Posts Tagged ‘Angriffe’

Ruhig Brauner! Den Ausnahmezustand des #Gefahrengebietes verstehen

Mittwoch, Januar 15th, 2014

Wenn Polizei und Militärs anfangen philosophisch zu werden, wird mir immer Angst und Bange. Einschlägige Beispiele stellen ja Donald Rumsfelds Unbekanntes Unwissen oder die Deleuze-Rezeption der israelischen Armee im Häuserkampf in Gaza dar.

Der Stein und das Nichts

Beim Debattenmagazin The European wird ein aktueller Fall, nämlich das Hamburger #Gefahrengebiet und die dortigen „Angriffe aus dem Nichts“ behandelt:

Gegen „Angriffe aus dem Nichts“ sollen verschiedene Vollstreckungsbeamte künftig geschützt werden. Vermutlich ist das nur eine unbedachte Formulierung, denn zum einen hat bisher noch kein einziger Straftatbestand irgendjemanden vor einer Tat geschützt, zum anderen sind Angriffe aus dem „Nichts“ sicherlich nicht wörtlich zu verstehen. Kein Angreifer kann sich im Nichts befinden. Das Strafgesetzbuch ist ja kein existenzialistisches Philosophiebuch, das sich mit dem Nichts auseinandersetzt.

A propos Philosophie, zu einer Demonstration am Samstag in Hamburg ruft übrigens das nach Henri Lefèbvres Konzept benannte Netzwerk „Recht auf Stadt“ gegen die Carl Schmitt-Fans im SPD-geführten Hamburger Senat auf. Den Aufruftext gibt es hier. Gegen die Enteignung der Philosophie durch die Herrschaft lässt sich allein andenken, eine andere Form des Wissens kann aber auch in der kollektiven Praxis erfahren werden.In diesem Sinne!

Das Gesetz zum Schutz der Bürger

Sonntag, Dezember 29th, 2013

Und wieder Staatsbürgerkunde, diesmal aus Spanien. Im Video ist zu sehen wie sich Polizeikräfte ordnungsgemäß gegen “Beleidigungen, Nötigungen, Belästigungen und Bedrohungen” zur Wehr setzen, wie gewaltbereite Störer ihre politischen Ziele mit Gewalt durchsetzen wollen und wie dies zum Schutz der Bürger natürlich unterbunden werden muss. Diese erreicht ja, wie man so hört auch in Deutschland eine Dimension, die einen Schusswaffengebrauch situationsbedingt wahrscheinlich machen könnte.

#occupygezi

Dienstag, Juni 11th, 2013

Die polizeiliche Intervention im öffentlichen Raum besteht nicht zuerst darin, die Demonstranten (polizeilich) aufzurufen [interpeller], sondern Demonstrationen aufzulösen. Die Polizei ist nicht das Gesetz, das das Individuum aufruft (das „He, Sie da!“ von Althusser), es sei denn, man würde es mit religiöser Unterwerfung verwechseln. Sie ist zuerst Erinnerung an die Evidenz dessen was es gibt, oder dessen, was es nicht gibt: „Weiterfahren! Es gibt hier nichts zu sehen.“ Die Polizei sagt, dass es auf einer Fahrbahn nichts zu sehen gibt, dass es nichts zu tun gibt, als dort weiter zu fahren. Sie sagt, dass der Raum der Verkehrsbewegung nur der Raum der Verkehrsbewegung ist. Politik besteht darin, diesen Verkehrsraum in den Raum der Demonstration eines Subjekts umzuwandeln: Volk, Arbeiter, Bürger. Sie besteht darin den Raum umzugestalten, dasjenige, was es dort zu tun, zu sehen, zu benennen gibt. – Jacques Rancière

In Istanbul geht es heute wieder krass ab. Die Polizei hat den Taksim-Platz geräumt und den Gezi Park angegriffen. Es wird wieder massiv auf Kopfhöhe mit Tränengaskanistern geschossen, viele Menschen wurden verletzt. Über 70 Protestierende Anwälte wurden brutal aus einem Gerichtsgebäude rausgeprügelt und wegverhaftet. Die Kleidungsstücke der Anwälte war zerrissen, die Polizisten hatten ihre Identifikationsnummern zuvor abgeklebt um unerkannt wüten zu können. Die Fussballfans von Besiktas rufen zu um 19 Uhr alle Menschen in den Gezipark.

