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Auch in diesem Jahr wird es im Rostocker Stadteil Toitenwinkel wieder eine Gedenkkundgebung für Mehmet Turgut und alle Opfer rassistischer Gewalt geben. Am 25. Februar 2004 hatten die Neonazis der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund im Neudierkower Weg Mehmet Turgut mit mehreren Schüssen hingerichtet.

25.02.2013// 15:30 Uhr// Neudierkower Weg// Rostock-Toitenwinkel
Ende des Monats will Innenminister Lorenz Caffier dem Landtag von MV ein Dossier vorstellen indem Auskunft über die Kenntnisse über die Taten des Natonalsozialistischen Untergrundes hier vor Ort im Bundesland gegeben werden soll. Am 2. Februar findet um 18 Uhr im Peter-Weiss-Haus in Rostock eine Podiumsveranstaltung statt, die sich diesem Thema ebenfalls annehmen wird und dabei hoffentlich auch die bislang sehr unbefriedigende Information der Öffentlichkeit durch die zuständigen Stellen zum Thema hat:
Am 25. Februar 2004 wurde Mehmet Turgut in Rostock von Mitgliedern des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erschossen. Er war das fünfte von zehn Opfern einer neonazistischen Mordserie, deren Ausmaße auch über ein Jahr nach Bekanntwerden nicht vollends abzusehen sind. Das betrifft nicht nur den Tatumfang wie die Mittäter- und Mitwisserschaft durch weitere Unterstützer aus der neonazistischen Szene, sondern auch die Verschleierung dieser Taten durch deutsche Behörden. Die unzureichende Veröffentlichung bisheriger Ermittlungsergebnisse – auch über das Unterstützungsnetzwerk – lassen die Zweifel an einem vollständigen Aufklärungswillen der Behörden wachsen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass es in Mecklenburg Vorpommern keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss (UA) geben wird, der das Versagen der Ermittlungsbehörden prüft. Während die Stadt Rostock noch über die Form des Gedenkens diskutiert, wartet die Öffentlichkeit auf eine lückenlose Aufklärung dieser Verbrechen.
Wie kann eine würdevolle Erinnerung aussehen?
Welchen Beitrag hätte ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Mecklenburg-Vorpommern zur Aufklärung leisten können?
Wie kann die Aufarbeitung behördlichen Versagens ohne einen UA aussehen?
Verantwortung übernehmen. Erinnerung wach halten.
Darüber diskutieren auf dem Podium u.a.
Hikmat Al-Sabty – Die Linke / MdL MV / Mitglied des Migrantenrats
Johannes Saalfeld – Bündnis 90/Die Grünen / MdL MV
Thorsten Sohn – Bunt statt Braun
Steffen Trostorff – Die Linke/Thüringen
Wolfgang Wielandt Bündnis 90/Die Grünen / MdB
(Termin via)
Auf Nachfrage des ehemaligen Ausländerbeauftragten und Lichtenhagen-Zeitzeugen Wolfgang Richter zu rassistischen Ermittlungsansätzen der zuständigen Behörden antwortete Flenker, dass Rassismus ihm fern läge, schließlich sei sein Nachbar ein türkischer Gemüsehändler und deshalb könne er die Angehörigen verstehen. Auf die Nachfrage aus dem Publikum was denn geschähe, wenn der Verfassungsschutz abgeschafft würde antwortete Flenker, dass der Gesellschaft ein Frühwarnsystem verloren gehen würde – Frühwarn(!)system muss in den Ohren der Angehörigen und Freunde der 10 Mordopfer wie Hohn klingen. Aber was zählt in dieser Gesellschaft und dieser Behörde das Empfinden der Angehörigen?
Einen weiteren Tiefpunkt erreichte er, als er die Fehler des VS mit den Worten relativierte, dem Finanzamt würden bei der Steuererklärung eben auch Fehler passieren.
Bei Spielwiese geht eine schaurige Welle vermeintlich ironisch-selbstkritischer Beiträge durch das Blog, die das Auseinanderfallen von Theorie und Praxis zum Thema haben, allerdings selbst auch wieder die richtige Synthese verpassen. Aus diesem Grunde muss hier noch einmal auf der richtigen Vermittlung bestanden werden. Diese kann selbstverständnlich nicht nur theoretisch behauptet werden, sondern muss auch praktisch sein. Von dem nun folgenden Vorschlag amüsiert sein, heißt mit dem vorangehenden Befund einverstanden sein!
Mittwoch, 19.9. // 17 Uhr // Doberanerplatz // Rostock
Am 29. Januar 2012 erhängte sich Mohammad Rahsepar aus Angst vor der Abschiebung im Flüchtlingslager in Würzburg. Daraufhin traten am 19. März acht Flüchtlinge aus dem selben Lager für ihr Recht auf Asyl und für bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland in den Hungerstreik. Die Stadt Würzburg versuchte immer wieder durch verschiedenste Auflagen, den Protest der Flüchtlinge zu erschweren und mit erhöhtem Druck die Residenzpflicht (zwingt
Asylsuchende, einen bestimmten Bereich/Landkreis nicht zu verlassen) bei mehreren Protestierenden durch zu setzen.
In der Zwischenzeit haben Flüchtlinge in weiteren neun Städten Protestcamps errichtet und sich untereinander vernetzt. Mit dem Protestmarsch der Flüchtlinge, der am 8.9. in Würzburg startete, tragen die Streikenden ihre Forderungen gemeinsam nach Berlin. Sie laufen dabei verschiedene Lager und Orte von migrationspolitischer Bedeutung ab. ’19.09.2012 Solidaritätskundgebung für die streikenden Flüchtlinge’ weiterlesen
Peter Weiss Haus, Doberaner Straße 21, Donnerstag, 20. September 2012 – 20:00
Die rassistischen Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 waren nun für eine Zeit im starken Fokus von Medien und engagierter Zivilgesellschaft.
Zahlreiche Podiumsdiskussionen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen später möchten wir an diesem Abend die gesamten Aktivitäten einmal Revue passieren lassen.
Dabei wollen wir den Fragen nachgehen, ob in Rostock endlich eine neue Qualität erreicht worden ist, was den Umgang mit Lichtenhagen, aber auch mit Rassismus im Allgemeinen angeht. Wird es in Rostock nun bald einen Ort des Gedenkens an dieses Pogrom geben? Gibt es jetzt ernst gemeinte Überlegungen, die Erstaufnahme von Flüchtlingen wieder in einen größere Stadt zu verlegen? Werden antirassistische Demonstrationen, wie am 25.8.2012, als geeignete Formen der demokratischen Auseinandersetzung anerkannt und unterstützt?
Wir hoffen an diesem Abend auf spannende und kontroverse Diskussionen.
Antirassistische Initiative Rostock [A.I.R.]

