Archive for the ‘Hooligans & Philosophen’ Category

Abenteuerland

Montag, Juli 1st, 2013

Wie gut es ist, wenn man I *ähm* Smartphone Besitzerinnen in der Nachbarschaft hat.

(via Nähmarie)

Zwischen Bier und Angel

Freitag, Juli 13th, 2012

Als ich in bierseliger Runde die frohe Kunde von der unnützlichsten Maschine der Welt hörte und vor allem, dass es eine Modifikation gibt, die den Effekt auf Dauer stellt, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, obwohl ich noch garnicht das Video dazu gesehen habe. Also damit wir wissen worüber wir reden, hier noch einmal das Video:

Ab 0.30 min passiert etwas Spannendes. Mit dem Moment des Um- bzw. Anschaltens folgt auf jede Aktion des einen Arms eine Reaktion des anderen, worauf wiederum eine neue Aktion folgt, die ebenso von einer weiteren Reaktion beantwortet wird und immer so fort. Bei der Stelle von 0.30 min ist exakt der Punkt gekommen an dem man mit Schülerinnen und Schülern in einen ganzen Haufen klassischer philosophischer Fragen eintauchen könnte. Ist nicht zum Beispiel der Finger der dieses Wechselspiel in Gang setzt eine sehr schöne Bebilderung dessen woran die alten Griechen gebrütet haben, als sie sich den Unbewegten Beweger ausgedacht haben um die Frage nach einem Ursprung allen Seins (oder danach wie das Sein ins Sein kommt) zu beantworten? Man kann das Problem aber auch wieder in Richtung Neuzeit bis zur Gegenwart zurückverfolgen. Die unnützlichste Maschine der Welt ist, also gar nicht so unnütz, weil sie ohne dass dies in ihrem Mechanismus angelegt wäre, Anstöße zum Nachdenken bietet.

Naja, wie auch immer. Zwischen Bier und Angel lässt man sich ja für so einiges begeistern.

Graeber im Blätterwald

Mittwoch, Mai 23rd, 2012

Auch die Genossen von der IWW Rostock beschäftigen sich drüben auf ihrem Blog mit David Graeber. Parallaxe sagt: Believe ruhig the Hype, das ist schon okay so.

Die Assange-Show

Samstag, April 28th, 2012

Habt ihr das schon mitbekommen? Während Julian Assange im UK unter Hausarrest sitzt, vertreibt er sich die Zeit mit einem von Russia Today produzierten Interview-Format, The World Tomorrow. Das Konzept ist denkbar einfach. Assange unterhält sich mit anderen möglichst kontroversen Persönlichkeiten über die Welt wie sie morgen sein könnte. In Teil I hat er mit dem Hissbollah Chef Hassan Nassrallah geskypet. In Teil zwei unterhält er sich mit Zizek, der den Kommunisten macht und mit David Horrowitz, einem zum Neokonservativen Zionisten konvertierten Ex-Linken. Ziemlich viel Show und Assange inszeniert sich als Rebell und Freigeist. Aber hier zur Kenntnisnahme:

P.S.: Puh, ich mag Onkel Zizek ja ganz gerne. Aber das hier ist ein Idiotenzoo. Minute 4.51 und ich hab schon keinen Bock mehr weiterzuschauen.

Tagesgericht

Sonntag, April 22nd, 2012

Aus aktuellem Anlass mal etwas Fussball. Heute spielt der FC Hansa in Hamburg gegen den FC St. Pauli. Das hier ist nicht gerade ein Fussball- oder Ultras Blog. Muss es auch nicht. Der Link, der anlässlich des zu erwartenden Treibens in Hamburg empfohlen werden soll, fokussiert allerdings auch eher das Spannungsfeld der geteilten Gewalten und die Auflösung der zur wechselseitigen Kontrolle dienenden Verschränkung derselben gegeneinander. Oder anders herum: Warum die Polizei an diesem Spieltag offen politisch agiert und was das Problem daran ist.

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P.S.: Beim Eingeben der Tags kam mir die Frage. Gewaltenteilung und gegenseitige Kontrolle sind wichtige Elemente eines Rechtsstaates und der Verfassungsstruktur in der BRD. Wer macht denn also eigentlich mal gegen die übergreifende Sicherheitspolitik der Polizei einen effektiven „Verfassungsschutz“?

