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Wann immer ich in der Regionalbahn unter der Autobahnbrücke der A20 über die Warnow gefahren bin, war ich sehr beeindruckt von den vielen massiven Betonfüßen auf denen die Bücke steht. Immer und immer wieder hab ich mir vorgenommen dort einmal mit dem Fahrrad hin zu fahren und mir die Unterseite der Bücke direkt anzuschauen. Endlich hab ich es geschafft und hier sind ein paar Bilder von der Erkundung.

Wo Beton ist, da wird natürlich auch gemalt. Oder wie in diesem Fall gerollt. Hier ein Auschnitt aus einer der zahllosen Hansa-Reviermarkierungen entlang der Bahnstrecke welche nach Rostock hineinführt.

Ein Blick auf die gesamte Autobahn-Brücke über das Warnowtal.

In unmittelbarer Nähe befindet sich eine alte Ziegelbrennerei. Der See auf dem abgesperrten Gelände hat eine sehr eigenartige Stimmung ausgestrahlt. Alles lag sehr ruhig und verlassen. Die Wasseroberfläche war fast spiegelglatt. Nur einzelne Windboen und von Zeit zu Zeit in die Luft springende Fische erzeugten kleine Wellenkreise.

Doch die im Wasser ruhig vor sich hin treibenden Traktorreifen erinnerten wie die verlassenen Gebäude der Ziegelei daran, dass dieser See kein natürlicher Ort ist. Der Einfluss der eingreifenden Menschenhand war immer noch wahrzunehmen. So würde ich mir das bei Marchart immer wieder mit Bezug auf Derrida auftauchende Begriffspaar von Anwesenheit-Abwesenheit vorstellen: Kein Mensch ist zu sehen oder zu hören, aber die Spuren in dieser Abwesenheit deuten noch darauf das Jemand hier anwesend war.