Archive for the ‘Praxis’ Category

Berkin Elvan von Polizei ermordet

Mittwoch, März 12th, 2014

In der Türkei gibt es wieder Proteste nachdem der 14 Jahre alte Berkin Elvan nach neun Monaten im Koma im Krankenhaus gestorben ist. Die Polizei hat Berkin mit einem Tränengaskannister in den Kopf geschossen.

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DE | ‪#‎Todinistanbul‬ #BerkinElvan , ein 14 jaehriger Junge, ist heute im Koma gestorben. Er wurde am 16 Juni von einem 850gr. Traenengaskanister am Kopf getroffen. Er war nicht gekommen um zu protestieren, sondern kaufte ein Brot im Laden und war auf dem Weg nach Hause. Seit heute Morgen werden die Menschen, die zum Krankenhaus gekommen sind, um ihr Beileid auszusprechen, wieder von Gaskanistern bombardiert. Die Gassbomben werden teilweise auch ins Krankenhaus geschossen. Ein weiterer Mann wurde bei diesen Attacken am Kopf getroffen und schwer verletzt- er ist derzeit bewusstlos. Lasst alle wissen, was hier los ist! Der Staat laesst morden ohne mit der Wimper zu zucken!
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2004/2014 – Vor 10 Jahren wurde Mehmet Turgut in Rostock von Neonazis ermordet

Mittwoch, Februar 19th, 2014

In diesem Jahr jährt sich der Mord an Mehmet Turgut zum 10. Mal. Das Gedenken am Tatort wird am 25. Februar im dritten Jahr nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrundes mit einer offiziellen Einweihung eines Gedenkortes erstmals auch von Seiten der Stadt Rostock durchgeführt. Die Zahl der Artikel rund um das Datum des 25. nimmt bereits zu. Im Vergleich zu vergangenen Jahren finden deutlich mehr Veranstaltungen statt.

Auch im Peter Weiss Haus wird sich des Themenkomplexes Gedenken in Rostock mit eienr Veranstaltung angenommen, deren Vorankündigung verspricht das Agieren der Stadt, die rassistischen Diskurse um das Erinnern aber auch die Rolle linker- und zivilgesellschaftlicher Akteure kritisch in den Blick zu nehmen:

19 Jahre nach dem Pogrom von Lichtenhagen stand Rostock wieder als Tatort rassistischer Gewalt in den Schlagzeilen. Die Selbstenttarnung des NSU und das Bekanntwerden der Umstände des Mordes an Mehmet Turgut drängten der Stadt sowie der gesamten Gesellschaft eine neuerliche Auseinandersetzung mit Rassismus auf. Seitdem hat sich eine Debatte um die Institutionalisierung eines Gedenkens entsponnen. Diese beinhaltete zunächst Forderungen nach einer Straßenumbennung und Einrichtung eines Gedenkortes, war aber vor allem auch nicht frei von rassistischen Äußerungen und Denkmustern.
Zum 10. Todestag von Mehmet Turgut hat die Stadt Rostock einen offiziellen Gedenkort geschaffen und versucht sich erstmals an einer eigenen Gedenkveranstaltung am Tatort in Toitenwinkel. Am Vorabend des 25. Februars lädt die Initiative „Mord verjährt nicht!“ zu einem Vortrags- und Diskussionsabend ins Peter-Weiss-Haus ein. Im Rahmen der Veranstaltung wird aus Quellenmaterial das Zusammenspiel der Akteure von kritischer Zivilgesellschaft, Medien und Lokalpolitik in der Auseinandersetzung um ein würdiges Gedenken nachgezeichnet. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf dem zögerlichem Agieren der Stadt, den rassistischen Ausfällen in der Debatte aber auch der unzureichenden Interventionen antirassistischer – und antifaschistischer Akteure.

Für eine gelungene Mobilisierung muss eben das Marketing stimmen oder der zu bekämpfende Mob besonders eklig sein.