Police Power and Protests

Freitag, April 20th, 2012

Von der sog. Wissensgesellschaft zur Dialektik der Aufklärung zurück in Platons Höhle rein in den Bio-Einkaufswagen

Dienstag, März 27th, 2012

Die Hate schmeißt vor Veröffentlichung der neuen Beiträge noch mal alle alten aus der letzten Ausgabe ins Netz. Nisaar Ulamas Beitrag weiß zu gefallen:

„…Eine Moderne, für die erst wirklich ist, was sich rückhaltlos durch einen Experten – oder einer Zertifizierung – legitimieren lässt, hat sich längst das Denken abgewöhnt. Eine ›Kritik‹, der nichts besseres einfällt, als dieses Projekt unter dem Deckmantel einer offiziell beglaubigten Natur fortzusetzen, befindet sich bloß auf der Flucht vor dem blinden Fleck ihres Ratio-Fetischismus. Daher das zwanghafte Klammern an immer neue Mythen: Es darf nichts Unbekanntes sein.“

„Tyrannei der Masse“ und der Kampf um das liberale Erbe

Montag, März 26th, 2012

Nachdem gestern abend in der traditionellen Berliner Runde Spitzenpolitiker zum Ausgang der Wahl im Saarland befragt wurden, macht ein großer Aufreger die Runde. Der Generalsekretär der Splitterpartei FDP, Patrick Döring hatte das „Politikbild“ der Piratenpartei, die mit 7,4 Prozenten aus dem Stand die beiden liberalen Konkurrenten Grüne und FDP überholte, als von der „Tyrannei der Masse“ geprägt bezeichnet. Spiegel-Online ist heute vormittag dementsprechend auf die Suche nach einem erwartbaren Shitstorm gegangen und fündig geworden. Abseits von Linksammlungen zu Empörungstweets, ist es aber interessanter sich noch einmal vor Augen zu halten, was hinter Dörings Aussage steckt. Denn von einer Tyrannei der Masse zu sprechen ist kein Geistesblitz der neoliberalen Wahlverlierer gewesen. Vielmehr steckt hinter dieser Bezeichnung das älteste anti-demokratische Vorurteil das es gibt. (mehr …)

Mittwoch, März 21st, 2012

So wird ein Zeichensprecher Schwerverbrecher

Montag, März 12th, 2012

Jedes Bild ist wie ein Messer ein Gebrauchsgegenstand
und lesen meint hier denken mit anderm Verstand
indem man ließ und was begreift
sich und den andern, sucht und findet (das ist Arbeit)
das Gefundene mit-teilt und verbindet (das ist Technik)
gemeinsam eine Welt erfindet (vielleicht Liebe)
und wer das nutzt macht sich verdächtig
wird unberechtigt Ladendieb genannt
so wird ein Zeichensprecher Schwerverbrecher

Blumfeld – Sing Sing, L’etat et moi

Ich gebe es zu, auch wer den schwermütigen Pathos der einstigen Geisteswissenschaft pflegt, muss sich mit Technik und deren Fortentwicklung beschäftigen, denn die Schweine schlafen nicht. In der Süddeutschen Zeitung findet sich ein Artikel über Sprachauswertungsprogramme mit denen Wissenschaftler und Geheimdienste das Web durchforsten, und aus ihren Texten Profile und Gefährlichkeitsprognosen über die Autorinnen und Autoren erstellen.(Die SZ hat ein eigenartiges Webangebot, deshalb gibts keinen Link. Der könnte in den nächsten Tagen aber nachkommen und wiederum nach einer gewissen Zeit nicht mehr kostenfrei funktionieren. Wie gesagt, eine unklare Strategie von Papierfanatikern.) Das hört sich ziemlich gruselig an und das ist es irgendwie ja auch. Auf der anderen Seite hilft das bloße Jammern nicht. Das in dem Artikel angegebene Beispiel eines irischen Studenten, dessen mittels eines Tweet angekündigter Saufurlaub in den USA durch eine prompte Abschiebung verhindert wurde, ist ja noch harmlos. Die aktuellen Verschärfungen der Sicherheitsgesetze in den Staaten im Vorlauf zum Wahlkampf und des G8 Treffens zeigt ja eben auch an, wie schnell sich der Boden des gesetzlich Erlaubten in den sogenannten offenen Gesellschaften des Westens gerade verkleinert. Da muss man ja schon deshalb immer auf der Hut sein, um mitzubekommen, ob man nicht von einem Tag auf den Anderen aus der sog. Mitte der Gesellschaft Richtung Ende des Hufeisens abgerutscht ist. 😉

Ein Buzzword, zwei Realitäten …mindestens

Freitag, Januar 20th, 2012

Man kann Occupy als schillerndes Buzzword begreifen, oder im Sinne der ursprünglichen Adbusters-Idee als global brand
, oder wenn man es etwas theoretischer mag, als leeren Signifikanten, der viele Differenzen in einer Äquivalenzkette aufhebt, um einen Antagonismus zur neoliberalen Hegemonie zu bilden, ein Begriff also der weite Teile der äußerst differenzierten und heterogenen Gesellschaften in den Staaten des globalen Nordens durch ein gemeinsames politisches Projekt wieder zu einer Konstellation vereinheitlicht, die bei Marx und Engels Klassenkampf hieß. Man darf dabei aber in keinem Fall die Unterschiede in den einzelnen Ländern außer acht lassen. Diese Unterschiede kann man sich bspw. (wenn auch durch die Medienrezeption vermittelt) an zwei Artikeln in linksliberalen Zeitungen in der BRD und im UK vor Augen halten.

