Hier […] trat eindrücklich der Unterschied hervor zwischen unserm Leben und dem bürgerlichen Dasein, dem verschwenderisches atmosphärisches Kolorit zur Verfügung stand, während wir uns hier in einem Warteraum, einem Übergangsraum befanden, leicht und schnell zu verlassen und zu vergessen. […] Weil von Wilhelm Meister an bis zu den Buddenbrooks die Welt, die in der Literatur den Ton angab, gesehen wurde durch die Augen derer, die sie besaßen, konnten das Hauswesen mit solcher Liebe zum Detail und die Persönlichkeit im Reichtum aller Entwicklungstadien umfaßt werden. Der Besitz prägte die Haltung, die den Dingen gegenüber eingenommen wurde, für uns indessen, denen Wohnraum nie gehörte und der Aufenthaltsort Zufälligkeit war, war das Fehlende, der Mangel, die Eigentumslosigkeit von Gewicht.

Peter Weiss- Die Ästhetik des Widerstandes