Archive for the ‘Bau keine Scheisse mit Adorno!’ Category

Fun ist ein Stahlbad

Dienstag, Dezember 10th, 2013

Flimmern, keine Gnade – Kurzgeschlossen Flimmern

Samstag, September 28th, 2013

Beim Querlesen durch verschiedene Blogs und Timelines bei Facebook kommt plötzlich dieser Ohrwurm von den Goldenen Zitronen wieder zurück in den Kopf:

Plötzlich der Morgenappell: Empörung aktivieren
Aufstehen, Aufstand, Anstand
Dass ein paar der hauptberuflichen Hülsenpacker
Zu einer klareren Sprache fanden
Zeigte einmal mehr ihre Ignoranz
Gegenüber dem richtigen Bildausschnitt

Antideutsche – vs. Antinationale Kritik?

Dienstag, März 19th, 2013

Im Rahmen der Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball hat die Um’s Ganze Gruppe Antifa Wien eine Diskussionsveranstaltung abgehalten in der Stephan Grigat (der der immer alles auf den Iran bezieht) und ein Vertreter von TOP Berlin über die Unterschiede antideutscher und antinationaler Kritik diskutieren. Ich bin mir nicht sicher, ob die These von einer liberalen Normalform des Nationalismus und verschiedenen Abweichungen nicht arg mitteleuropäisch ist. Davon aber abgesehen, diskutiert hier einer der letzten nicht völlig bescheuert-gewordenen(-Sorry, beim Durchhören richtete sich ein ganzer Wald von Facepalms auf, also: einer der letzten Autoren) Autoren der verbliebenen Antideutschen mit einem Vertreter der TOP, die seit 2007 eine programmatische Wendung zurück zur Politik vollzogen hat. Vieles ist dabei immernoch kritisierenswert, spannend ist aber dass sie einen Weg beschritten haben, der nicht mehr nur aus dem Verfassen langer und kompliziert klingender Pamphlete besteht, sondern gleichzeitig versucht gemeinsames politisches Handeln zu praktizieren. Auch an UG und TOP Berlin könnte man sicher einiges kritisieren, aber immerhin zeigen sie, dass niemand im Elfenbeinturm versauern muss. Eine andere Besserwisserei ist möglich!

Klicken kann man hier

Rudern, Liebe, Vaterland

Samstag, Januar 12th, 2013

Leck mich am Arsch! Die Bahamas – ja genau dieses Blatt aus Berlin, dass vor einigen Jahren immer mal wieder einige Kontroversen auslösen konnte, bevor sich die Redaktion vollends selbst abgeschossen hat, dieses Blatt aus Berlin hat als allerletztes, also wirklich als allerletztes beschlossen noch ein Kapitel in den Drygalla Diaries zu schreiben. Darin bekommt auch das regionale Portal Kombinat Fortschritt ein paar Takte erklärt. Nicht gerade der schnellste, aber definitiv einer der amüsantesten Beiträge zur Causa Drygalla.

P.S.: Adorno und Horkheimer müssen ja seit jeher für so einiges herhalten, eine Nazi-Lovestory war meines Wissens bisher nicht dabei! 😀 😀 😀

Marginalien zu Theory&Praxys

Mittwoch, November 21st, 2012

Bei Spielwiese geht eine schaurige Welle vermeintlich ironisch-selbstkritischer Beiträge durch das Blog, die das Auseinanderfallen von Theorie und Praxis zum Thema haben, allerdings selbst auch wieder die richtige Synthese verpassen. Aus diesem Grunde muss hier noch einmal auf der richtigen Vermittlung bestanden werden. Diese kann selbstverständnlich nicht nur theoretisch behauptet werden, sondern muss auch praktisch sein. Von dem nun folgenden Vorschlag amüsiert sein, heißt mit dem vorangehenden Befund einverstanden sein!

Theo-Fan-Club

Donnerstag, November 8th, 2012

We Adorno-lesen zu schwer findet, kann’s ja mal mit seiner Musik probieren. Ich glaub ich bleib bei den Büchern.

