Archive for the ‘Philosophie’ Category

Slavoj Žižek on Ferguson and violence

Mittwoch, März 11th, 2015

In such a situation, when police are no longer perceived as the agent of law, of the legal order, but as just another violent social agent, protests against the predominant social order also tend to take a different turn: that of exploding “abstract negativity” – in short, raw, aimless violence. When, in his “Group Psychology”, Freud described the “negativity” of untying social ties (Thanatos as opposed to Eros, the force of the social link), he all too easily dismissed the manifestations of this untying as the fanaticism of the “spontaneous” crowd (as opposed to artificial crowds: the Church and the Army). Against Freud, we should retain the ambiguity of this movement of untying: it is a zero level that opens up the space for political intervention. In other words, this untying is the pre-political condition of politics, and, with regard to it, every political intervention proper already goes “one step too far”, committing itself to a new project (or Master-Signifier).

Autonomy & Self-Organization in the Revolutions of Everyday Life

Samstag, Januar 31st, 2015

Imagination is not ahistorical, derived from nothing, but an ongoing relationship and material capacity constituted by social interactions between bodies. While liberatory impulses might point to a utopian (no)where that is separate from the present, it is necessary to point from somewhere, from a particular situated imagining. The task is to explore the construction of imaginal machines, comprising the socially and historically embedded manifestations of the radical imagination. Imagination as a composite of our capacities to affect and be affected by the world, to develop movements toward new forms of autonomous sociality and collective self-determination.

Stevphen Shukaitis- Imaginal Machines: Autonomy & Self-Organization in the Revolutions
of Everyday Life

DIY Conference: Mark Fisher: Capitalism, Is There No Alternative?

Montag, August 25th, 2014

Ernesto Laclau ist tot

Dienstag, April 15th, 2014

Mit 78 Jahren starb der politische Theoretiker Ernesto Laclau kürzlich in Sevilla. Laclau hat mit Chantal Mouffe in den 1980er Jahren mit „Hegemony and Socialist Strategy“ eine Dekonstruktion des Marxismus vorgenommen und eine Re-Lektüre von Antonio Gramscis Hegemonietheorie vorgeschlagen. Verso-Books hat einen Nachruf auf Laclau veröffentlicht. Link.

In der taz hat Cord Riechelmann einen Nachruf auf deutsch geschrieben.

Simon Critchley and Philip Seymour Hoffman talk about happiness

Donnerstag, Februar 6th, 2014

Vor einem Jahr haben der englische Philosoph Simon Critchley und der kürzlich (mutmaßlich an einer Überdosis Heroin) verstorbene Schauspieler Philip Seymour Hoffman ein Gespräch über Glück geführt, welches nun nach dem Bekanntwerden des Todes möglicherweise in neuem Licht erscheint.

Ruhig Brauner! Den Ausnahmezustand des #Gefahrengebietes verstehen

Mittwoch, Januar 15th, 2014

Wenn Polizei und Militärs anfangen philosophisch zu werden, wird mir immer Angst und Bange. Einschlägige Beispiele stellen ja Donald Rumsfelds Unbekanntes Unwissen oder die Deleuze-Rezeption der israelischen Armee im Häuserkampf in Gaza dar.

Der Stein und das Nichts

Beim Debattenmagazin The European wird ein aktueller Fall, nämlich das Hamburger #Gefahrengebiet und die dortigen „Angriffe aus dem Nichts“ behandelt:

Gegen „Angriffe aus dem Nichts“ sollen verschiedene Vollstreckungsbeamte künftig geschützt werden. Vermutlich ist das nur eine unbedachte Formulierung, denn zum einen hat bisher noch kein einziger Straftatbestand irgendjemanden vor einer Tat geschützt, zum anderen sind Angriffe aus dem „Nichts“ sicherlich nicht wörtlich zu verstehen. Kein Angreifer kann sich im Nichts befinden. Das Strafgesetzbuch ist ja kein existenzialistisches Philosophiebuch, das sich mit dem Nichts auseinandersetzt.

A propos Philosophie, zu einer Demonstration am Samstag in Hamburg ruft übrigens das nach Henri Lefèbvres Konzept benannte Netzwerk „Recht auf Stadt“ gegen die Carl Schmitt-Fans im SPD-geführten Hamburger Senat auf. Den Aufruftext gibt es hier. Gegen die Enteignung der Philosophie durch die Herrschaft lässt sich allein andenken, eine andere Form des Wissens kann aber auch in der kollektiven Praxis erfahren werden.In diesem Sinne!

