Archive for the ‘αἴσθησις’ Category

Driften im Nordosten von Rostock

Sonntag, Mai 25th, 2014

nordost10

Der Passagier der Nicht-Orte findet seine Identität nur an der Grenzkontrolle, der Zahlstelle oder der Kasse des Supermarkts. Als Wartender gehorcht er denselben Codes wie die anderen, nimmt dieselben Botschaften auf, reagiert auf dieselben Aufforderungen. Der Raum des Nicht-Ortes schafft keine besondere Identität und keine besondere Relation, sondern Einsamkeit und Ähnlichkeit. – Marc Augé: Nicht-Orte

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Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #8 – Unsystematisches Bibliographieren

Mittwoch, Mai 7th, 2014

Unsystematisches Bibliographieren oder auch „rückwärts“ Bibliographieren ist ein Verfahren zur Recherche, welches wie in einem „Schneeballsystem“ Ergebnisse produziert. Der Ausgangspunkt für das unsystematische Bibliographieren ist eine möglichst neue Abhandlung oder einen neuer Aufsatz zum Thema. Die Literaturangaben dieses Ausgangstextes (meist als Bibliographie im Anhang, bei Aufsätzen auch in den Fussnoten) werden dann systematisch auf Literatur durchsucht, die für die eigene Fragestellung relevant scheint. Auf die so gefundenen Texte wird dann das gleiche System erneut angewendet. Auf diese Weise kann man sich allerdings eben unsystematisch einen Bestand an Forschungsliteratur erschließen.
Das ganze funktioniert aber so ähnlich auch mit DJ-Mixen. Hier geht es dann nicht um einen Text im Sinne eines Aufsatzes. Gestern habe ich auch Twitter einen ReTweet des Budapester/Bristoler Künstlers DJ Madd in der Timeline gefunden.

Der von mir verfolgte und geschätzte bei Deep-Medi Musik veröffentlichende Compa hatte einen Tweet retweeted, weil er in dem Mix von DJ Madd mit einem Track vorkommt. Bei diesem Track, Murda Dub handelt es sich um eine neue Bearbeitung des Ini Kamozes‘ Klassikers.

Der Podcast in dem die Compa-Bearbeitung vorkommt heißt Roots and Future. Der Murda Dub passt perfekt in das Konzept dieses Podcasts, welches Roots Reggae mit Dub und Dubstep mixt und somit eine Kommunikation zwischen Vergangenheit und Zukunft herstellt. Es steckt allerdings nicht nur diese zeitliche Komponente in dem Podcast. Gerade Roots Reggae ist ja hinsichtlich der besungenen Motive stark auf Afrika, die Geschichte der Sklaverei und die Diaspora Erfahrung ausgerichtet. Diese Motive werden in der Spielform des Dubstep von DJ Madd aufgenommen, die auch Compas Werk prägen. Ein anderer Künstler aus Bristol – einer Stadt mit eigener Bass-Music Geschichte – der ebenfalls auf den Podcasts vertreten ist und unbedingt in diesen Zusammenhang gezählt werden sollte ist Kahn. Um über diesen Mix zu reflektieren, macht es Sinne über die Hardcore-Kontinuum Theorie hinaus zu gehen und eher den Begriff des Black Atlantic in das Zentrum der Überlegungen zu stellen.

„In short, the virologies of the Black Atlantic, from the riddim method method of Jamaican pop, to the sampladelia of U.S. Hip-hop, the remixology of disco, house and techno, and the hyperdub methodologies of the hard-core continuum, constitute a wealt of techniques for affective mobilization in dance.“ (Goodman (2010): 162 )

Nun noch eine kleine praktische Veranschaulichung, warum die Podcastserie ausgecheckt werden sollte: Auf den kleinen Geräte-Lautsprechern des Laptops klingt der Mix beim ersten Anklicken auf Soundcloud nur nach Roots Reaggae. Doch Johnny Osborns „Mr Marshall“ zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, weil Major Lazers „Jah No Partial“ wesentlich auf einem Sample von Osborn basiert und hier das Original zu hören ist. Ich lade runter.

Auf dem MP3 Player mit besseren Lautsprechern wird die ganze Angelegenheit aber schon deutlich interessanter. Vollends entwickelt der Mix seine Wirkung als ich ihn im Auto höre und merke wie der Rückspiegel unter den warmen Bässen zu vibrieren beginnt. Hier ist nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen was Steve Goodman in Sonic Warfare zum u.a. Gegenstand seiner Untersuchung macht: affektive Mobilisierung durch Sound, der teilweise für das menschliche Ohr gar nicht hörbar durch die Vibration des ganzen Körpers gefühlt wird und so wirkt.