Lesempfehlung: Auf der Spielwiese mit Butler und Adorno

Dienstag, September 18th, 2012

Letzte Woche wurde hier mal wieder richtig zünftig gepöbelt und gestritten. Das brauchen wir nun diese Woche nicht noch einmal aufzuwärmen, statt dessen können wir nun, nach der Preisverleihung schauen, was Butler selbst zu sagen hatte. Dankenswerter Weise hat das neue Blog Spielwiese den Text von Butlers Vortrag aus Frankfurt nochmal gebracht und dem ganzen eine nette kleine Einleitung vorangestellt:

Jahrelang durften wir nun mit anhören wie etliche schnauzbärtige Bescheidwisser mit und ohne Hornbrillen zu schalem Bier und schlechter Trashmusik diesen Satz zu ihren Gunsten auslegten um mit ihm alles Mögliche zu denunzieren aber auch hin und wieder mal das Richtige zu sagen. Doch was steckt hinter diesem Satz der in einer früheren Version „Es läßt sich privat nicht mehr richtig leben.“ lautete und sich ganz bestimmt nicht darauf bezog, das Veganismus oder Fair-Trade-Produkte keine über das Schweinesystem hinausweisende Bedeutung haben? Butler nutzte die Preisverleihung für eine öffentliche Vorlesung und einer Interpretation des Zitates.


Gib’s mir! Alles!

Adorno über Freizeit

Mittwoch, April 25th, 2012

Schöner Stil wie immer, aber heute überholt. Die Trennung von Freizeit und (fremdbestimmter) Arbeitszeit ist heute zunehmend kassiert. Nur nicht so wie Adorno sich die Aufhebung der Trennung gewünscht hätte, sondern im genau gegenteiligen Sinne. Kann man das mal aus Spaß an der Freude hören und sich staunend wundern, in was für einer Welt man in den 1960ern noch leben konnte.

Die Arbeit nieder – Veranstaltung zum Arbeitsfetischismus im Cafe Median

Mittwoch, April 18th, 2012

Im Boulevard Rostock ist es schon angekommen und auch kritische Professoren werden sicher schon Kenntnis davon genommen haben: Mit Stefan Grigat kommt -sehr kurzfristig- am Sonntag ein Theoretiker dessen was mal die antideutsche Ströung innerhalb der Linken war ins Median, um einen Vortrag zu halten. (Leider- ) Zur besten Tatort-Zeit wird dann aus der Formel G-W-G‘ nicht nur der Antisemitismus, sondern auch die Fetischisierung der Arbeit abgeleitet. – Das klingt jetzt hier vielleicht alles etwas sarkastisch. Das muss es aber garnicht sein, der Tag bzw. die Veranstaltung könnte auch ganz sportlich als Anlass genommen werden, über die Tragfähigkeit und den strategischen Nutzen einer sehr starken Betonung des Entfremdungsarguments aus der Marxschen Warenformanalyse nachzudenken und zu debattieren. Das ist dann auch kein Spezialthema einer Subströmung der Nachwende-Linken der BRD mehr, sondern immerhin ein wichtiger, wenn nicht zentraler Punkt dessen was den westlichen Marxismus seit der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts umtreibt.

++++Update: Die Veranstaltung wurde verschoben, also am Sonntag alles wie gehabt…++++

Ohje!

Mittwoch, März 21st, 2012

Die antideutsche Strömung hat innerhalb der Linken in den letzten 20 Jahren eine wechselvolle Rolle gespielt. Dabei ist für „die“ Linke durchaus etwas an theoretischem und kritischen Input herausgesprungen. Spätestens mit dem gesellschaftlichen Wandel in der Bundesrepublik unter Rot-Grün wurde aber die Perspektive, die zu Beginn der 1990er Jahre zur Entstehung der Antideutschen führte immer unwahrscheinlicher, nämlich, dass demnächst in Deutschland ein Viertes Reich entstehen würde.