Das Phantasma der Sicherheit durchqueren

Dienstag, Juli 9th, 2013

Bei aller Kritik Jacques Rancieres an den politischen Theorien Hannah Arendts sind sich beide doch in einem Punkt einig: die politische Philosophie dient vor allem dazu, den Skandal der Politik, d.h. die Unordnung, die durch das demokratische Handeln immer wieder entsteht zu bewältigen. Politische Philosophien entwickeln Ideen von gerechten Ordnungen, um Herrschaft zu legitimieren, die diese Un-Ordnung beendet und wieder in Ordnung bringt. (Siehe Arendts und Rancieres Ablehnung der Bezeichnung politische_r Philosoph_in)Seit Platon wurde eine solche Idee der Ordnung des guten Staates durch die politische Philosophie immer wieder in dem Bild des menschlichen Organismus ausgedrückt. Funktionen des Staates werden beispielsweise mit Prinzipien der Seele und ihren Anteilen gleichgesetzt, um aus der Analogie des menschlichen Körpers eine Ordnung der Teile des Staates abzuleiten. Lassen wir einmal außen vor, dass solche Analogien nur der Herrschaftslegitimierung und -sicherung dienen und nehmen diese Ideologie für ein Gedankengang als gegeben hin – und schlagen dann eine aktuelle Zeitung auf. (mehr …)

Der Pinguin der Minerva beginnt seinen Flug erst nach Sonnenuntergang

Sonntag, Mai 19th, 2013

Wow! Nach Keshek, Cosmarxpolitan und Sexts From Marxists ein weiterer Tumblr der definitiv unter „Teilweise Wahnsinn“ fällt: The Lisa Frankfurtschool

Agamben Relektüre gefällig?

Dennis Liu: Plurality

Montag, Februar 11th, 2013

Action-Kurzfilm mit Detective Foucault(!) und Bentham-Raster(!) in einem High-Tech-Überwachungsphantasie New York. 🙂

(via)

Schiffbruch mit dem Elfenbeinturm

Mittwoch, November 28th, 2012

Die gegenwärtige Debatte um Verteilungsgerechtigkeit in der politischen Philosophie hat bisweilen etwas geradezu Gespenstisches. Wie Leuchttürme, die souverän aus dem Meer der gesellschaftlichen Realität herausragen, senden die Koryphäen der Gerechtigkeitstheorie (von Nagel und Dworkin bis Habermas und Honneth und von Walzer bis Miller) diesseits und jenseits des Atlantiks unbeeindruckt ihre Signale zu, das heißt ihre immer weiter verfeinerten begründungstheoretischen Argumente für eine zustimmungsfähige Konzeption sozialer Gerechtigkeit, während unten die See des sozioökonomischen Wandels immer rauer wird und das unter dem Banner von Solidarität und Gerechtigkeit segelnde Schifflein vollkommen zu verschlingen droht.

Hartmut Rosa: Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung, S.60.

Thomas Seibert: Demokratie als konstituierender Prozess: Dissens statt Konsens

Freitag, November 16th, 2012

Thomas Seibert auf dem Kongress Ziviler Ungehorsam, das Vorspiel bezieht sich noch auf Blockupy. Dann geht es aber zur Sache mit aktuellen Demokratie-Theorien.

Der Soundcloud Account von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist überigens auch in anderer Hinsicht sehr spannend. 😉

Aïm Deüelle Lüski: Pinhole Cameras Philosophy & Photography

Donnerstag, November 15th, 2012

by Ariella Azoulay

The Angel of History by Ariella Azoulay- (Excerpt from the film — The Square Scene – Rabbin’s Assasination

Civil Discourse

Dienstag, November 13th, 2012

A civil discourse is thus one that suspends the point of view of governmental power and nationalist characteristics that enable it to divide the governed frome one another and to set its factions against one another.

Ariella Azoulay, Civil Imagination – A Political Ontology Of Photography, Verso, London, 2012, S.4.

Ayse K. Arslanoglu: Stolz und Vorurteil – Markierungspolitiken in den Gender Studies und anderswo

Montag, September 24th, 2012

Was also ist geschehen? Wurde Butlers Kritik wieder vergessen? Ist sie erst gar nie richtig verstanden worden in einem deutschen Diskurs, der sich von Anfang an mit dem
scheinbar leichten amerikanischen „queer“ schwer tat? Oder versteht sich die Wiederbelebung von Identitätspolitiken selbst als Reaktion auf die dezentrierenden, auflösenden, subvertierenden (and so on) 1990er und 2000er Jahre? Betrachten wir eine logische Schlaufe, in der sich die emanzipatorische Analyse verfangen hat?

Lesempfehlung: Auf der Spielwiese mit Butler und Adorno

Dienstag, September 18th, 2012

Letzte Woche wurde hier mal wieder richtig zünftig gepöbelt und gestritten. Das brauchen wir nun diese Woche nicht noch einmal aufzuwärmen, statt dessen können wir nun, nach der Preisverleihung schauen, was Butler selbst zu sagen hatte. Dankenswerter Weise hat das neue Blog Spielwiese den Text von Butlers Vortrag aus Frankfurt nochmal gebracht und dem ganzen eine nette kleine Einleitung vorangestellt:

Jahrelang durften wir nun mit anhören wie etliche schnauzbärtige Bescheidwisser mit und ohne Hornbrillen zu schalem Bier und schlechter Trashmusik diesen Satz zu ihren Gunsten auslegten um mit ihm alles Mögliche zu denunzieren aber auch hin und wieder mal das Richtige zu sagen. Doch was steckt hinter diesem Satz der in einer früheren Version „Es läßt sich privat nicht mehr richtig leben.“ lautete und sich ganz bestimmt nicht darauf bezog, das Veganismus oder Fair-Trade-Produkte keine über das Schweinesystem hinausweisende Bedeutung haben? Butler nutzte die Preisverleihung für eine öffentliche Vorlesung und einer Interpretation des Zitates.


Gib’s mir! Alles!