Zum ersten, die Jungle World:

Nach einer Phase des Aufstiegs stagnierte die Bewegung zunächst und tritt nun offenbar in das Stadium des Verfalls ein – eine Entwicklung, wie sie viele Bewegungen schon zuvor durchgemacht haben.

Die Medien, die die »Occupy«-Bewegung im vergangenen Herbst noch als unideologische, pragmatische Kritiker des »Neoliberalismus« gefeiert haben, schreiben dieselbe nun nieder. Was vor einigen Monaten noch in der großen Presse als »Schwarmintelligenz« gelobt wurde, wird der Bewegung mittlerweile als Schwarmdummheit angekreidet.

Zum Zweiten der Guardian:

When, as now seems likely, the Occupy London protesters are forced to pack up their tents outside St Paul’s Cathedral the capital will be losing more than one of its newer and less likely tourist attractions.

Also facing eviction, following this week’s high court decision, is the camp’s innovative and vigorous educational arm which, according to academics who have spoken there, can often be a more intellectually stimulating environment than the universities that provide their day jobs.

Die Bewegung hat in beiden Ländern mit Räumung, dem Winter und stagnierender Beteiligung zu kämpfen und doch spielt der gesellschaftliche Hintergrund für den Erfolg oder Misserfolg offenbar eine Rolle. Während die Bewegung im UK aller Probleme zum Trotz eine positive Wirkung entfalten kann, sind die deutschen Okkupisten bei den meisten Linken schon wegen Diffusität oder Irrelevanz abgeschrieben, wenn sie nicht von Anfang an als Abgrenzungsfolie für Weltmeister im Antisemitismusforschen dienten. So oder so wird es im Jahre 2012 aber weiter darauf ankommen, den neoliberalen Schweinereien Widerstand entgegen zu setzen.

Könn‘ denn Hiebe Sünde sein?

Montag, Januar 2nd, 2012

Für Jede_rmensch was dabei!

Donnerstag, Dezember 22nd, 2011

(via)

„Und da gibt’s dann Bambule“

Montag, Dezember 12th, 2011

Am Dienstag, den 13.12.( jaja genau! 😉 ) zeigt der Bildungskeller Rostock den Film Bambule nach dem Drehbuch von Ulrike Meinhof:

– ab 19.00 Uhr ist der Bildungskeller geöffnet.
Es gibt eine Kleinigkeit zu Essen sowie Getränke zum Selbstkostenpreis.
Außerdem die Gesellschaft netter Leute, eine Infothek mit aktuellen
politischen Broschüren und Flyern sowie einen Kickertisch…

– ab 20.00 Uhr Film- & Diskussionsveranstaltung BAMBULE

„Wir zeigen das Fernsehspiel Bambule (Fürsorge – Sorge für wen?) von Eberhard Itzenplitz nach einem Drehbuch von Ulrike Meinhof (BRD 1970)

Der Film Bambule beschreibt den Alltag in einem geschlossenen Westberliner Erziehungsheim für Mädchen der späten 1960er Jahre: Hof, Schlafraum, Arbeitsplatz Wäscherei und „Bunker“, Repressalien der Erzieher/innen, Widerstandsversuche der Mädchen, die „Bambule“ machen, weil sie leben und sich nicht bloß Zwängen fügen wollen.

Die Ausstrahlung des Films, für den 24. Mai 1970 in der ARD geplant, wurde (mehr …)

Studie zu den UK Riots 2011

Dienstag, Dezember 6th, 2011

Die London School of Economics und der linksliberale Guardian haben begonnen erste Teile einer umfangreichen Untersuchung der UK Riots zu veröffentlichen. Aus den Interviews mit 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Ausschreitungen geht hervor, dass diese neben der Armut vor allem auf den Hass auf eine Polizei zurückzuführen ist, die immer wieder auf der rechtlichen Grundlage der Anti-Terror-Gesetze Stop and Search Kontrollen vornimmt. Davon sind überdurchschnittlich oft Menschen mit dunklerer Hautfarbe betroffen. Insgesamt wurde ausgesagt, dass die Polizei mit ihrem sehr respektlosen Umgang mit allen Menschen in den ärmeren Vierteln einen Hass auf sich gezogen hat, der sich letztendlich in den Riots entlud.