Montag, Januar 27th, 2014

Wer die Praxis der anderen kritisiert, muss sich auch selbst die Frage stellen, was die eigene pub­lizistische Tätigkeit bewirkt, außer zu beruhigen. Wenn in Schneeberg, gerade mal 20 Kilometer von der Zwickauer Frühlingsstraße entfernt, Nazis und ihre bürgerlichen Gesinnungsgenossen aufmarschieren, wird die eigentliche Selbstverständlichkeit, nämlich die des konsequenten Eingreifens, so schlicht und ergreifend zerredet. Man hat es sich bequem gemacht in der eigenen WG-Küche, und die Lektüre von Texten wie dem von Jan-Georg Gerber (50/13) dient dann wohl als Bestä­tigung dafür, dass das auch in Ordnung sei.

Nachdem wieder einmal so einiges Dumme in der Diskussion zum Antirassismus in der Jungle World geschrieben wurde, kam in der letzten Ausgabe mal ein sehr guter Text von Martin Peters. Dort wird vor allem für eine Beteiligung an den vielen Ebenen der bestehenden antirassistischen Praxis gestritten. Während die auf Promotion und Marketing spezialisierte Antifa-Szene Events organisiert und mit Demo-Inszenierungen geil abliefert, findet die Antirassistische Praxis auf vielen unspektakulären Ebenen statt. Peters schreibt, dass sich der Hauptteil der Antifa-Bewegung den Vorwurf gefallen lassen muss, sich weniger für das Schicksal der Opfer von Rassismus zu interessieren als für die Dummheit der Täter. Das antirassistische Engagement stinkt dagegen oft ab, weil es sich in vielem eben auch um alltägliche Reproduktionsarbeit handelt. Doch es wäre auch falsch Antira nur als stille Unterstützungsarbeit misszuverstehen. Gerade die Auseinandersetzung um die Unterbringung ist für Peters auch Teil der Frage, wie die Stadt aussehen soll, wer an der Stadt partizipiert und wer welches »Recht auf Stadt« zuerkannt bekommt. „Derzeit wird Antirassismus in der Linken mehrheitlich im Kampf gegen Aslygesetze, Bürgermob und Alltagsrassismus praktiziert, vergessen werden dabei oft die ökonomischen, globalen Zusammenhänge.“ Gerade weil die Auseinandersetzung mit Antirassismus komplex ist, entstehen hier, so Peters, aber auch weitaus mehr politische Schnittmengen, als sie sich bei anderen Themen herstellen lassen. „Wollen wir Fluchtursachen bekämpfen, müssen wir die bis heute andauernde Ausbeutung des globalen Südens thematisieren, an der auch Deutschland mitverdient.“
Doch Peters belässt es nicht beim Kritisieren, selbst in dem Fall, dass sich in der deutschen Antifa nichts ändern würde, hat er noch einen Auftrag in den kommenden Wochen und Monaten:

Der kommende Wahlkampf bietet dafür nicht nur eine willkommene Gelegenheit, sondern macht eine solche Praxis zur Notwendigkeit. Es ist absehbar, dass der Europa-Wahlkampf im Mai vor allem rassistisch ausgetragen werden wird, so auch von rechten Parteien. Mit einer Wiederholung von Szenarien, wie wir sie in Greiz, Schneeberg und Wolgast erleben mussten, ist darum zu rechnen. Schon jetzt organisiert die NPD rund 80 Prozent aller Initiativen gegen Asyl. Ohne deren Logistik und das Personal wäre der Mob zwar genauso rassistisch, dafür aber führungslos. Eine effektivere Zusammenarbeit von auf Recherche orientiertem Antifaschismus und der aktivistischen Szene könnte das Organisationspotential der NPD empfindlich schädigen. Denn ein Anti-Asyl-Mob ohne Lautsprecherwagen und Redner ist nun mal ein Mob ohne Lautsprecherwagen und ohne Redner. Damit ließe sich zwar nicht die Asylpolitik der BRD umkrempeln, jedoch läge es im Rahmen der Möglichkeiten dessen, was Antifa-Gruppen zum kommenden Wahlkampf beisteuern können.

Ist die Aufhebung des #Gefahrengebietes ein Sieg? Und wenn Ja, für wen nicht?

