Archiv für die 'support your local schmerz' Kategorie

Gegen den Winter

Immer gegen den Winter an. Reden und Bloggen übers Wetter, naja. Aber mal ehrlich, es reicht langsam oder?

Antideutsche – vs. Antinationale Kritik?

Im Rahmen der Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball hat die Um’s Ganze Gruppe Antifa Wien eine Diskussionsveranstaltung abgehalten in der Stephan Grigat (der der immer alles auf den Iran bezieht) und ein Vertreter von TOP Berlin über die Unterschiede antideutscher und antinationaler Kritik diskutieren. Ich bin mir nicht sicher, ob die These von einer liberalen Normalform des Nationalismus und verschiedenen Abweichungen nicht arg mitteleuropäisch ist. Davon aber abgesehen, diskutiert hier einer der letzten nicht völlig bescheuert-gewordenen(-Sorry, beim Durchhören richtete sich ein ganzer Wald von Facepalms auf, also: einer der letzten Autoren) Autoren der verbliebenen Antideutschen mit einem Vertreter der TOP, die seit 2007 eine programmatische Wendung zurück zur Politik vollzogen hat. Vieles ist dabei immernoch kritisierenswert, spannend ist aber dass sie einen Weg beschritten haben, der nicht mehr nur aus dem Verfassen langer und kompliziert klingender Pamphlete besteht, sondern gleichzeitig versucht gemeinsames politisches Handeln zu praktizieren. Auch an UG und TOP Berlin könnte man sicher einiges kritisieren, aber immerhin zeigen sie, dass niemand im Elfenbeinturm versauern muss. Eine andere Besserwisserei ist möglich!

Klicken kann man hier

Entscheidende Incentives

Abteilung Feldforschung. De:Bug hat ein Video, dort spricht Tim Renner vor Managern der Nord-LB (bei denen im Gebäude liegt auch das Büro der Tatort Kommissaren Furtwängler/Lindholm) über die Fehler der Content-Mafia und Arbeitspsychologie. Spannend wie man banale Dinge mit Sprache aufhübscht. Inhaltlich geht es um Mittel und Wege die die Kulturindustrie heutzutage einschlagen muss um effizient das altbekannte Rad von Manipulation, von rückwirkender Bedürfniserzeugung und gegenwärtiger -Erfüllung am Laufen zu halten.

P.S.: Erinnert euch Tim Renner auch an Supershirts Henry Witt? Ich wette letzterer könnte den Renner sehr schön parodieren.

Merry Crisis!

(via Flickr robinsoncaruso)

Das Einfache, das schwer zu machen ist.

Da hatte ich mir doch gerade 1 1/2 Stunden von der Aufzeichnung einer Debattte mit Sookee und Maxim (KIZ) stehlen lassen und sinnierte so über die Privilegien, die es dem einen ermöglichen sehr leichte Perspektiven aufzumachen und sehr entspannt rüber zu kommen und über die Aporien immer diffierenzierterer Identitätspolitiken als Basis eines politischen Kampfes auf der anderen Seite.

Die Sonne scheint, es ist kalt und klar als ich über die Straßen Richtung Bäckerei schlendere. Im Laden verfolgen die beiden Verkäuferinnen gespannt die Erzählungen eines Arbeiters der Stadtwerke, der sich zur Mittagspause eine Bockwurst mit Brötchen und Senf holt. Der Mann berichtet gerade von schweren Operationen am Kopf als ich im Regal das Vollkornbrot entdecke, dass ich kaufen will. Meine Anwesenheit unterbricht die Szene, resümierend kommt der Kollege von den Stadtwerken auf ein Rezept zur Stressvermeidung zu sprechen, dass ihm nun schon seit einigen Wochen hilft. Er schreibt von einer Seite, die er mit Google im Internet gefunden hat drei mal in der Woche mehrfach ein Gebet an die heilige Mutter Gottes ab. “Is Quatsch eigentlich, weiß ich ja. Aber es hilft! Mein Kollege genauso…” Die Verkäuferinnen sind gebannt, ob der Wendung des Gesprächs und scheinen zwischen Skepsis und Interesse hin und her gerissen. In meinem Hirn schrillen zu diesem Zeitpunkt alle Glocken und das zufriedene Grinsen überdeckt all die Zitate die gerade durch den Kopf rauschen. Marx, Freud, Religion als Opium des Volkes, Religion als Massenneurose, Mythologie des Alltagslebens, das ganze Programm.

