Archive for the ‘around the interwebs’ Category

Holly Herndon – Home

Freitag, Mai 15th, 2015

Holly Herndon – Home [Official Video] from RVNG Intl. on Vimeo.

Fnord News Show 2014 Jahresrückblick vom #31c3

Mittwoch, Dezember 31st, 2014

Der Fnord-Jahresrückblick ist zugleich einer der ernstesten und der lustigsten Jahresrückblicke. Selten ist Legitimationsdefizit so unterhaltsam – oder anders gesagt: Der Sarkasmus der Show ist dem Zynismus, der aus den in ihr verhandelten Ereignissen spricht, absolut angemessen.

„Schöne Fassade“ – Ästhetik des Widerstandes im Kampf um ein Recht auf Stadt

Samstag, November 1st, 2014
Schöne Fassade August Bebel Straße

Quelle: http://lapampa.blogsport.de/2011/01/03/how-you-like-me-now/

Meine liebsten Graffiti in Rostock, sind gesprühte Schriftzüge, die vermutlich von den allermeisten Menschen nicht einmal als solche mitgezählt werden. Und hier zeigt sich schon das Problem: Nach über 30 Jahren hat diese kulturelle Praxis in der „Aufteilung des Sinnlichen“ (Rancière) einen zwar ambivalenten, aber doch einen zugeteilten Ort in dem Sinne dass zwischen akzeptabler Kunst und Sachbeschädigung unterschieden wird. Die von mir geschätzten Schriftzüge der Sorte „Schöne Fassade“ greifen diese Einverleibung von Graffiti kritisch auf. Dies geschieht allerdings nicht im Sinne plakativer Parolen a la „streetart is not a crime“; sondern in einer radikalen Anti -Ästhetik die sich der Kunsthandwerklichkeit und der Idee von Meisterschaft radikal entzieht und vor allem den illegal(isiert)en Aspekt des Sprühens im öffentlichen Raum ins Zentrum stellt. Die „Schöne Fassade“ und ähnliche Sprühereien richten den Blick darauf, dass es der nicht einzuverleibende Rest, der Aspekt der Sachbeschädigung ist, der die Kunstform Grafitti am Leben erhält. – Das debke ich mir zumindest wenn ich durch Rostock laufe und auf eine neue sogenannte Schmiererei stoße und laut lachen muss.

Stoiber Hauptbahnhof München Stampfmüller Straße

Quelle: http://teleprisma.tumblr.com/post/70595904467/wenn-sie-am-haupfbahnhof-munchen-photo

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift sub\urban gibt es einen Artikel, der sich auch mit Grafitti beschäftigt und der hiermit zur Lektüre empfohlen werden soll:

Graffiti erfahren als populäre Kultur im wissenschaftlichen Diskurs derzeit eine verstärkte Aufmerksamkeit. Man versucht, ihre Rolle in der Stadt zu erschließen, sie zu analysieren, ihren politischen oder künstlerischen Gehalt zu verstehien, sie zu vermarkten oder Vorstellungen zu entwickeln, wie sie reguliert werden können (vgl. Derwanz 2013, Kramer 2010, Austin 2001, Abaza 2012, Valverde 2006). Eigentlich müsste dieses ausgeprägte Interesse verwundern. Folgt man dem bis heute in Diskussionen einflussreich­en Auf­satz Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen von Jean Baudrillard (1978), dann sind Graffiti gerade in ihrer inhaltlichen Bedeutungslosigkeit und fehlenden Tiefe subversiv. Sie operieren demnach nicht innerhalb von bestehenden Zeichensystemen der Stadt, sondern (zer-/ver-)stören diese in Form eines Anti-Diskurses, der sich jeder Interpretation widersetzt. Während die kapitalistische Stadt über Codes und Symboliken von Eigentum, Macht und Sozialstatus und somit auch entlang von Illegalität und deren Kontrolle organisiert wird, entziehen sich Graffiti diesen Verortungen durch den Verzicht auf tiefer liegende Bedeutungen und politische Äußerungen. Sie erscheinen als eine oberflächliche Form der Eigendarstellung, die einer Vereinnahmung durch Nicht-Szene-Akteur_innen entgeht. Graffiti repräsentieren sich demnach als Anti-Werbung, Anti-Eigentum, Anti-Kunst und Anti-Politik. Dennoch lässt sich die These formulieren, dass wir es gegen­wärtig mit einer „Diskursivierung” (Foucault 1983: 31) der Graffiti zu tun haben. Gesellschaftliche Funktionssysteme wie Wissenschaft, Medien oder Kunst suchen aktuell allerdings häufig nach der Bedeutung hinter den Werken, während ihnen die Künstler_innen durch die drohende Kriminalisierung meist nur eingeschränkt zugänglich sind. Diese Zugänge weisen Graffiti einen gesellschaftlichen Ort zu, indem sie sie in die zeichenförmige Organisation und Teilung von Stadt einfügen(vgl. Baudrillard 1978, Austin 2001).

