Archiv für die 'support your local schmerz' Kategorie

Wie der Superheld in die Antifa kam

Superhelden vor brennenden Kulissen waren ein beliebtes antifaschistisches Plakatmotiv, Parolen wie »Nazis wegrocken« reduzierten eigene Inhalte auf ein Minimum – nicht selten wurde auf einen langatmigen Aufruf einfach von vornherein verzichtet. Der Erfolg war bescheiden – und sehr langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass man Neonaziaufmärsche gegen den Willen der Polizei »militärisch« nicht verhindern kann. Die militante Option, die man so gerne von den Autonomen der 1980er adaptieren wollte, war real nicht vorhanden.

Maike Zimmermann in ak zum Thema: Über rote Fäden in der antifaschistischen Bewegung und die Frage nach dem richtigen Konzept

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ – Markus 10,25


Bibelsprüche für Führungskräfte für 4,99.

Lesen sie bitte auch “Machtspielchen im Büro” und “Spielend Wissen festigen: effektiv und nachhaltig”.

Angebot im Januar: Besuchen sie Mörkenholm, Davidswerder und Lerchenoog

Das Hamburgische Wattenmeer mit seinen #Gefahreninseln besticht durch die Faszination ungestörter Natur, die die Menschen anzieht: Spaziergänge durch die Salzwiesen, ein Bad im Meer, “Watt??” – Wanderungen, Ausflüge zu den Sparkassen und Bänkern und Vogelbeobachtungen während der brutalen Saison oder an den Rastplätzen unzähliger brutaler Vögel im Zentrum der Gefahreninseln gehören zu den besonderen Attraktionen.

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer wurde am 09.01.2014 ausgewiesen, um die besonderen Naturschönheiten und den natürlichen Prozessen unter dem Motto “Natur Natur sein lassen” freien Lauf zu sichern.

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist kommen die Toten auf die Erde

The crisis of our lives

Nahezu jede Woche bin ich wieder über den Wahnsinn im kapitalistischen Alltag erstaunt. Jede Woche wird Reklame für Supermärkte in die Briefkästen der ganzen Straße verteilt. Meist landen die Umsonstzeitungen und Werbeprospekte ungelesen im Papiermüll vor dem Haus. Die Nachbarn leeren den Briefkasten und tragen das Zeug direkt in den Müll. Was mich immer wieder schockiert ist, wie ineffizient das zu sein scheint. Der Gebrauchswert Produktinformation steht zumindest nicht im Zentrum dieses Vorganges. Aber natürlich ist auch dies ein Geschäft und in dem Moment wo ein_e Minijobber_in die Reklame in den Briefkasten eingeworfen hat, sind die wichtigen Geschäfte schon gemacht. Die Werbefirma hat verdient, die Druckerei hat verdient, selbst die Austeiler_innen haben ihren Minianteil verdient. Egal, ob die Werbung überhaupt vom Kunden gelesen wird, das Geschäft ist gemacht.
Etwas ähnliches meine ich zu erkennen, wenn ich mir die britischen oder noch schlimmer, die amerikanischen Studiengebührensysteme anschaue. Massen werden in kürzester Zeit durch ökonomisierte Studiengänge durchgeschleust, die sie selbst bezahlen müssen. Ob ein solches Studieren nachhaltig oder dem Studienfach angemessen ist spielt keine Rolle. Dass man sich obwohl man möglicherweise nur oberflächlich lernt, dabei auch noch für sein restliches Leben lang verschuldet ist nicht der Punkt. Denn die Studierenden sind nach dem großen Blasenplatzen seit 2007 von der Finanzindustrie vor allem als Abnehmer von Studienkrediten interessant. Es geht nicht darum, dass jemand etwas lernt und damit einen guten Job bekommt und gesellschaftlich aufsteigt sich verwirklicht oder ähnliches. Die Erstsemester sind wie die Reklame, die ungelesen weggeworfen wird, nur ein Mittel um ein ganz anderes Geschäft abzuschließen.


Und sie sagten mir: Wenn ich brav bin,
dann werd ich dasselbe wie sie.
Doch ich dachte: Wenn ich ihr Schaf bin,
dann werd ich ein Metzger nie.