Dienstag, Januar 14th, 2014

Die Aufhebung der #Gefahrengebiete folgt einem klaren Kosten/Nutzen-Kalkül

Das Ziel des Innensenators und der in Hamburg durch Ermächtigungsgesetze politisch gewordenen Polizei mit ihren Pressure-Groups in GdP und DpolG war die Inszenierung als „starker Arm des Gesetzes“. Straftätern, so wurde immer wieder erklärt, sollten Grenzen aufgezeigt bekommen. Tatsächlich erreicht wurde mit diesem Vorgehen allerdings etwas anderes. Abend für Abend rückten Massen von schwer bewaffneten und gepanzerten Polizisten aus um die Horden von vermummten Gewalttätern zurück zu schlagen, von denen die Gewerkschaften der Polizei in den Medien verbreitete, sie seien so gefährlich, dass man demnächst von der Schusswaffe Gebrauch machen müsse. Die ausrückenden Truppen trafen aber nicht auf sogenannte vermummte Gewalttäter und die berühmt-berüchtigte neueste Qualität der Gewalt, sondern vor allem auf genervte Anwohner_innen, die nach der Arbeit ihren Einkauf kontrollieren lassen mussten. Weit über 50 000 Menschen leben in dem zur Gefahrenzone deklarierten Gebiet und diese Bürger_innen waren es auf welche die Festnahmeeinheiten beim Kampf gegen die autonome Phantomarmee aus den Horrorgeschichten der Boulevardblätter getroffen sind. Das abendliche Spektakel ist daher nicht wie Scholz und Neumann es nun darstellen eine Erfolgsgeschichte, sondern ein unvermeidlicher Realitycheck, der die Propaganda von der linksextremen Gewalt an der Wirklichkeit blamiert hat.

Die stückweise Rücknahme der Maßnahme war daher nur eine Frage der Zeit. Denn das Gefahrengebiet und die Gefahreninseln waren nicht nur in ihrem Ausmaß bedenklich, sie hatten auch schwerwiegende Implikationen für den Bestand der von der sog. FdGO geschützten Grundrechte der Bürger_innen. Das kann auch einem vom Berufsoldaten zum Innensenator gewordenen SPD Politiker nicht völlig egal sein. Die sprichwörtliche Katze hat sich in den eigenen Schwanz gebissen und sie hat es gemerkt. Hinzu kommt, dass die Gefahrengebiete keines der virulenten Probleme in der Hansestadt gelöst haben. Statt dessen kam es eher zu einer Polarisierung der weiterhin offenen politischen Konflikte, die sicherlich nicht so sehr die Rote Flora aber beispielsweise die Flüchtlingskämpfe und die Vertreibung der Bewohner_innen der Esso-Häuser betreffen.

Hinzu kommt für regierende SPD und die politische Polizei ein Legitimationsverlust bei weit mehr als den durchgängig als Gewalttätern diffamierten Unterstützer_innen der Flora vom 21. Dezember durch den Generalverdacht, der mit dem Gefahrengebiet gegen alle in diesem Areal lebenden Menschen erhoben wurde. Des weiteren haben Innensenator Neumann und die Polizeiführung den Beamten auf der Straße eine enorme Extra-Belastung aufgebürdet, indem sie sie jeden Abend aufs Neue in die Straßen geschickt haben, wo ihnen lautstark Ablehnung entgegen schlug und wo der „Feind“, den sie bekämpfen sollten partout nicht aufgetreten ist. Und nicht zuletzt hat ein Einsatz dieses Ausmaßes auch finanzielle Grenzen und Grenzen in den Kapazitäten, die die Polizei dauerhaft bereitstellen kann. Dass das Bild, welches mit einem solchen martialischen Auftreten erzeugt wird, nicht eines der wieder einkehrenden Sicherheit ist, sondern eines der nachhaltigen Verunsicherung ist, sei hier einmal außen vor gelassen. Die Interviews mit Scholz und Neumann in den Zeitungen der letzten Tage, etwa beim Stern, in der Sueddeutschen und der Taz lassen erkennen, dass sie in dieser Hinsicht ohnehin nicht zur Selbstkritik fähig sind.

Die „roten Sheriffs“ haben sich mit dem letzten Gefahrengebiet also in verschiedener Hinsicht verzockt. Doch das heißt noch nicht, dass mit der Aufhebung der umstrittenen Maßnahme schon viel gewonnen wäre.