Eine umfassende Materialsammlung zum Thema Schmieren findet sich auch beim Twitter-Account @ktv_rostock

After Gezi: Erdoğan And Political Struggle In Turkey

Sonntag, Oktober 26th, 2014

After Gezi: Erdoğan And Political Struggle In Turkey from brandon jourdan on Vimeo.

Wie der Superheld in die Antifa kam

Samstag, Oktober 25th, 2014

Superhelden vor brennenden Kulissen waren ein beliebtes antifaschistisches Plakatmotiv, Parolen wie »Nazis wegrocken« reduzierten eigene Inhalte auf ein Minimum – nicht selten wurde auf einen langatmigen Aufruf einfach von vornherein verzichtet. Der Erfolg war bescheiden – und sehr langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass man Neonaziaufmärsche gegen den Willen der Polizei »militärisch« nicht verhindern kann. Die militante Option, die man so gerne von den Autonomen der 1980er adaptieren wollte, war real nicht vorhanden.

Maike Zimmermann in ak zum Thema: Über rote Fäden in der antifaschistischen Bewegung und die Frage nach dem richtigen Konzept

BR radioFeature: Das Hacker Syndrom

Dienstag, Oktober 14th, 2014

Das Hacker-Syndrom – 11.10.2014
Der Hacker Stephan Urbach unterstützte während des arabischen Frühlings die Opposition in Syrien und Ägypten. Bis zu 20 Stunden am Tag lud er Videos von Demonstrationen ins Netz. Bis ihn die krassen Bilder krank machten.

Diese super spannende Radiosendung behandelt vor allem sehr subjektiv die Erlebnisse von Stephan Urbach und den Auswirkungen auf seine Psyche. Gleichzeitig liefert die Sendung aber auch sehr intensive Eindrücke aus dem Krieg in Syrien und seiner Vorgeschichte in den Aufständen des Jahres 2011 sowie der Rolle der Hacker bei deren Unterstützung.

Into the Streets

Samstag, Oktober 4th, 2014

Into the Streets (People’s Climate March + Flood Wall Street) from meerkatmedia on Vimeo.

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #9

Montag, September 22nd, 2014

Eine »Szene« ist keine politische Bewegung, sondern deren Gegenteil. An die Stelle theoretischer Verständigung und ideologischer Debatten tritt eine diffuse Zugehörigkeit, gestiftet nicht durch ein gemeinsames Projekt, sondern durch Kleidung, Habitus und einen Verhaltenskodex. Nicht die Vermittlung revolutionärer Inhalte dort, wo die alltäglichen Sorgen und Nöte der Bevölkerung sich abspielen, ist wichtig, sondern eine moralinsaure Distanz vom »Mob«. Man bleibt unter sich, der Pöbel muß draußen bleiben.

Aus der Jungen Welt – dass einige in der Antifa diesen Text nicht lesen werden, weil er in dieser Zeitung erschienen ist, gehört zu dem Problem, welches in diesem Zitat angesprochen wird.

Kritische Theorie gegen die kompetent-verrohte Idiotie effizienzorientierter Rationalität.

Sonntag, September 14th, 2014

In diesem Sinne wäre es einer Tradition der kritischen Theorie angemessen, die rassistisch unterfütterten Ressentiments gegen den Islam und das orientalische »Andere« nicht einfach zu bedienen, sondern stattdessen zu fragen, was der religiöse und ethnizistische Irrsinn der Gegenwart mit den globalen ökonomischen Verhältnissen zu tun haben könnte. Das wäre sicherlich auch politisch hilfreich, denn der militante Islamismus besetzt (genauso wie die ethnizistische Rechte) heute jene Felder, die die Linke weitgehend aufgeben hat: die Position einer radikalen Alternative, des Widerstands gegen eine totale Inwertsetzung. […] Wir leben in einer durchgeknallten Welt. Aber dieses Durchgeknalltsein kommt weder von außen noch aus der Vergangenheit – es kommt von innen und ist mit der »westlichen Zivilisation« nicht minder eng verschränkt, als es vor 70 Jahren Aufklärung und Faschismus waren. Ein kritischer Marxismus und ein Feminismus, der patriarchale Beziehungen nicht in erster Linie beim »orientalischen Anderen« erkennt, sind unerlässlich, um in dieser Lage wieder ein paar vernünftige Standpunkte entwickeln zu können.


Raul Zelik in ND

Leftvision: Die Festung Europa vor meiner Haustür – Teil 1

Dienstag, September 2nd, 2014

Vor einigen Wochen, kurz nachdem die Polizei die Belagerung der von Refugees besetzen Schule in der Ohlauer-Straße beendet hatte, haben die Genoss_innen von TOP Br3lin eine Podiumsdisskussion zu diesem Thema im SO36 abgehalten. Unseren Mitschnitt der Veranstaltung seht ihr hier.

