Posts Tagged ‘Arbeit’

Care Debatte in der Jungle World

Dienstag, März 25th, 2014

Gefällt mir ganz gut, der Beitrag von um’s Ganze in der aktuellen Jungle World zur Care Debatte:

Das von Judith Butler angestoßene »Queer-Theorem« hat – zumindest in Deutschland – fast alle bisherigen Debatten auf den Müllhaufen der Geschichte verfrachtet. Zwar ist der dekonstruktivistischen Intervention von Butler und anderen Theoretiker_innen in die Frauen- und Geschlechterforschung die radikale Kritik an Zweigeschlechtlichkeit, Heteronormativität und dem Objektivitätsanspruch der (Natur-)Wissenschaft, vor allem in Gestalt von Biologie und Medizin, zu verdanken. Es war wohl eine der wichtigsten Einsichten der Gender Studies, dass Frau­enbewegung und Geschlechterforschung durch ihren Fokus auf Geschlecht diese Kategorie selbst hervorhoben, anstatt auf dessen Überwindung hinzuarbeiten. Allerdings hat die Konzentration der Gender Studies auf die Diskursivität und Performanz von Geschlechtlichkeit umgekehrt oft konkrete Analysen der materiellen Bedingungen von Normen und Ungleichheiten übersprungen. Die Frage, wie Geschlechtlichkeit als soziales Verhältnis entsteht und warum es beständig (wieder-)hergestellt wird, wurde aus dem Blick verloren – und so ihre Strukturierung in und durch kapitalistische Verhältnisse und nationale Interessen ignoriert.

In der ak gab es dazu allerdings schon mehr zu lesen.

One Big Union

Freitag, August 2nd, 2013

Er war ganz bestürzt, als er herausfand – dass die meisten Männer ihre Arbeit hassten. Es war sonderbar, ja furchterregend, dass man hier ganz allgemein so dachte aber man kam nicht um die Tatsache herum – sie hassten ihre Arbeit. Sie hassten die Bosse, und sie hassten die Fabrikanten; sie hassten den ganzen Betrieb, die ganze Gegend, sogar die ganze Stadt – mit einem allumfassenden, bitteren glühenden Hass. Selbst Frauen und Kinder fluchten mit: So ein Dreck, so ein verdammter Mist – es war alles Scheiße!

– Upton Sinclair: Der Dschungel

Adorno über Freizeit

Mittwoch, April 25th, 2012

Schöner Stil wie immer, aber heute überholt. Die Trennung von Freizeit und (fremdbestimmter) Arbeitszeit ist heute zunehmend kassiert. Nur nicht so wie Adorno sich die Aufhebung der Trennung gewünscht hätte, sondern im genau gegenteiligen Sinne. Kann man das mal aus Spaß an der Freude hören und sich staunend wundern, in was für einer Welt man in den 1960ern noch leben konnte.