In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass aus antideutscher Kritik ein subkultureller Stil geworden ist, der relativ unabhängig von der tatsächlichen Beschaffenheit der Gegenstände an dieselben herangetragen wird. Das bedeutet, es wird aus allem möglichen immer wieder die deutsche Sonderform herauspräpariert und das Nachleben des Faschismus entdeckt. Das reicht dann von der deutschen Ideologie (- diese ist aber auf keinen Fall mit dem Text von Marx zu verwechseln, in diesem Zusammenhang ist „deutsche Ideologie“ eher ein Ticket-Begriff, dessen genauere Bestimmung noch am ehesten im Schaffen des Freiburger Ca Ira Verlages nachzuspüren ist -) die seit etwa 10 Jahren nicht mehr in Deutschland sondern vor allem in arabischen Gesellschaften aufgefunden wird, um dann doch wieder die Punk-Subkultur in Deutschland auszuzeichnen. Die antideutsch interpretierte Dialektik der Aufklärung (wiederum nicht gleichzusetzen mit dem was Adorno und Horkheimer unter demselben Begriff theoretisiert hatten) tauchte nach dem Force-Attack Festival auf der Fusion auf, um sich dann wiederum in den Hallenser Open Air Raves zu zeigen. Nun war es in der Jungle World wieder einmal so weit und diesmal ging es um das Fortleben des Nationalsozialismus in der DDR aus dem mit Notwendigkeit die rechte Terrorzelle NSU resultiert.

Der Artikel wurde auf der Seite Kombinat Fortschritt standesgemäß mit einer polemischen Kritik beantwortet. In den Kommentaren wird es dann aber noch schlimmer: Frei nach der aussagenlogischen Schlussregel „aus Falschem folgt Beliebiges“ wird munter drauflos projiziert und dabei in immer schnellerem Tempo jegliches kritische Potential abgewickelt, was antideutsche Kritik zur gesamtlinken Debatte mal beizutragen hatte.

Das Tragische und Ärgerliche an der Sache ist, dass wer solche Verteidiger hat, bald keinen Gegner mehr braucht, um erledigt zu sein. Es waren die Antideutschen, die eine kritische Aufarbeitung der deutschen Schuld eingefordert hatten und äußerst misstrauisch gegen jeden Versuch waren eine solche Aufarbeitung der Geschichte (in der Berliner Republik unter Rot-Grün) wiederum positiv in eine neue nationale Erzählung einzubauen. Wenn nun aber das Problem der rechten Gewalt in der BRD von Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre ausschließlich den noch immer nicht entnazifizierten Ossis angelasstet wird, dann kanibalisiert sich dieser Versuch einer antideutschen Position selbst.

Veranstaltungstip Rostock: Einführung in die Kapitalismuskritik

Donnerstag, März 1st, 2012

Die Veranstaltung findet am 05.03.2012 im Cafe Median statt, beginnt um 20 Uhr und sei der geneigten Leserin und dem geneigten Leser wärmstens empfohlen:

Für alle, die schon immer mal wissen wollten, warum Kapitalismus eigentlich so scheiße ist – und für alle, die es bereits wissen.

Eine Einführung in die Kapitalismuskritik, damit “Mehrwert”, “Ausbeutung”, “Kapitalakkumulation” und “fallende Profitraten” nicht nur Phrasen und Begriffe bleiben, soll Euch dieser Vortrag grundlegende Theorien des kapitalismuskritischen Denkens näher bringen. Im Anschluss gibt es eine Diskussion und währenddessen lecker Vokü. Das Ganze wird gemacht, um Euch für den M31 – einen europaweiten Aktionstag gegen Kapitalismus – mit dem nötigen Rüstzeug auszustatten.

(via Awiro)

Occupy und Antisemitismus

Donnerstag, Februar 23rd, 2012

…es war schon lustig: Als ich nach Hause kam und mit meiner Großmutter telefonierte, warnte sie: »Sei vorsichtig, die Leute von ›Occupy‹ sind Antisemiten!« Denn meine Großmutter, ihr Leben lang Demokratin, ist heute mehr oder weniger in ihrem Haus mit dem Kabelfernsehen gefangen und schaut Fox News. Und ich sagte ihr dann: »Bubby, diese ›Occupy‹-Leute, das sind Leute wie ich!«

Mark Greif, in Jungle World #8, 2012

Ideologiekritischer Kannibalismus

Donnerstag, Februar 23rd, 2012

Was tun, wenn man alles und jeden nach Strich und Faden durch ideologie-kritisiert hat? Einfach mit den eigenen Leuten weitermachen wie bisher!