Regelmäßige Infos auf Deutsch gibt es hier: Gezipark Ticker

NDR Panorama über Wolgast

Mittwoch, November 14th, 2012

Was kommt nach morgen?

Hoyerswerda 2012: „Wo wart ihr 91?“

Dienstag, September 25th, 2012

Fantastische Welten

Sonntag, Juli 22nd, 2012

Als ich neulich eines morgens in der Doberaner Straße am Eckladen vorbei gegangen bin, in dem sich früher einmal der Naziladen ECC, dann Dickkoepp befunden hat, ertappte ich mich bei einem Klischee. In dem Geschäftsräumen befindet sich heute ein Laden in dem vor allem Fantasy-Spiele und -Romane verkauft werden. Sowohl der Verkäufer als auch die Jugendlichen die bereits zur morgendlichen Öffnung des Ladens vor der Tür warteten passten sehr gut in gerne bemühte und medial weiterverbreitete Vorstellungen von Außenseitern, die ganz in ihre exotischen Hobbies vertieft sind und zur sogenannten normalen Welt (-was auch immer das sein soll) auf Abstand bleiben. Nach ein paar weiteren Schritten die Straße entlang viel mir allerdings auf wie sehr meine eigene Wahrnehmung von klischierten Vorstellungen überformt ist. Die andere Seite ist, dass ich in meiner eigenen Schulzeit nicht besonders viel für sogenannte normale Leute übrig hatte (-wie auch immer die Kundinnen und Kunden des Ladens nun dazu stehen mögen). – Letztendlich, so habe ich mir dann gedacht, ist es außerdem eine sehr schöne Ironie dass an diesem Ort heute an Laden ist, dessen Waren sich schon dem Namen nach in irgendwelche Phantastischen Sphären abheben. Phantasie, die Möglichkeit Neues zu denken, anders zu denken – all dies zu bekämpfen ist ja gerade das ganze politische Programm unter den alten Ladeninhabern gewesen. Gut dass sie weg sind! Gut das heute dort die Gedanken aus der sogenannten echten Welt der normalen Leute entfliehen können!


„Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schaffende Lust!“ – Michail Alexandrowitsch Bakunin

25. August 2012 Bundesweite Demonstration

Montag, Juli 9th, 2012

Seit Montag: Welle der Gewalt im Wahlkampf der NPD

Mittwoch, Juli 20th, 2011

Nachdem am Montag drei stadtbekannte Neonazis im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel versucht haben, eine Gruppe von antifaschistischen Jugendlichen anzugreifen, rollt nun eine Welle der Gewalt durchs Bundesland. Die NPD führt ihren schon das ganzen Jahr gewalttätig geführten Wahlkampf (Siehe hier, hier, und hier) auf eine neue Ebene.

Die Kampagne „Wake Up – Stand Up“ ruft deshalb in einer Pressemitteilung zur Solidarität mit den Betroffenen auf. Die zahlreichen Angriffe auf Büros demokratischer Parteien beweisen in dramatischer Deutlichkeit, dass es sich nicht um eine Auseinandersetzung unter extremistischen Jugendlichen handelt, sondern um den Kampf der Neonazis gegen alle, die nicht in ihr Weltbild passen. Entsprechend kann es nun nicht darum gehen, Betroffene dieser Gewalt zu diffamieren, sondern dem rechten Denken und den daraus folgenden Taten entschlossen den politischen Kampf anzusagen. (mehr …)