Wow! Nach Keshek, Cosmarxpolitan und Sexts From Marxists ein weiterer Tumblr der definitiv unter “Teilweise Wahnsinn” fällt: The Lisa Frankfurtschool
Agamben Relektüre gefällig?

Ein weiterer toller blogsport.eu Blog
Wow! Nach Keshek, Cosmarxpolitan und Sexts From Marxists ein weiterer Tumblr der definitiv unter “Teilweise Wahnsinn” fällt: The Lisa Frankfurtschool
Agamben Relektüre gefällig?

Ich grenze mich aber auch von Leuten wie Slavoj Žižek ab, für die alles, was nicht den großen, gewaltvollen Bruch markiert, nur die Modernisierung des Kapitalismus bedeutet. Diesen Paternalismus linker Meistertheoretiker, in dem alle minoritären Brüche und neuen Erkenntnisse nur die Modernisierung des Kapitalismus bedeuteten, finde ich unproduktiv.
Vielen Dank an Kommentator_in “ay” für einen Hinweis auf einen Vortrag von Jacques Rancière zu Staatsrassismus und Universalismus, dessen übersetztes Transskript in der ak555 veröffentlicht wurde.
P.S.: Wer Rancière’s Schriften kennt, weiß ‘Jacques Rancière zu Staatsrassismus und Universalismus’ weiterlesen
Im Rahmen der Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball hat die Um’s Ganze Gruppe Antifa Wien eine Diskussionsveranstaltung abgehalten in der Stephan Grigat (der der immer alles auf den Iran bezieht) und ein Vertreter von TOP Berlin über die Unterschiede antideutscher und antinationaler Kritik diskutieren. Ich bin mir nicht sicher, ob die These von einer liberalen Normalform des Nationalismus und verschiedenen Abweichungen nicht arg mitteleuropäisch ist. Davon aber abgesehen, diskutiert hier einer der letzten nicht völlig bescheuert-gewordenen(-Sorry, beim Durchhören richtete sich ein ganzer Wald von Facepalms auf, also: einer der letzten Autoren) Autoren der verbliebenen Antideutschen mit einem Vertreter der TOP, die seit 2007 eine programmatische Wendung zurück zur Politik vollzogen hat. Vieles ist dabei immernoch kritisierenswert, spannend ist aber dass sie einen Weg beschritten haben, der nicht mehr nur aus dem Verfassen langer und kompliziert klingender Pamphlete besteht, sondern gleichzeitig versucht gemeinsames politisches Handeln zu praktizieren. Auch an UG und TOP Berlin könnte man sicher einiges kritisieren, aber immerhin zeigen sie, dass niemand im Elfenbeinturm versauern muss. Eine andere Besserwisserei ist möglich!
Klicken kann man hier
Sehr gern sähe ich eine Form intellektueller Praxis verwirklicht, die nicht diktiert, die nicht eifert, sondern demütig genug ist, um zu erkennen, dass neue politische Ideen aus neuen Formen radikaler politischer Praxis erwachsen und dass wir häufig und bestenfalls Interpretatoren sind, die idealerweise in einer Geschenkbeziehung zu jemandem stehen, mit dem wir die Sehnsucht nach einer besseren Welt teilen.
David Graeber: Frei von Herrschaft – Fragmente einer anarchistischen Anthropologie
Hannah Wettig geht im Dossier der aktuellen Jungle World der Rolle der Frauen und der Bedeutung feministischer Kämpfe für den arabischen Frühling nach. Der Beitrag stellt verschiedene aktuelle Initiativen und Gruppen vor. Beispielsweise die Aktivistinnen und Aktivisten, die versuchen den Tahrir-Platz zu einem sichereren Ort für Frauen zu machen. Tahrir Bodyguard und andere Gruppen waren in letzter Zeit schon im Fokus der breiteren öffentlichen Rezeption westlicher Medien geraten (zum Bsp. Im Guardian und auch bei Spiegel Online). Wettigs Beitrag stellt aber auch Ansätze vor, die Geschichte der Aufstände aus weiblicher Perspektive selbst zu erzählen. Diese Initiativen sind vor allem deshalb spannend, weil eine der geläufigsten Deutungen für den Ausbruch der Aufstände sich auf die Vielzahl gut ausgebildeter junger Männer ohne Aufstiegsperspektive konzentrieren. Wettigs Beitrag korrigiert diesen Blick. ‘Feminismus im arabischen Frühling’ weiterlesen
Action-Kurzfilm mit Detective Foucault(!) und Bentham-Raster(!) in einem High-Tech-Überwachungsphantasie New York.
(via)
Eine Diskussion mit Herfried Münkler, Heinz Bude und Michael Hartmann zum Thema Protest, Mitte und Maßlosigkeit. Aus dem Ende des Jahres 2010. International ging es erst 2011 richtig ab. Aber die Konflikte um den Castor und S21 stellten in Deutschland auch schon das Momentum dar, welches sich in der Kette der Ereignisse im darauf folgenden Jahr fortsetzte. – Jetzt, 2 Jahre später steht es vorsichtig gesagt nicht mehr sehr gut um Stuttgart 21.