Was die Verkäuferinnen bei aller Ungläubigkeit ob der Methode des Abschreibens und mit aller angedeuteten eigenen Religiösität interessiert ist: Es hilft gegen Stress. Und ironischerweise war die eineinhalbstündige Diskussion über sexistische Geschlechterkonstruktionen im Alltag über weite Strecken eine über: Stress.

Uns trennen Welten irgendwie. Also dass das so ist, ist offensichtlich, aber naja. Vielleicht sollten wir alle gemeinsam mal Politik machen!?

Funniest Occupy-Story so far

Was tun, wenn man sich nach Feierabend so abschießt, dass man nicht mal mehr ins Hotel zurück gelassen wird? Ab zurück zu den “Extremisten” mit denen man den ganzen Tag zu tun hat, die werden schon was wissen:


Police firearms officer was discovered fast asleep in a tent with an activist for a bed fellow after a drunken night out.
According to a source, upon being woken by his colleagues, bleary-eyed PC Withers ‘had the shock of his life when he realised he had joined up with the crusties sleeping under the stars’.
The 35-year-old marksman was allegedly so drunk that he was thrown out of the Savoy Hotel in central London last week.

:D

Drygalla Diaries, (wahrscheinlich) letzte Folge

Weil der Oberextremismus-Onkel Eckhard Jesse sich sehr verspätet auch noch zur Causa der Rostocker Ruderin äußern musste, macht Volker Weiss in der Jungle World noch einmal einen ganz gefälligen Abwasch zu ihren prominenteren Unterstützern. Das sollte es in der Sache dann aber wohl wirklich gewesen sein.

Lebenswelten junger Menschen im Norden Ostdeutschlands #6

Das Fleischervorstadt-Blog begibt sich mal wieder in die Feldforschung und beforscht dieses Mal den Greifswalder Biernotruf.

“Damit die Kondition nich im Kellär geht, lauf ich jetz nochma im letzen Stock…”

Hammer!

Das große Force Attack 2012 Nachtreten

Das Force Attack Festival 2012 war ja internetmäßig ein Wahnsinn. Ein Shitstorm jagte den nächsten. Viele derer die es tatsächlich bis nach Stavenhagen geschafft haben beschwören, dass es gerade ob des chaotischen Charakters eines der besten Festivals gewesen ist. Wiederum im Internet tritt nun der ehemalige Punkrockkönig vom Behnkenhäger Land verbal nach, und das in seiner bekannten differenzierenden und die Formen von Anstand und Sitte wahrenden Art. – Popcooorn!

Force Attack 2012 in Stavenhagen #update#

Freunde des zünftigen Shitsstorms, Trolle und Prokastinateurinnen aller Länder! Wo geht heut im mecklenburgischen Interwebs die Party ab? Richtig! Thema des Tages ist das Force Attack und die Frage ob es tatsächlich über die Bühne gehen wird. Aufgebaut ist es; erklärt, dass es stattfinden soll wurde es. Der Bürgermeister von Stavenhagen sagt allerdings, dass der Veranstalter 10 000 Tacken Strafe zahlen soll, wenn er das durchzieht. Soweit zu den Ausgangsbedingungen. Das wahre Elend findet sich aber auf der offiziellen FB Seite zum Festival. Dort wird geschimpft, bessergewusst und nachgerechnet, dass es kracht. Sogar eine Gruppe zur Organisierung einer Sammelklage gibt es. Wahnsinn!

