Archiv für die 'Neoliberale Schweinereien' Kategorie

n+1 über den Homo Sacer und das Nackte Leben in El Paso/Juarez

Debbi Nathan schreibt in n+1 einen Artikel über Leben und Sterben an der us-amerikansisch-mexikanischen Grenze von El Paso/Ciudad Juarez und buchstabiert dabei angesichtes des schrillen Nebeneinanders von kapitalistischer Ausbeutung, Rassismus und High-Tech Überwachung passenderweise Giorgios Agambens Begriff des Homo Sacer und des Nackten Lebens aus. Der Text resümiert den Zeitraum der Stadtentwicklung über mehrere Jahrzehnte. Wenn man denkt, dass all das beschriebene eigentlich schon schlimm genug ist, setzt das Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) eine enorme Beschleunigung des neoliberalen Kapitalismus in Gang: Mehr Profite, mehr Verarmung, mehr Mord, mehr Drogen, mehr Vergewaltigungen.

Ebenfalls aus El Paso kamen At The Drive In, deren Song Invalid Litter Dept. einen Teil des Dramas an der Grenze thematisiert.

Wie? Was? Interwebs?

Die Telekom will das Internet drosseln. Was heißt das genau? Wie geht das? Geht das und was soll das überhaupt?

Andre Meister: Was ist Netzneutralität? Oder: Warum das freie und offene Internet in Gefahr ist


Heise.de: Kommentar: Die Maske fällt – Die Telekom, die Bandbreitendrossel und die Netzneutralität

Nerdcore zur Sache, Fefe

Und ja, sogar den unvermeidlichen Lobo gibt’s hier heute mal. Lobo auf SpOn: Abschaffung von DSL-Flatrates: Die Telekom erdrosselt das Internet

Scheint als wäre jetzt eine gute Zeit sich zu empören.

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Noch mehr Links? Midnightpunk übernehmen sie.

So, zweiter Aufruf geht raus an “George Taylor”:

in anderen Ländern werden immer mehr Billig-Flatrates mit Downstream-Raten von mehreren Gigabit(sic!) angeboten… und hier in Deutschland wähnt man sich anscheinend in den sicheren Zuständen, wie früher in der Post-Monopol-Ära… was das für irre Implikationen hat, sollte doch eher der Volkswirtschafts-Experte aus der Kommentarspalte dieses Blogs wissen :-)

Er soll es ruhig auch erklären. :)

DRadio: Der Fall Spanien – Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion

Vor kurzem wurde im Deutschlandradio ein umfassendes Dossier gesendet, welches den historischen Kontext der Schuldenkrise in Spanien nachzeichnet und dabei u.a. aufzeigt, weshalb das moralisierende Fingeraufzeigen der sog. deutschen Euroretter heuchlerisch ist.

Der Spanische Fall – Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion/ Von Barbara Eisenmann

Aufgrund seiner Anomalie als Diktatur und international nicht wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft begann Spanien schon in den 60er-Jahren, eine immobilien- und finanzgetriebene Alternative zum Nachkriegswachstumsmodell der westlichen Industrienationen zu entwickeln.

Diese Spezialisierung seiner Wirtschaft, die auch dem seit den späten 70er-Jahren krisengeschüttelten Kapitalismus einen Weg in die Zukunft wies, konnte durch den Beitritt des Landes in die Europäische Gemeinschaft ausgebaut werden.

Dank staatlicher Unterstützung und ausländischer Kapitalflüsse blähte sich, in den gut zehn Jahren bis 2008, dann eine Immobilien- und Finanzblase auf, an der die Kernländer der EU, allen voran Deutschland, nicht unbeteiligt waren.

Heute: Margaret Thatchers Beerdigung

Die Hochzeit des täglichen Arbeitspendelverkehrs im öffentlichen Personennahverkehr in London ist vorbei. Dementsprechend voll ist Twitter mit Meldungen von Menschen die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz an den zahlreichen Polizeiabsperrungen am bereits aufgestellten Großaufgebot der Einsatzkräfte und an Teilnehmern der Trauerzeremonie vorbei gekommen sind. Hinzu kommen Tweets von Menschen die sich in die City begeben um zu trauern oder zu protestieren. Das tägliche Gewühl in der Londoner U-Bahn bekommt an diesem Tag sicher einen ganz eigenen Dreh. Denn wo sonst Pendler versunken auf die Bildschirme ihrer Smartphones und E-Books starren, dürfte heute eine Anspannung ob der kommenden Ereignisse hinzugetreten sein.