Wer trotz alledem nicht gewonnen hat

In den letzten Tagen mehrten sich im vielstimmigen Gezwitscher unter dem Hashtag #Gefahrengebiet Wortmeldungen, die darauf hinwiesen, dass die Repressionen der Polizei die Menschen in unterschiedlichem Ausmaß treffen und dass die Satirepolitik des widerborstigen Spotts auch eine privilegierte Position in der Gesellschaft voraussetzt. Anders bzw. ganz klar auf den Punkt gebracht: Das #Gefahrengebiet bedeutete ein riesige Unsicherheit für illegalisierte Menschen und/oder Menschen deren Lebensumstände von Illegalisierungen geprägt sind. Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus waren im Gefahrengebiet besonders gefährdet. Menschen die regelmäßiger Nutzer_innen von illegalisierten Substanzen sind, hatten im Gefahrengebiet ein ungleich höheres Risiko der Repression zum Opfer zu fallen. Die Liste lässt sich weiter ergänzen. Die Legitimation der Regierung zu untergraben und eine Kritik an politischen Zuständen der Stadt in einem satirischen Symbol zu verdichten ist deshalb nicht falsch gewesen. Nur kommt es nach der Aufhebung des Gefahrengebietes jetzt darauf an, die Energie der Proteste so weit es geht in politische Alltagsarbeit mitzunehmen und die offenen Kämpfe in anderen Formen weiter fort zu setzen. Denn eine sozialverträgliche Lösung für die Bewohner_innen der Esso-Häuser ist nicht gesichert, gegenüber den Lampedusa-Flüchtlingen spekuliert die regierende SPD darauf, dass diese sich über kurz oder lang individuell – und das heißt in dem Zusammenhang ohne die beispielhafte Solidarität und Organisiertheit des Sommer/Herbst 2013 – für ein Aufnahmeverfahren zu den Bedingungen der Innenbehörde entscheiden. Am leichtesten wird es, so scheint es bisher den Erhalt der Roten Flora zu sichern.
Doch wie beim Stuttgarter Bahnhof oder im Istanbuler Gezi-Park geht es ja oft darum, angesichts des Streites um einige Bäume, nicht den Wald von sozialen Fragen zu übersehen, welcher den Grund für das Hochkochen von einem Konflikt wie den um die Demonstration am 21.12.2013 oder jenen um die #Gefahrengebiete des Januar 2014 darstellt.

#Gefahrengebiet Hamburg: Everyday I’m Çapuling!

Donnerstag, Januar 9th, 2014

Seit einem Bericht der Tagesschau, indem eine Gruppe von Polizisten zu sehen ist, die bei ihrer Suche nach angeblichen „Schlagwerkzeugen“ eine Klobürste gefunden hat, gibt es in Hamburg ein neues Symbol für den Kampf der Anwohner_innen gegen das polizeiliche #Gefahrengebiet. Die Hamburger Bewohner_innen der betroffenen Stadtteile reagieren mit Humor und kollektivem Ungehorsam auf die immer absurder anmutenden Ausnahmezustand, den die Polizei gedeckt durch die Politik aufrechterhält. Das bisher größte und zeitlich unbegrenzte #Gefahrengebiet hatte die Polizei eingerichtet, nachdem sie eine Lüge über einen angeblichen Angriff auf die Davidswache an der Reeperbahn lanciert hatte, die von allen relevanten Medien kritiklos geschluckt wurde. Die Lüge wurde mittlerweile in Teilen eingestanden, das #Gefahrengebiet aber bleibt. Auf eine solche zynische Politik gibt es nicht viele Antworten. Das Ausleben der Wut, welche durch die Repression erzeugt wird, würde den Herrschenden aber derzeit in die Hände spielen. Um so erfreulicher ist es, dass die Bewohner_innen Hamburgs mit Humor und friedlichem zivilen Ungehorsam gegen die an Kriegszustände erinnernde Polizeipräsenz aufbegehren. Jeden Abend sind viele Menschen auf den Straßen unterwegs gewesen, seit gestern begleitet den Protest ein neues Symbol: Die Klobürste.