Lieber Punkrock, eine Frage noch…

Von der offiziellen FB Seite heißt es jetzt:

Good News!!!
Die privaten Soli-Party “Rettet das Force Attack!” ist nun auch dank eurer Unterstützung behördlich genehmigt. Die Polizei lässt euch am Bahnhof Stavenhagen wieder aussteigen und ihr könnt auch problemlos anreisen.
Es gibt eine offiziellen Zeltplatz von einem Bauern 800 m entfernt, der kostet 5€.
Die ersten Bands sind schon da und feiern hier.

Jede Dummheit braucht einen Mutigen der sie öffentlich vertritt

Sympathischster Youtube-Kommentar bislang: “[...] scheinbar hast du wieder vergessen, deine Medikamente zu nehmen. Sagt dein Pfleger da nichts?”

lonely hearts club #3

Planes Mistaken For Stars – Say Not A Word

Lonely Hearts Club #2

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt

Sie bemerkt, dass ich sie anschaue, und wirft dem Typ in Button-Down Hemd und Jeans einen kalten Blick zu. Durch ihr Septum ist ein baumelnder Ochsenring gepierct. Sie hat ganz schön etwas in dieses Outfit investiert, und ich frage mich, was das bedeutet. So, wie bestimmte Stile, die man in den Sechzigern mit den Hippies verband – lange Haare, Haschpfeifen, zerrissene T-Shirts – Anfang der 80er in einem Gutteil der amerikanischen Kleinstädte zu einer Art Uniform gelegentlich arbeitender Jugendlicher geworden waren, so ist bei ihren Pendents in den Großstädten heute der Stil der Punkbewegung aus den 80er Jahren – pinkfarbene Haare, Tätowierungen, Piercings – tonangebend. … knowing that we’re stuck in here… and there’s something happening somewhere. Knowing we know we gotta get out of here. It’s true what they say… death is more perfect than life… that’s why we already died. Man braucht sich nur die Leute anzusehen, die einem die Möbel transportieren, den Kaffee zubereiten, die Päckchen zustellen. Tattoo und Nasenring ordnen sie jenseits der lediglich trendigen Opposition ein in einen dauerhaften Kult des Schmerzes und der Langeweile. What could have been? We don’t wanna know. Tonight we’ll get our kicks. Tonight we’re all letting go! ‘Cause we’re all dead ramones! Ich kann mir vorstellen, dass sie nach einem Weg sucht, ihren Zorn zu meistern, ihre Angst. Sie will, dass wir wissen, dass sie sich selber wie ein Freak vorkommt, und ihr Look hält den Rest von uns dazu an, es ehrlich zuzugeben. Making come true our modest impossible dreams. Wir sind alle Monster und die meisten von uns Masochisten. Ich hingegen bin meinen Schmerz und meine Selbstverstümmelung viel ehrlicher angegangen als ihr, die ihr sie nach innen tragt, verdeckt von dieser Freizeituniform. I’m just another face in this desperate youth parade. Meine Abnormalität ist meine Gesundheit, eure körperliche Unversehrtheit eure Krankheit. Mit offenen Augen zu leben, bedeutet, kultureller Anthropologe und Amateurenthusiast für Oberflächen zu sein. Reading graffitti on every bathroom wall on truck stop fast food hell. Kleidung ist ein Zeichen, aber was sie bedeutet, kann vollkommen bedeutungslos sein oder hoffnungslos überdeterminiert. Save me from ordinary. Save me from myself. Unsere Aufmerksamkeit muss uns an dem Schleier des Alltags vorbeimanövrieren und mit Komödien, Tragödien und Geschichtsschreibungen aufdecken, dass das so scheinbar glatte und zufriedene Oberflächenbild gesprungen und ausgestrichen ist.