Bass figures as exemplary because of all frequency bands within a sonic encounter, it most explicitly exceeds mere audition and activates the sonic conjunction with amodal perception: bass is not just heard but is felt. Often sub-bass cannot be heard or physically felt at all, but still transforms the ambience of a space, modulating it’s affective tonality, tapping into the resonant frequency of objects, rendering virtual vbrations of matter vaguely sensible. Bass demands more theoretical attention, as ist is too often equated with buzzing confusion of sensation and therefore the enemy of clear auditory perception and, by implication, clear thought. But for many artists, musicians, dancers, and listeners, vibratory immersion provides the most conducive environment for movements of the body and movements of thought. (Goodman (2010) 79)

Theorie der ethischen Gefühle

Dienstag, März 25th, 2014

invisiblehand


Lieber Adam Smith
Ich wollte dich schon immer mal fragen: An wessen Arm hängt eigentlich die unsichtbare Hand?
Viele Grüße, Martin

gesehen in Halle

Das System der Ausbeutung zog sich quer durch alle gesellschaftlichen Schichten, wir alle waren eingespannt in die Hierarchien, mitverantwortlich am Wuchern der Rangordnungen.

Dienstag, März 25th, 2014

Schon längst hatten wir festgestellt, daß ein Tag, an dem wir uns nicht zumindest eine Stunde mit einem Buch, einem wissenschaftlichem Problem befaßt hatten, unerfüllt bleiben musste. Im Kampf gegen die gewöhnlichen Denkbehinderungen war uns Lehrstoff zugekommen aus aus den politischen und soziologischen Kompendien, aus den Kursen an der Abendschule, doch was uns in diesen Jahren besonders anzog und zur Ausweitung des Bewusstseins beitrug, hatten wir aus eigener Kraft zu erörtern, es war das Thema der Ambivalenz, der Kontroverse, des Widerspruchs, unter dem wir lebten.

Peter Weiss, Die Ästhetik des Widerstands

Es ging nie nur um Bäume

Donnerstag, März 13th, 2014

A documentary by Sabine Küper-Büsch and Thomas Büsch about the culture of capuling during the protests in Turkey in the summer of 2013.

Tear Gas and Graffiti from InEnArt on Vimeo.


Mehr Infos

Vergnügtsein, heißt Einverstandensein

Mittwoch, März 12th, 2014

Schon etwas älter, dieses Bild aus der Bild. Boulevard ist ein Stahlbad – wie es so schön heißt, oder um aus Adornos Thesen zur Kulturindustrie zu zitieren: „There’s no Biz, like Showbiz!“

SEVDALIZA – CLEAR AIR

Donnerstag, März 6th, 2014

Bücher, Menschen, Bilder, das waren die Festigkeiten in unserem Leben

Mittwoch, März 5th, 2014

Hier […] trat eindrücklich der Unterschied hervor zwischen unserm Leben und dem bürgerlichen Dasein, dem verschwenderisches atmosphärisches Kolorit zur Verfügung stand, während wir uns hier in einem Warteraum, einem Übergangsraum befanden, leicht und schnell zu verlassen und zu vergessen. […] Weil von Wilhelm Meister an bis zu den Buddenbrooks die Welt, die in der Literatur den Ton angab, gesehen wurde durch die Augen derer, die sie besaßen, konnten das Hauswesen mit solcher Liebe zum Detail und die Persönlichkeit im Reichtum aller Entwicklungstadien umfaßt werden. Der Besitz prägte die Haltung, die den Dingen gegenüber eingenommen wurde, für uns indessen, denen Wohnraum nie gehörte und der Aufenthaltsort Zufälligkeit war, war das Fehlende, der Mangel, die Eigentumslosigkeit von Gewicht.

Peter Weiss- Die Ästhetik des Widerstandes

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #7

Mittwoch, Februar 26th, 2014

…und der Regent ließ die Müden und Ausgehungerten wissen, daß er sich um sie sorgte und mit ihnen litt, und mit schweigendem Erstaunen erfuhren die Zuhörenden, daß das, was über sie verhängt worden war, der Ausnahmezustand war.

Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ – Markus 10,25

Freitag, Februar 21st, 2014


Bibelsprüche für Führungskräfte für 4,99.

Lesen sie bitte auch „Machtspielchen im Büro“ und „Spielend Wissen festigen: effektiv und nachhaltig“.

Simon Critchley and Philip Seymour Hoffman talk about happiness

Donnerstag, Februar 6th, 2014

Vor einem Jahr haben der englische Philosoph Simon Critchley und der kürzlich (mutmaßlich an einer Überdosis Heroin) verstorbene Schauspieler Philip Seymour Hoffman ein Gespräch über Glück geführt, welches nun nach dem Bekanntwerden des Todes möglicherweise in neuem Licht erscheint.

Helmut Schmidt – Die Maßnahme nach Bert Brecht

Mittwoch, Januar 29th, 2014

Beschaulich-bürgerlich

Freitag, Januar 3rd, 2014

Es gibt Metropolen ähnlicher Größenordnung, die darauf achten, dass urbane Kultur angesiedelt wird. Und es gibt Städte wie Rostock.

Urs Blaser

The Pedway

Freitag, Dezember 6th, 2013

Und für alle die sich nicht so für Moombahton erwärmen können oder denen Musik generell nicht soo wichtig ist, oder die das Video auch einfach schon gesehen hatten – hier nun zu etwas völlig anderem: Eine Doku über die Fußgängerwege über den Straßen, die ein wichtiger Teil der brutalistischen Architektur der Nachkriegszeit gewesen sind. Plattenbau- und Betoncontent. Wunderbar!

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist kommen die Toten auf die Erde

Sonntag, Dezember 1st, 2013