Über den aktuellen Stand des monströsen Staatsbegräbnisses kann man sich heute auf verschiedensten Kanälen informieren:

Presse

Die Sonderseite des Guardian mit vielen Artikeln. Live-Bericht der Times. Independent, live. Der Telegraph hat auch eine Live-Berichterstattung. Und auch die schlimmen Finger sollen nicht fehlen: Daily Mail

BBC One wird von 10:15 Uhr – 13:15 Uhr wenn der Sarg Westminster Richtung St Pauls verlässt bis zur Ankunft in der City live berichterstatten. Ab 12 Uhr kann man wohl auch live bei BBC World News dabei sein. Viele Proteste dürften dann aber schon gelaufen sein.

Twitter

Das Hashtag #Thatcherfuneral wird sowohl von Menschen genutzt die Thatcher die letzte Ehre erweisen wollen, als auch von Menschen die gegen die öffentlich finanzierte Zeremonie demonstrieren und an Thatchers Vermächtnis der sozialen Spaltung und der Verelendung der Arbeiterklasse erinnern wollen.

Andere Hashtags sind: #London, #Thatcher + #Protest, #dingdongthewitchisdead

Livestreams

Mit Occupy London Stock Exchange ist in die Aktivistenkultur der Stadt etwas eingegangen, was zuvor höchstens große Sendeanstalten leisten konnten: Liveübertragungen. Eine Übersicht verschiedener Kanäle von Occupy LSX und Einzelpersonen gibt es auf der Webseite von Occupy London.

Was nicht auf der Übertragung von Phoenix zu sehen war: ‘Heute: Margaret Thatchers Beerdigung’ weiterlesen

Berlin: Tod nach Zwangsräumung

In Berlin ist die Rentnerin Rosemarie F. zwei Tage nachdem sie aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt wurde gestorben. Die Polizei hat eine schwerkranke alte Frau auf die Straße geschmissen, damit das Recht auf Eigentum gewahrt bleibt. Auf Twitter kochen unter dem Hashtag #Rosemarie die Emotionen hoch. Verständlicherweise.

Keith Gessen on Boris Berezovsky, 1946-2013

Das New Yorker n+1 Magazine hat einen sehr interessanten Artikel indem Keith Gessen den Aufstieg und Fall des vor kurzem gestorbenen russischen Oligarchen Boris Beresowski nachzeichnet. Es geht um den Kollaps des Sozialismus, den Einbruch des Kapitalismus und das damit gelegte Fundament für organisiertes Verbrechen sowie um Beresowski als Übergangsfigur von der Jelzin-Ära zur Putin-Ära. Alles schön komprimiert und ne ganze Menge Holz – aber sehr spannend.

What the Frack?

Will die Bundesregierung mit der Entscheidung zum Fracking kurz vor dem zu befürchtenden Machtwechsel im Herbst schnell noch Mal nen Großprojekt durchknüppeln, welches im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern keine Zukunft hätte? Oder wollen Rösler und Altmaier sicher bloß gehen, dass sie den ihnen nervig gewordenen eigenen Job im Herbst endlich an die Grünen abgeben können? Oder können diese Parteien einfach von Haus aus nicht die richtigen Konsequenzen aus Debakeln wie S21 und dem Berliner Großflughafen lernen?

Leftvision: Zwangsräumung um jeden Preis – Widerstand wächst

Zunehmende kapitalistische Landnahme und dementsprechende Zwangsräumungen finden allerdings auch im Land der Krisenprofiteure in Deutschland statt. Doch der Widerstand wächst auch hier.

A Polite Revolution

Seit über einem Jahr ist Occupy London Stock Exchange vor den Stufen der St. Pauls Kathedrale geräumt. Die Bewegung als solche ist damit aus den Augen der breiten Medienöffentlichkeit verschwunden. Der Film über die Besetzung der Friern Barnet Libary zeigt die Perspektiven und leiseren Töne, in gewisse Hinsicht auch das Vermächtnis der großen spektakulären Besetzung nach der Räumung. In Barnet, einem der reicheren Außenbezirke Londons und einer Hochburg der Konservativen haben Occupy-Aktivisten gemeinsam mit Bewohner_innen aus der Nachbarschaft eine leerstehende Bibliothek besetzt und wieder eröffnet. Die Friern Barnet Libary sollte im Rahmen der Kürzungspolitik mit dem Großteil der öffentlichen Dienstleistungen des Stadtteils privatisiert, das heißt verkauft werden. Nach mehreren Monaten ist der Status der besetzen Bibliothek in Gerichtsverfahren legalisiert worden. Die Bürger_innen und Bürger haben den sozialen Anlaufpunkt in ihrer Gemeinde zurückerkämpft und Occupy London hat einen Weg gefunden wie man im Kernland des politischen Gegners mit direkten Aktionen und zivilem Ungehorsam aber auch Gespür für den richtigen Ton zur richtigen Zeit das Terrain umkrempeln und den Neoliberalen die Basis streitig machen kann. ‘A Polite Revolution’ weiterlesen

Entscheidende Incentives

Abteilung Feldforschung. De:Bug hat ein Video, dort spricht Tim Renner vor Managern der Nord-LB (bei denen im Gebäude liegt auch das Büro der Tatort Kommissaren Furtwängler/Lindholm) über die Fehler der Content-Mafia und Arbeitspsychologie. Spannend wie man banale Dinge mit Sprache aufhübscht. Inhaltlich geht es um Mittel und Wege die die Kulturindustrie heutzutage einschlagen muss um effizient das altbekannte Rad von Manipulation, von rückwirkender Bedürfniserzeugung und gegenwärtiger -Erfüllung am Laufen zu halten.

