Archive for the ‘αἴσθησις’ Category

Robin Hood Gardens: Requiem for a Dream

Mittwoch, Juni 10th, 2015

Noch einmal London, noch einmal sozialer Wohnungsbau. Dieses Mal aber nicht alles Kulisse für die Grime Geschichtsschreibung, sondern als Hauptperson. Die Robin Hood Gardens liegen fußläufig keine 20 Minuten vom U-Bahnhof Canary Wharf entfernt, jenem Territorium welches früher einmal die Docklands in Ostlondon waren und welches heute durch Glastürme wie in Manhattan geprägt ist. Geht man diesen Weg, von der Glas und Stahlwelt in Richtung der Robin Hood Gardens, ist es als ob man die Thesen über den Zusammenhang von Krise, Kapitalakkumulation und Urbanisierung in David Harveys Rebel Cities mit eigenen Augen sehen kann. Immer neue Bauten von Luxuswohnungen und Geschäftsräumen fressen sich in einen Stadtteil, der ärmsten und einer der reichsten zugleich ist.

Die Architectural Review besucht in diesem Video eines der Bauten, welches der Dynamik bald zum Opfer gefallen sein wird.

Holly Herndon – Home

Freitag, Mai 15th, 2015

Holly Herndon – Home [Official Video] from RVNG Intl. on Vimeo.

A nos amis

Donnerstag, Mai 7th, 2015

Die Aufstände sind gekommen, nicht die Revolution. Selten konnte man in den letzten Jahren, in so komprimierter Zeit, so häufig erleben, wie ein offizieller Regierungssitz im Sturm erobert wurde, von Griechenland bis Island. Bald wird es ein elementarer politischer Reflex sein, Plätze mitten in den Stadtzentren zu besetzen, Zelte oder behelfsmäßige Hütten aufzustellen, Barrikaden und Kantinen zu errichten und Versammlungen abzuhalten, so wie man gestern einen Streik ausrief. Offenbar hat die Zeit sogar ihre eigenen Gemeinplätze hervorgebracht – allen voran dieses All Cops are Bastards (ACAB), das eine eigenartige Internationale fortan nach jedem neuen Ausbruch von Revolten auf den bröckelnden Mauern der Städte zurücklässt, ob in Kairo oder Istanbul, Rom, Paris oder Rio.

Das Unsichtbare Komitee – An unsere Freunde

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #11

Sonntag, Mai 3rd, 2015

Tage an denen große Protestveranstaltungen anstehen, sind über die Dauer der Zeit in der Wahrnehmung oft geprägt von einer Mischung aus Hektik und Aufregung aber auch von Langeweile und Abwarten – oft ist es dabei eine angespanntes Warten, in dem sich beide Zustände vermengen. Dabei gerät an solchen Tagen oft eine Dimension aus dem Blick, die allerdings für Gelingen oder Scheitern der eigenen Ziele immens wichtig sein kann: die Beschaffenheit des Raumes. Selbst in Phasen des angespannten Wartens, etwa beim Sitzen in einer Blockade, liegt die Aufmerksamkeit oft vor allem auf den menschlichen Interaktionen. Aber von der Beschaffenheit des eher als Territorium verstandenen Containerraumes – von dem Inhalt und dessen Anordnungen – kann viel für die Möglichkeiten abhängen, ob in ihm durch das politische Handeln ein anderer, ein politischer bzw. politisierter Sozialraum wird, in dem das solidarische Handeln der Versammelten eine Handlungsmacht gegenüber den politischen Gegner_innen und der bewaffneten Polizei hervorbringt. Die Dimension des Raumes ist im Bewusstsein der Handelnden oftmals auf den einer Kulisse beschränkt. Dabei wirkt die Beschaffenheit des Raumes (- der Inhalt und seine Anordnung in einem Containerraum -) auch mehr oder weniger unbewusst darauf wie bedrohlich oder friedlich eine Situation erscheint.