Bert Brecht: Das Lied vom Klassenfeind

Henry Fonda – Heute ist der Abgrund von Morgen

Henry Fonda kommen aus Berlin und machen Powerviolence. Alles schon fix aufn Punkt gespielt. 30 Sekunden reichen manchmal auch einfach. Daumen hoch!

ANCST

Bock auf Black Metal ohne Bullshit, auf ordentliches Geschreie zu Zygmunt Baumanns Theorie der Moderne als Prozess des Ordnungschaffens und somit des kontinuierlichen Müllproduzierens und Verwerfens?

Auf die Straße setzen und Bier trinken und das Leben an uns vorbeiziehen lassen: Das wäre ein Ideal

Ich finde es nicht erstrebenswert, ein Start-Up in die Realität zu setzen. Als ich 25 Jahre alt war, habe ich mit meinem Leben besseres anzufangen gewusst, als mich für ein Unternehmen zu engagieren. Damals habe ich von Tag zu Tag gelebt und mir das Recht herausgenommen, keine Pläne zu haben. Der große Vorteil meiner Generation war, dass man keine Pläne haben musste und dass man nicht Erfolg haben musste. Und heute ist das Standard: Jeder muss irgendetwas unternehmen, die Qualität von einem Leben ermisst sich daran, was man schafft und hervor bringt. Es ist aber nicht notwendigerweise die Pflicht eines Menschen, etwas zu schaffen. Das Leben kann auch daraus bestehen, dass man sich täglich besäuft und bekifft und Nietzsche liest.</blockquote

>-Bernhard Heinzlmaier

Wieder mal Finale

Abteilung schlechte Unendlichkeit: Heute Morgen ( :P ) endet mal wieder Germanys next Top Model. Leider endet es damit wieder mal vermutlich nicht. Die Hannoversche Allgemeine hat dazu einige angemessene Sätze zusammengetragen:

Stellen wir uns kurz vor, es gäbe eine Fernsehshow, die Jungs erklärt, wie Männer zu sein haben. Vorne steht zum Beispiel Ralf Moeller und schreit: „Breitbeinig! Geh’ breitbeinig!“, und die jungen Kandidaten gehen so breitbeinig, als wären sie eben auf einer texanischen Ranch vom Pferd gestiegen. Hinten brennt Feuer, vom halben Schwein am Spieß tropft Fett in die Glut. Es wird gekämpft, gefochten, geschmiedet, geboxt, gebaggert, geschossen und mit nackter Brust mit der Spitzhacke posiert. Es werden Kühe gefangen und Sprüche geklopft, Whiskey getrunken und Panzer gefahren. „Mehr Klimmzüge!“, ruft Moeller. „Die Frauen wollen das so!“ Am Ende jeder Folge wird der Bizeps vermessen, und wer den dicksten hat, bekommt von Ralf Moeller ein Lasso und darf in die nächste Runde.

Der Link kommt aus der Ecke des Fleischervorstadt-Blogs. Vielen Dank dafür!

Gegen den Winter

Immer gegen den Winter an. Reden und Bloggen übers Wetter, naja. Aber mal ehrlich, es reicht langsam oder?

Antideutsche – vs. Antinationale Kritik?

Im Rahmen der Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball hat die Um’s Ganze Gruppe Antifa Wien eine Diskussionsveranstaltung abgehalten in der Stephan Grigat (der der immer alles auf den Iran bezieht) und ein Vertreter von TOP Berlin über die Unterschiede antideutscher und antinationaler Kritik diskutieren. Ich bin mir nicht sicher, ob die These von einer liberalen Normalform des Nationalismus und verschiedenen Abweichungen nicht arg mitteleuropäisch ist. Davon aber abgesehen, diskutiert hier einer der letzten nicht völlig bescheuert-gewordenen(-Sorry, beim Durchhören richtete sich ein ganzer Wald von Facepalms auf, also: einer der letzten Autoren) Autoren der verbliebenen Antideutschen mit einem Vertreter der TOP, die seit 2007 eine programmatische Wendung zurück zur Politik vollzogen hat. Vieles ist dabei immernoch kritisierenswert, spannend ist aber dass sie einen Weg beschritten haben, der nicht mehr nur aus dem Verfassen langer und kompliziert klingender Pamphlete besteht, sondern gleichzeitig versucht gemeinsames politisches Handeln zu praktizieren. Auch an UG und TOP Berlin könnte man sicher einiges kritisieren, aber immerhin zeigen sie, dass niemand im Elfenbeinturm versauern muss. Eine andere Besserwisserei ist möglich!