Teile 2-4 auf Youtube.
Monbiot resümiert die wirtschaftliche Bilanz des Neoliberalismus vor dem Hintergrund seiner eigenen Versprechen. Uuund: Überraschung!! Die Zerschlagung von Gewerkschaften, Begünstigung von Steuerflucht, Abschaffung von Marktregeln, Befeuerung der Spekulation auf allen Ebenen, Kürzungen von Sozialausgaben – kurzum Klassenkampf von oben führt doch nicht dazu dass alle reicher werden, sondern nur diejenigen die ohnehin schon reich sind.
Konstantin Sakkas zum heutigen Filmstart im DRadio über Hannah Arendt und ihr Eichmann-Buch.
Was ich von dem Essay halte, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. “[E]s sei besser, Böses zu erleiden, als Böses zu tun” ist schon mal kein originär Arendtianischer Gedanke, hier folgt sie nur wie sie es sagen würde “der überkommenen griechischen Tradition”. Naja. In der Kürze ist der Beitrag aber ja eh nur Fast-Food fürs Gehirn.
P.S.: Notiz zum Buch
Frau Bunz hat dem eigenen Bekunden nach im Sommer u.a. die Vita Activa gelesen. Das ist dem Buch “Die stille Revolution” auch anzumerken und das ist nebenbei einer der interessanten, weil weiter bedenkenswerten Punkte des Buches, weil Arendt ja nicht unbedingt die erste Wahl ist, wenn es darum geht, das Verhältnis von Netz und Politik zu theoretisieren. Immerhin dachte Arendt ja in ihrem Ideal des politischen Handelns an eine unmittelbare Erscheinung der politisch Handelnden voreinander, Bunz wiederum schreibt schwerpunktmäßig über die Digitalisierung, also über eine Vermittlung. Dass Arendts Theorie des politischen Handelns auf die aktuellen Bedingungen übertragen werden kann, soll hier in keiner Weise bestritten werden, im Gegenteil. Nur, wie die Übertragung der Stoßrichtung des arendtschen Verständnisses des politischen Handelns auf die Netzwerkgesellschaft konkreter ausbuchstabiert werden müsste, dass ist eine (der) Frage(n) die am Ende von “Die Stille Revolution” als ein interessantes Folgeproblem stehen bleibt. Aber interessante Fragen zu produzieren, das ist ja nicht das schlechteste was man über die Lektüre eines Buches sagen kann.
Da hatte ich mir doch gerade 1 1/2 Stunden von der Aufzeichnung einer Debattte mit Sookee und Maxim (KIZ) stehlen lassen und sinnierte so über die Privilegien, die es dem einen ermöglichen sehr leichte Perspektiven aufzumachen und sehr entspannt rüber zu kommen und über die Aporien immer diffierenzierterer Identitätspolitiken als Basis eines politischen Kampfes auf der anderen Seite.
Die Sonne scheint, es ist kalt und klar als ich über die Straßen Richtung Bäckerei schlendere. Im Laden verfolgen die beiden Verkäuferinnen gespannt die Erzählungen eines Arbeiters der Stadtwerke, der sich zur Mittagspause eine Bockwurst mit Brötchen und Senf holt. Der Mann berichtet gerade von schweren Operationen am Kopf als ich im Regal das Vollkornbrot entdecke, dass ich kaufen will. Meine Anwesenheit unterbricht die Szene, resümierend kommt der Kollege von den Stadtwerken auf ein Rezept zur Stressvermeidung zu sprechen, dass ihm nun schon seit einigen Wochen hilft. Er schreibt von einer Seite, die er mit Google im Internet gefunden hat drei mal in der Woche mehrfach ein Gebet an die heilige Mutter Gottes ab. “Is Quatsch eigentlich, weiß ich ja. Aber es hilft! Mein Kollege genauso…” Die Verkäuferinnen sind gebannt, ob der Wendung des Gesprächs und scheinen zwischen Skepsis und Interesse hin und her gerissen. In meinem Hirn schrillen zu diesem Zeitpunkt alle Glocken und das zufriedene Grinsen überdeckt all die Zitate die gerade durch den Kopf rauschen. Marx, Freud, Religion als Opium des Volkes, Religion als Massenneurose, Mythologie des Alltagslebens, das ganze Programm.
Was die Verkäuferinnen bei aller Ungläubigkeit ob der Methode des Abschreibens und mit aller angedeuteten eigenen Religiösität interessiert ist: Es hilft gegen Stress. Und ironischerweise war die eineinhalbstündige Diskussion über sexistische Geschlechterkonstruktionen im Alltag über weite Strecken eine über: Stress.
Uns trennen Welten irgendwie. Also dass das so ist, ist offensichtlich, aber naja. Vielleicht sollten wir alle gemeinsam mal Politik machen!?
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