Das erinnert nicht von ungefähr an die Gezi-Park Bewegung und die Proteste vom letzten Sommer in der Türkei. In Istanbul hatten sich zehntausende Menschen gegen die scheinbar unbeirrbare und mit brutaler Polizeigewalt durchgesetzte Politik eines – formal gesehen demokratisch gewählten – Regierungschefs gewährt, welche immer mehr an eine Diktatur zu erinnern schien. Auch in Hamburg ist unter Olaf Scholz von sozialer Demokratie nicht viel zu spüren. Doch wie in Istanbul reagieren die Menschen in Hamburg nicht nur mit Wut auf die Polizeigewalt und den drohenden Polizeistaat, sondern auch mit Humor.
Weil der türkische Kanal von CNN eine Dokumentation über Pinguine sendete, statt über die Proteste am Taksim Platz zu berichten, während CNN International längst live vom Taksim-Platz sendete, erkoren die türkischen Aktivist_innen aus dem Gezi Park die Pinguine zu ihrem Symbol und machten sich damit über die Ignoranz der gleichgeschalteten Medien lustig. Als Erdogan die Protestierenden als „Çapulcu“ – d.h. „Marodeure“ oder „Plünderer“ – beschimpfte nahmen sie diesen Namen stolz als Selbstbezeichnung an und verwendeten ihn in zahlreichen Varianten selbst. Die Klobürste des #Gefahrengebietes Hamburg könnte ebenso ein Symbol dafür sein, wie sich in einem Bild verdichtet die ganze Absurdität der ignoranten Haltung von formal gesehen demokratisch-legitimierten Regierenden ausdrückt.

Nach der zu Ungunsten der linken Aktivist_innen laufenden Diskussion über brutale Gewalt gegen Polizisten am 21.12.2013 ist aber die schwindende Legitimität der Regierungspolitik im #Gefahrengebiet das politische Kapital mit dem Solidarität aufgebaut und ein Kampf um ein „Recht auf Stadt“ in Zukunft auf einem veränderten Terrain geführt werden kann. Her yer #Gefahrengebiet, her yer direniş! Keep on Çapuling!

Mehr zu Gezi Park und der Taksim Commune.

Satire zu #Gefahrengebiet

Dienstag, Januar 7th, 2014

One doesn’t simply walk into the Gefahrengebiet

Möglicherweise gerade weil, die sogenannten seriösen Medien lange unkritisch Polizeipressemitteilungen wiedergekäut haben reagiert das Netz auf seine ureigene Weise mit Spott und Hohn auf die Ereignisse im #Gefahrengebiet Hamburg.

Auf der Seite Urbanshit.de gibt es zahlreiche Karten Mashsups die das Gefahrengebiet aufs Korn nehmen.

Auch bei Twitter finden sich unter dem Hastag #Gefahrengebiet nicht nur Berichte aus der Dangerzone, sondern auch bissige und zynische Kommentare zum Ausnahmezustand in Hamburg.



Und auch drüben beim Kombinat-Fortschritt haben sie eine Satire gebastelt um einigen offen gebliebenen Fragen nachzugehen: #Gefahrengebiet, meine Perle du supersichere Stadt.

Glenn Greenwalds Keynote on 30c3 Congress in Hamburg

Samstag, Dezember 28th, 2013

Politsches Handeln und Wissenschaftliches Wissen

Samstag, Dezember 28th, 2013

[I]ch [messe] der Praxis einen eigenen epistemologischen Wert bei[…], der auf die Theorie rückwirkt. Manche Dinge können erst in der Praxis denkbar gemacht werden. Emanzipatorische Wissensproduktion ist vor allem ein kollektiver Prozess, der aus der Verbindung von Aktivismus und Wissenschaft entspringt.

Angela Davis – »Emanzipation wird erst in der Praxis denkbar« in Jungle World #51 2013

Berliner Refugee-Protest-Camp – zwischen Räumung und Widerstand

Mittwoch, November 27th, 2013

Gabriella Coleman – Anonymous in Context: The Politics and Power behind the Mask

Montag, Oktober 7th, 2013

Since 2010, digital direct action, including leaks, hacking and mass protest, has become a regular feature of political life on the Internet. The source, strengths and weakness of this activity are considered in this paper through an in-depth analysis of Anonymous, the protest ensemble that has been adept at magnifying issues, boosting existing — usually oppositional — movements and converting amorphous discontent into a tangible form. This paper, the third in the Internet Governance Paper Series, examines the intersecting elements that contribute to Anonymous’ contemporary geopolitical power: its ability to land media attention, its bold and recognizable aesthetics, its participatory openness, the misinformation that surrounds it and, in particular, its unpredictability.