Klicken kann man hier

Entscheidende Incentives

Abteilung Feldforschung. De:Bug hat ein Video, dort spricht Tim Renner vor Managern der Nord-LB (bei denen im Gebäude liegt auch das Büro der Tatort Kommissaren Furtwängler/Lindholm) über die Fehler der Content-Mafia und Arbeitspsychologie. Spannend wie man banale Dinge mit Sprache aufhübscht. Inhaltlich geht es um Mittel und Wege die die Kulturindustrie heutzutage einschlagen muss um effizient das altbekannte Rad von Manipulation, von rückwirkender Bedürfniserzeugung und gegenwärtiger -Erfüllung am Laufen zu halten.

P.S.: Erinnert euch Tim Renner auch an Supershirts Henry Witt? Ich wette letzterer könnte den Renner sehr schön parodieren.

Merry Crisis!

(via Flickr robinsoncaruso)

Das Einfache, das schwer zu machen ist.

Da hatte ich mir doch gerade 1 1/2 Stunden von der Aufzeichnung einer Debattte mit Sookee und Maxim (KIZ) stehlen lassen und sinnierte so über die Privilegien, die es dem einen ermöglichen sehr leichte Perspektiven aufzumachen und sehr entspannt rüber zu kommen und über die Aporien immer diffierenzierterer Identitätspolitiken als Basis eines politischen Kampfes auf der anderen Seite.

Die Sonne scheint, es ist kalt und klar als ich über die Straßen Richtung Bäckerei schlendere. Im Laden verfolgen die beiden Verkäuferinnen gespannt die Erzählungen eines Arbeiters der Stadtwerke, der sich zur Mittagspause eine Bockwurst mit Brötchen und Senf holt. Der Mann berichtet gerade von schweren Operationen am Kopf als ich im Regal das Vollkornbrot entdecke, dass ich kaufen will. Meine Anwesenheit unterbricht die Szene, resümierend kommt der Kollege von den Stadtwerken auf ein Rezept zur Stressvermeidung zu sprechen, dass ihm nun schon seit einigen Wochen hilft. Er schreibt von einer Seite, die er mit Google im Internet gefunden hat drei mal in der Woche mehrfach ein Gebet an die heilige Mutter Gottes ab. “Is Quatsch eigentlich, weiß ich ja. Aber es hilft! Mein Kollege genauso…” Die Verkäuferinnen sind gebannt, ob der Wendung des Gesprächs und scheinen zwischen Skepsis und Interesse hin und her gerissen. In meinem Hirn schrillen zu diesem Zeitpunkt alle Glocken und das zufriedene Grinsen überdeckt all die Zitate die gerade durch den Kopf rauschen. Marx, Freud, Religion als Opium des Volkes, Religion als Massenneurose, Mythologie des Alltagslebens, das ganze Programm.

Was die Verkäuferinnen bei aller Ungläubigkeit ob der Methode des Abschreibens und mit aller angedeuteten eigenen Religiösität interessiert ist: Es hilft gegen Stress. Und ironischerweise war die eineinhalbstündige Diskussion über sexistische Geschlechterkonstruktionen im Alltag über weite Strecken eine über: Stress.

Uns trennen Welten irgendwie. Also dass das so ist, ist offensichtlich, aber naja. Vielleicht sollten wir alle gemeinsam mal Politik machen!?

Funniest Occupy-Story so far

Was tun, wenn man sich nach Feierabend so abschießt, dass man nicht mal mehr ins Hotel zurück gelassen wird? Ab zurück zu den “Extremisten” mit denen man den ganzen Tag zu tun hat, die werden schon was wissen:


Police firearms officer was discovered fast asleep in a tent with an activist for a bed fellow after a drunken night out.
According to a source, upon being woken by his colleagues, bleary-eyed PC Withers ‘had the shock of his life when he realised he had joined up with the crusties sleeping under the stars’.
The 35-year-old marksman was allegedly so drunk that he was thrown out of the Savoy Hotel in central London last week.

:D