P.S.: Erinnert euch Tim Renner auch an Supershirts Henry Witt? Ich wette letzterer könnte den Renner sehr schön parodieren.

Selbstorganisation gegen die Krise

Großbritannien, Italien oder Spanien – es ist überall ähnlich. Im Zuge der neoliberalen Austeritätspolitik wird die soziale Sicherung abgedreht, Menschen die in der Krise unter die Räder geraten verlieren meist nicht nur den Job, sondern oft in der Folge auch die Wohnung. Neu gebaut wird nur was viel Profit abwirft, also vor allem Geschäftsraum und Eigentumswohnungen. Sozialer Wohnungsbau ist ein Relikt aus den Zeiten des Blockkonfliktes. Die menschenfeindliche Politik sorgt aber auch dafür, dass Bewegungen wie die Hausbesetzer eine Wiederbelebung erfahren.

Für die Jungle World hat sich Federica Matteoni neu-besetzte Häuser in Rom angeschaut.

George Monbiot: Bang goes the Theory

Monbiot resümiert die wirtschaftliche Bilanz des Neoliberalismus vor dem Hintergrund seiner eigenen Versprechen. Uuund: Überraschung!! Die Zerschlagung von Gewerkschaften, Begünstigung von Steuerflucht, Abschaffung von Marktregeln, Befeuerung der Spekulation auf allen Ebenen, Kürzungen von Sozialausgaben – kurzum Klassenkampf von oben führt doch nicht dazu dass alle reicher werden, sondern nur diejenigen die ohnehin schon reich sind.


The demands of the ultra-rich have been dressed up as sophisticated economic theory and applied regardless of the outcome. The complete failure of this world-scale experiment is no impediment to its repetition. This has nothing to do with economics. It has everything to do with power.

Räumung eines Squats in London – Livestream

Wer mal sehen möchte wie Räumungen von besetzten Häusern im UK ablaufen, kann hier über diesen Bambuser Channel dabei sein, wenn heute ein Squat im Londoner Stadtteil Camden geräumt wird. Eine Besonderheit ist dabei scheinbar, dass die Gerichtsvollzieher die Räumung vollziehen müssen und dass die Polizei dabei nur assistierend zur Seite stehen darf.

Laut Aussagen aus einem der Videos ist das ganze Viertel rund um das Squat abgeriegelt und niemand bewegt sich auf den Straßen, außer den Beseter_innen, Unterstützer_innen und Legal-Observern, also so eine Art Demobeobachtung wie sie u.a. der AKJ aus HGW auch macht. Das Livestreaming ersetzt in diesem Fall die ausgesperrte Presse, denn egal ob der Filmer heute im Laufe des Tages von der Polizei noch eingesackt wird – alles was bis dann gefilmt wurde liegt dann bereits auf einem Server und ist im Internet nachvollziehbar. Auch beim Refugee-Protest in Berlin hatte sich bereits gezeigt, dass mit Bambuser sehr gut Polizeiübergriffe dokumentiert werden können, wenn die Presse nicht drauf halten kann oder will. Voraussetzung ist natürlich, die Einhaltung eines klaren Aktionskonsens, wenn es Livestreaming gibt. ;)

Mehr Hintergründe zum betroffenen Squat auf einer Londoner Hausbesetzer-Seite: Joy Vick: “Put property to productive use”

“Sichere Drittländer”

Der Spiegel hat einen Artikel über einen Bericht von Amnesty International zur Situation von Flüchtlingen in Griechenland. Dort werden die in Europa neu ankommenden Flüchtlinge in Lager gesperrt, auf den Straßen herrscht mörderische Gewalt. Im Zuge der Krise gewinnt die faschistische Partei Goldene Morgenröte immer mehr Zulauf und dies wirkt sich auch durch ein immer offeneres Ausagieren rassistischer Gewalt aus.

Dies alles sind Zustände für die das deutsche Asylrecht nach 1993 den Namen sicheres Drittland benutzt und in solche Zustände schickt die Bundesrepublik Flüchtlinge zurück, wenn sie nicht direkt nach Deutschland eingereist sind.

Archivgebäude statt Jugendkultur

Die Wachstumsregion frisst die Spielwiesen ihrer Kinder.