Zum PDF/Download geht es hier entlang. (via De:Bug)

Antirassistische Demonstration in Rostock

Samstag, September 28th, 2013


Call for a antiracist demonstration the 19th of october 2013 in Rostock // 14 pm // Saarplatz

Appel à manifester au niveau national, le 19 0ctobre 2013, à 14h00, à Rostock. Point de départ : Saarplatz.


فراخوان تظاهرات در سراسر آلمان 19 اکتبر ساعت

Medinetz in NNN

Mittwoch, September 25th, 2013

Die NNN hat einen Artikel zur Rostocker Initiative Medinetz, welche anonym und kostenlos medizinische Versorgung für Menschen mit ungewissem Aufenthaltsstatus organisiert. Daumen hoch!

Organisierte Multitude?

Freitag, August 2nd, 2013

Multitude bezeichnet die Perspektive des Betrachtenden, nicht die des Teilnehmenden. Wenn du Teil der Multitude bist, fühlst du dich nicht so unbestimmt, wie der Begriff es suggeriert. Jede Multitude enthält viele Ministrukturen, Gruppen und Identitäten, Gemeinsamkeiten, Widersprüche und Unstimmigkeiten. Gerade aufgrund dieser Vielfältigkeit haben die neuen Protestbewegungen etwas sehr Wichtiges erreicht: Sie haben unglaubliche soziale Fähigkeiten entfesselt, und das ist extrem wichtig in einer Gesellschaft, in der wir alle als individualisierte Konsumenten erzogen werden.


Saskia Sassen, »Die Proteste machen den Fehler im System sichtbar«

Theater: “Revolution für Bewegungsfreiheit”

Mittwoch, Juli 24th, 2013

Not your average Cafe Median-Abend. Thumps up!

Am 24.07.2013 um 20.30 Uhr könnt ihr euch im Cafe Median ein Theaterstück mit Riadh Ben Ammar ansehen.

Am 14. Januar 2011 fand in Tunesien eine Revolution statt. Danach haben viele junge Menschen das Land verlassen. Tausende sind als Geflüchtete in Lampedusa gelandet. Damals sagte der deutsche Innenminister de Maizière, die Menschen müssten erkennen, dass sie nach Tunesien gehören würden. Sie sollten dort bleiben und ihr Land aufbauen. Angela Merkel äußerte sich ähnlich. Sie stellte es als eine Selbstverständlichkeit dar, dass „nicht alle Menschen, die in Tunesien jetzt nicht sein wollen, nach Europa kommen [können]“. Das Theaterstück versteht sich als eine Antwort auf solche Aussagen wie die von Merkel und de Maizière.

GEGEN WEN ODER WAS RICHTET(E) SICH DIE REVOLUTION? Das Theaterstück „Revolution für Bewegungsfreiheit“ thematisiert eine Vielzahl der Wege der Freiheitssuche, die mit der Revolution eine neue Qualität bekommen haben. Neben dem Kampf gegen die Diktatur war die Revolution auch ein KAMPF GEGEN DAS WELTWEITE MIGRATIONSREGIME.

Europäische Tourist*innen in Tunis? Frontex? Abschiebung? Religiöser Fundamentalismus? Welche Zusammenhänge gibt es? Wie hängen die Probleme der Tunesier*innen mit der weltweiten Migrationskontrolle zusammen? WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE MENSCHEN IN TUNESIEN? Das Stück erzählt von der Atmosphäre in Tunesien vor der Revolution, während der Revolution und nach der Revolution.

Dimensionen der Differenz

Montag, Juli 22nd, 2013

Da ja Montag ist, und das Wochenende hinter uns liegt (wir alle hoffentlich ausgeruht sind), und die Schweinereien in Sachen NSA heute vermutlich noch nicht so hochkochen, weil Angela im Urlaub ist und in Berlin heut das In-die-Zange-nehmen des Thomas de Maiziere begonnen werden soll – nun zu etwas völlig anderem. Auf der Seite von analyse & kritik gibt es ein sehr spannendes Interview mit unterschiedlichen Aktivist_innen aus der Antira-Bewegung in Deutschland. Gestritten wird um die Critical Whiteness in Theorie und Praxis. Gut ist der Text, weil er immer wieder bei allen bestehenden Uneinigkeiten versucht die lähmungen in der Praxis zu überwinden in die die Frage gestellt wird, wie aufgezwungene Positionierungen überwunden werden können und ob und wie sie als Anlass für Erkenntnisse wichtig sind.