Zum 1. Mai in Neubrandenburg gibt es bereits eine Reihe von Bilderstrecken. Sie zeigen vor allem die Handlungen von Menschen. Im Sinne einer Sensibilisierung für den Raum oder möglicherweise sogar einer kleinen Psychogeographie des 1. Mai werden in diesem Beitrag abseitige Bilder des Tages gezeigt, welche in den kurzen Momenten zwischen Phasen erhöhter Intensität aufgenommen wurden. Es sind kleine Augenblicke, die ein Stück weit aus der sozialen Zeit des Protestgeschehens herauszufallen scheinen. Solche Augenblicke können aber eine Reihe Fragen aufwerfen: Wo bin ich hier? Was mache ich hier eigentlich gerade? Was bedeutet das alles? (mehr …)

Frühling

Freitag, März 20th, 2015

Doberaner_Straße

divine violence

Mittwoch, Februar 18th, 2015

readsohard02

Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen

Freitag, Februar 6th, 2015

Wiley – From the Outside (Actress Remix)

Freitag, Januar 30th, 2015

Im Magazin Wire verbindet Dan Barrow das Recht auf Opazität mit der undurchdringlichen, staats- und autoritätsfernen Musik von Actress & Co.: »Die zwischenzeitlich geäußerte Kritik seit den Unruhen in Großbritannien 2011 – wo ist die ganze Protestmusik geblieben? – verfehlt ihren Punkt. In einem Klima, in dem progressive Politik in der Defensive ist und es an der historischen Fähigkeit mangelt, radikale ästhetische Ausdrucksweisen hervorzubringen, muss das Verlangen nach textlichen Inhalten auf Kosten der Form – stumpfe programmatische Meinungen werden existierenden Songstrukturen aufgezwungen – dem Müllhaufen der Kultur zugeführt werden. Das Werk von Actress, Dean Blunt und Inga Copeland repräsentiert an sich einen Akt politischen Widerstands. Noch wichtiger aber ist, dass es etwas betont, was Theodor W. Adorno das antisoziale Moment des Kunstwerks genannt hat. Im schwarzen Spiegel der Platte findet eine Gesellschaft, die nichts als Herrschaft anbietet, ihr Anderes.«

aus Jungle World #4 2015

Nich durchsehen

Freitag, Januar 9th, 2015

herbert

Mein eigener Jahresrückblick in Bildern

Mittwoch, Dezember 31st, 2014

Eine Rückschau der hier im Blog veröffentlichen Bilder. Trotz längerer Veröffentlichungspausen is doch einiges zusammengekommen. Dabei hat mich die Frage interessiert, was sich eigentlich so in der Zusammenschau für ein Gesamt-Bild über die Art der hier veröffentlichten Bildern ergibt. (mehr …)

„Schöne Fassade“ – Ästhetik des Widerstandes im Kampf um ein Recht auf Stadt

Samstag, November 1st, 2014
Schöne Fassade August Bebel Straße

Quelle: http://lapampa.blogsport.de/2011/01/03/how-you-like-me-now/

Meine liebsten Graffiti in Rostock, sind gesprühte Schriftzüge, die vermutlich von den allermeisten Menschen nicht einmal als solche mitgezählt werden. Und hier zeigt sich schon das Problem: Nach über 30 Jahren hat diese kulturelle Praxis in der „Aufteilung des Sinnlichen“ (Rancière) einen zwar ambivalenten, aber doch einen zugeteilten Ort in dem Sinne dass zwischen akzeptabler Kunst und Sachbeschädigung unterschieden wird. Die von mir geschätzten Schriftzüge der Sorte „Schöne Fassade“ greifen diese Einverleibung von Graffiti kritisch auf. Dies geschieht allerdings nicht im Sinne plakativer Parolen a la „streetart is not a crime“; sondern in einer radikalen Anti -Ästhetik die sich der Kunsthandwerklichkeit und der Idee von Meisterschaft radikal entzieht und vor allem den illegal(isiert)en Aspekt des Sprühens im öffentlichen Raum ins Zentrum stellt. Die „Schöne Fassade“ und ähnliche Sprühereien richten den Blick darauf, dass es der nicht einzuverleibende Rest, der Aspekt der Sachbeschädigung ist, der die Kunstform Grafitti am Leben erhält. – Das debke ich mir zumindest wenn ich durch Rostock laufe und auf eine neue sogenannte Schmiererei stoße und laut lachen muss.