Allah ist groß – aber ein Cadillac ist größer.

Montag, Februar 6th, 2012

Wolfgang Pohrt hat im Tagesspiegel einen angenehm abgeklärten Beitrag zur angeblichen Bedrohungen des Westens durch den Islam abgeliefert:

Wo uns der Islamismus am finstersten und archaischsten erscheint, ist die Verwestlichung am weitesten fortgeschritten.

Teil I, Teil II, Teil III

Golden Shower-White Power …oder Mitten im Leben in Rostock

Mittwoch, Januar 25th, 2012

Nach dem Buttersäure-Anschlag auf den Awiro e.V. platzen die Rostocker Nazis im Internet vor Spott und Häme. So war zumindest der Plan. Die immer neuen Kommentare und Artikel sind allerdings weit davon ab, eine Kette von immer niveauloser werdende Entäußerungen von Schadenfreude zu sein. Tatsächlich bietet sich ein anderes, sehr aufschlussreiches Bild, wenn die nationale Rachefantasie an der Tastatur mit den Autoren durchgeht. Man muss nicht besonders viel von Psychoanalyse verstehen, Zizek-Fan sein oder die Studien zum autoritären Charakter intensiv rezipiert haben, um zu sehen, dass die Art und Weise des Schreibens und Beschreibens eines fiktiven Geschehens von Kot-essen etwas Lustvolles hat. Ganz so, wie eine nicht unerhebliche Anzahl von Kinderschützern sich die sexuellen Übergriffe auf Minderjährige extrem detailliert ausmalen, so beschreiben die Nazis der NSR hier eine unterstellte Perversion und schieben sie auf einen ihrer politischen Gegner ab – weil sie selbst anders nicht zum Verbotenen vordringen können.

Und an dieser Stelle wird es traurig. Während aufgeklärte Menschen auch nach einem emanzipativen Sexualverständnis streben, dass nichts moralisch verurteilt, was im freiwilligen Einverständnis zwischen mündigen Partner_innen geschieht und nicht das leibliche und seelische Wohl Dritter gefährdet, verleugnen Nazis alles was von ihrer Ideologie abweicht als abnormal. Wenn die Lustbesetzung von Kot aber pervers ist und man selbst als Nationalist per se auf der Seite der Gesunden steht, dann können eben nur die Anderen pervers sein und die einzige Möglichkeit an ihren verbotenen Freuden teilzuhaben ist, sich obsessiv mit den Perversen zu beschäftigen.

Das Traurige ist natürlich, dass die armen Nazis auf diese Weise nie zu einer eigenen unmittelbaren Verschmelzung mit dem geliebten bzw. begehrten Objekt, in diesem Fall dem Kot vordringen können. Dies wiederum fördert die Aggressionen, derjenigen Frustrierten, die nie auf ihre Kosten kommen und sich die Welt als einen furchtbar ungerechten Ort vorstellen an dem die Ausländer immer die Frauen wegnehmen, die Homosexuellen einfach ungestraft Spaß haben dürfen, ohne sich um Volk und Familie zu kümmern und eben auch die Linken sich allen möglichen Lüsten hingeben, die dem arischen Kämpfer für die Sache seines Volkes verboten sind. Kurzum, man fühlt sich wie immer gefangen in der Opferrolle (- und das nicht ganz von ungefähr).

In diesem Sinne beibt dem Michael, dem Thomas, dem Danny, dem Daniel und auch dem David Norbert nur zu wünschen, dass sie sich – vielleicht zunächst im geschützten Ort, der abgeschlossenen Toilette z.B. – dem eigenen Kot zuwenden und ihn probieren. Und wenn es ihnen gefällt, dann können sie aussteigen, können alle ihre Kameraden verraten und es wird keinen Tag mehr geben an dem sie mit schlechtem Gewissen ihre Lüste auf andere projizieren müssen. Steigt aus! Damit ihr schon morgen kraftvoll zubeißen könnt! Die Welt würde zu einem friedlicheren, zu einem schöneren Ort für uns alle. In diesem Sinne: „Wer hat uns verraten? Nationaldemokraten! Wann hab ich’s gecheckt? Beim Baden im Natursekt!“