Als am Anfang des Monats April 2014 ein Teil der Flüchtlinge die zuvor am Oranienplatz gelebt hatten, begann die Hütten und Zelte der OPlatz-Besetzung abzureissen und damit das Ende des Protestcamps einläuteten, war schnell das Wort von einer gezielten Spaltung der Flüchtlinge die Rede. Die Schwierigkeiten Menschen in einem gemeinsamen politischen Prozess zu organisieren, die durch zahlreiche Unterschiede in der Staatsbürgerschaft, dem Fluchtgrund, dem Fluchtweg, der Sprache, dem Geschlecht, etc. gespalten werden können sind dabei nicht neu. Ein Artikel beim Blog Schattenbericht über die autonome Besetzung der TU 1991/92 und der Gründung eines Antirassistischen Zentrums zeigen, bei den vielen Unterschieden die es zwischen heute und den frühen 1990er Jahren geben mag auch viele Gemeinsamkeiten auf. Gerade diese historische Perspektive macht den Artikel so lesenswert, zeigt er doch, dass der Umgang von zuständigen Behörden und Politiker_innen der politischen Parteien Eigenlogiken folgt, die keineswegs neu sind. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass antifaschistische und antirassistische Bewegungen auch ihre eigene Geschichte aufschreiben und weitergeben. Der Artikel von Heike Kleffener leistet dazu einen guten Beitrag.

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Fünf Monate »Antirassistisches Zentrum« – Die Besetzung der TU Berlin 1991/92