Stoiber Hauptbahnhof München Stampfmüller Straße

Quelle: http://teleprisma.tumblr.com/post/70595904467/wenn-sie-am-haupfbahnhof-munchen-photo

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift sub\urban gibt es einen Artikel, der sich auch mit Grafitti beschäftigt und der hiermit zur Lektüre empfohlen werden soll:

Graffiti erfahren als populäre Kultur im wissenschaftlichen Diskurs derzeit eine verstärkte Aufmerksamkeit. Man versucht, ihre Rolle in der Stadt zu erschließen, sie zu analysieren, ihren politischen oder künstlerischen Gehalt zu verstehien, sie zu vermarkten oder Vorstellungen zu entwickeln, wie sie reguliert werden können (vgl. Derwanz 2013, Kramer 2010, Austin 2001, Abaza 2012, Valverde 2006). Eigentlich müsste dieses ausgeprägte Interesse verwundern. Folgt man dem bis heute in Diskussionen einflussreich­en Auf­satz Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen von Jean Baudrillard (1978), dann sind Graffiti gerade in ihrer inhaltlichen Bedeutungslosigkeit und fehlenden Tiefe subversiv. Sie operieren demnach nicht innerhalb von bestehenden Zeichensystemen der Stadt, sondern (zer-/ver-)stören diese in Form eines Anti-Diskurses, der sich jeder Interpretation widersetzt. Während die kapitalistische Stadt über Codes und Symboliken von Eigentum, Macht und Sozialstatus und somit auch entlang von Illegalität und deren Kontrolle organisiert wird, entziehen sich Graffiti diesen Verortungen durch den Verzicht auf tiefer liegende Bedeutungen und politische Äußerungen. Sie erscheinen als eine oberflächliche Form der Eigendarstellung, die einer Vereinnahmung durch Nicht-Szene-Akteur_innen entgeht. Graffiti repräsentieren sich demnach als Anti-Werbung, Anti-Eigentum, Anti-Kunst und Anti-Politik. Dennoch lässt sich die These formulieren, dass wir es gegen­wärtig mit einer „Diskursivierung” (Foucault 1983: 31) der Graffiti zu tun haben. Gesellschaftliche Funktionssysteme wie Wissenschaft, Medien oder Kunst suchen aktuell allerdings häufig nach der Bedeutung hinter den Werken, während ihnen die Künstler_innen durch die drohende Kriminalisierung meist nur eingeschränkt zugänglich sind. Diese Zugänge weisen Graffiti einen gesellschaftlichen Ort zu, indem sie sie in die zeichenförmige Organisation und Teilung von Stadt einfügen(vgl. Baudrillard 1978, Austin 2001).

Eine umfassende Materialsammlung zum Thema Schmieren findet sich auch beim Twitter-Account @ktv_rostock

Durchblicken

Dienstag, Oktober 7th, 2014

τὰ ἔσχατα

Sonntag, September 14th, 2014

DIY Conference: Mark Fisher: Capitalism, Is There No Alternative?

Montag, August 25th, 2014

Autobahnbrücke Pölchow

Montag, Juni 2nd, 2014

poelchow01

Wann immer ich in der Regionalbahn unter der Autobahnbrücke der A20 über die Warnow gefahren bin, war ich sehr beeindruckt von den vielen massiven Betonfüßen auf denen die Bücke steht. Immer und immer wieder hab ich mir vorgenommen dort einmal mit dem Fahrrad hin zu fahren und mir die Unterseite der Bücke direkt anzuschauen. Endlich hab ich es geschafft und hier sind ein paar Bilder von der Erkundung. (mehr …)