Bereits im letzten Jahr hatte das mittlerweile inaktive Foto-Blog Kurfuerstendamned ein wenig Quellenarbeit betrieben und alte Zeitungsartikel und Bilder zum Pogrom in Rostock Lichtenhagen zusammengetragen. Auf diese Arbeit soll im Folgenden noch einmal verwiesen werden.
Link zu den Augustbeiträge bei Kurfuerstendamned

Der Song des Tages aus der Schublade “Die Hits der 70er, 80er, 90er und das Beste von Heute”:

Am 3. August 2012 18:00 Uhr startet die Lichtenhagen-Filmnacht im Peter-Weiss-Haus.
- 18:00 Uhr – Film „The truth lies in Rostock“
- 19:30 Uhr – Podimusdiskussion moderiert von Michael Schmidt
- 20:30 Uhr – Film „Wer Gewalt sät… Von Biedermännern und Brandstiftern“
- 21:30 Uhr – offene Diskussionsrunden in Kleingruppen, wer mag auch im Freigarten
- abschließend – Beiträge aktueller Videoprojekte (u.a. vom Institut für Neue Medien)
Für die Moderation konnte Michael Schmidt gewonnen werden, der seit vielen Jahren Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk und bestens mit der Thematik vertraut ist. Im Flur des Peter-Weiss-Hauses ist die Ausstellung „10 Jahre Rostock Lichtenhagen“ von 2002 zu sehen.
In der vergangenen Woche besuchte die NPD im Rahmen einer Propaganda-Tour auch Rostock. Empfangen wurden die Nazis von einem lauten und breiten Protest. Dennoch verkündete die “Flaggschiff-Mannschaft” auf dem NPD-Propagandaportal MUPinfo erfreut und einstimmig, daß in Rostock bislang die erfolgreichste Kundgebung abgehalten worden wäre. Da wundert sich der Laie und da staunt die Fachfrau. War die NPD doch erst kurz zuvor zu einem angemeldeten Infotisch garnicht erst angetreten, weil sie die auf sie wartenden Proteste fürchtete. Aber Klappern gehört nun mal zum Geschäft und da nimmt man dann auch ein unzweifelhaft unfreundliches Publikum doch als Publikum – woher sollten sie auch ein anderes nehmen. Wie die Dinge wirklich abliefen kann man dank des Medienkollektivs Manfred im folgenden Film noch einmal Revue passieren lassen:
Erstmals seit recht langer Zeit zeigte sich auch der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit in der Öffentlichkeit. Im Zuge der Ermittlungen zur rechten Mörderbande NSU war der aus Neustrelitz stammenden NPD Mannes wegen möglicher Verbindungen des Trios in den Fokus der untersuchenden Beamten gelangt.




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