sind die Diskutierenden im Publikum auch ganz ohne diese Treue zum Buchstaben recht schnell bei den klassischen Problemen wie Überproduktionskrise, entfremdete vs. nicht-entfremdete Arbeit oder der Frage nach der Zukunft der hochkomplexen Arbeitsteilung in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft gelandet.