Hier der Ankündigungstext der Veranstaltung:

Die erzwungene Räumung und Belagerung der von Flüchtlin­gen be­wohnten Gerhart-Hauptmann-Schule war für die meisten ein Schock. Doch in kürzester Zeit entstanden auch unter­schiedliche Formen von Widerstand und Solidarität – in der Schule, im Kiez und in der ganzen Stadt. Durch den massiven Polizeieinsatz hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg etwas von der Gewalt und Diskriminierung greifbar ge­macht, der Ge­flüchtete in Deutschland und Europa tagtäglich ausge­setzt sind. Mit ih­rer Dachbesetzung haben die Geflüchteten ihre Ent­schlossenheit unterstrichen, gegen diese Verhältnisse zu kämp­fen. Bezirk und Senat ignorieren die Kernforderungen der Flüchtlingspro­teste, brechen ihre Zusagen und weigern sich, bestehende rechtliche Möglichkeiten zu nutzen, etwa ein Blei­berecht nach §23 Aufenthalts­gesetz. Wie gehen wir mit diesen Erfah­rungen um, wie können wir Solidarität und Widerstand weiter entwickeln? Darüber wollen wir sprechen, mit

Adam Bahar (Oranienplatz und Ohlauer Str.)
Berenice Böhlo (Flüchtlingsanwältin)
Nachbarschaftsinitiative Ohlauer Straße
TOP B3rlin
Moderation: Marcus Staiger (Journalist, VICE)

Was mich ja schon ein bisschen verwundert ist, der enorme Erfolg in der Rezeption, den das Vice Magazine bei der Antifa hat. Scheinbar knüpft das an den Erfolg der Straßen aus Zucker an, welche – eigentlich mal als Schüler_innenzeitung geplant – der breiten linken Szeneöffentlichkeit die Themen der radikalen Linken in einfach erklärt hat. Bei den Videos von Marcus Staiger für Vice (- der schreibt übrigens auch nen Blog und längere Texte in Zeitungen, falls jemand doch an solch einem Format noch Interesse haben sollte -) ist das natürlich nochmal ne Nummer einfacher, die muss man dann nur noch Anschauen und Liken.

Occupied Times of London: Cyber-autonomy – A Tactical Approach to Media

Mittwoch, August 27th, 2014

In der aktuellen Ausgabe der Occupied Times, einer selbstproduzierten Zeitung die aus der Londoner Occupy Bewegung hervorgegangen ist, findet sich ein hochspannender Artikel über Medienaktivismus. Was den Beitrag so lesenswert macht, ist dass die beiden Autor*innen, derjenigen Generation des Webaktivismus angehören, die am Ende der 1990er Jahr Indymedia entwickelt haben. Im Text wird die gegenwärtige taktische und strategische Lage des Webaktivismus vor dem Hintergrund dieser Geschichte und damit in historischer Perspektive diskutiert.

Public debate on digital media tends to be organised in “either-ors.” Such polarisation allows for clarifying positions, but it doesn’t do justice to the messy dynamics of everyday digital practice. Paolo Gerbaudo’s recent contribution on internet activism in OT24 is no exception. He contrasts what he calls a “cyber separatist strategy” allegedly pursued by veterans of the anti-globalisation movement with “occupying the digital mainstream,” which he sees as a more inclusive and forward-looking strategy adopted by contemporary tech activists. (mehr …)

‘Am I Next?‘: Ferguson’s Protests Through the Eyes of a Teenager

Donnerstag, August 21st, 2014

‘Am I Next?‘: Ferguson’s Protests Through the Eyes of a Teenager from Transient Pictures on Vimeo.

Ehrlich währt am längsten?

Donnerstag, März 6th, 2014

Zwischen all dem wegzumoderierenden Müll kam heute mal etwas besonders dreistes, oder eben auch besonders ehrliches rein. Im Text zum Spamkommentar wurden die eigenen Dienste zur Suchmaschinenoptimierung ganz offen angepriesen und zwar so:

We are seo spammers from Europe. We can do seo spam. We are the best from the best polish seo spammers. Hire us today. Don’t fuck with others, fuck with us. Fuck now…

Hatte ich in der Form auch noch nicht. 😀

Fuckyeah Science!

Donnerstag, Februar 20th, 2014

Forschung über Selfies. Hammer!

Selfiecity investigates selfies using a mix of theoretic, artistic and quantitative methods:

We present our findings about the demographics of people taking selfies, their poses and expressions. Rich media visualizations (imageplots) assemble thousands of photos to reveal interesting patterns. The interactive selfiexploratory allows you to navigate the whole set of 3200 photos. Finally, theoretical essays discuss selfies in the history of photography, the functions of images in social media, and methods and dataset.

Elmar Wigand im Gespräch über das Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen

Sonntag, Februar 16th, 2014

TTIP kommt, das Thema wirkt abstrakt und weit weg, wird uns aber alle betreffen. Die Jungle World hat diese Woche ein interessantes Interview dazu:

Von dieser Vorstellung muss man sich komplett lösen, dass es hier um EU versus USA geht. Das ist im Grunde altes Denken, das heutzutage mehr denn je überholt ist, weil die Konzerne – besonders zwischen Deutschland und den USA – längst miteinander verwoben sind. Wir argumentieren von einem kosmopolitischen Arbeitnehmerstandpunkt aus.