A new day another morning after, leaning back on my chair in a greasy spoon cafeteria
Last night was some beer laryness done our way but again we’re back in the light of day
Chatting shit, sitting at the wall table telling jokes playing with the salt, lookin’ out the window
Girl brings 2 plates of full English over with plenty of scrambled eggs and plenty of fried tomato
Bevor es losgeht und ich aufbreche to go, where boldly no html has ever been send to, noch einen kleinen Lesetip. Owen Hatherley gab es ja hier schon mal im Blog. In der TAZ erklärt er, warum die britische Regierung auf Konfrontationskurs mit Merkozy gegangen ist und warum der Finanzsektor der City of London trotz allem bei weitem nicht der wichtigste Posten in der britischen Wirtschaft ist, wie also die Vorantreiber neoliberaler Schweinereien einmal mehr die sog. große Politik für sich einspannen konnten.
Wie das Programm von seinem Buch Militant Modernism vermuten lässt, legt er dabei besonderen Wert auf die Schwächen und Unsinnigkeiten, die entstehen wo es kapitalistische – statt sozialistischer Planwirtschaft gibt.
Die London School of Economics und der linksliberale Guardian haben begonnen erste Teile einer umfangreichen Untersuchung der UK Riots zu veröffentlichen. Aus den Interviews mit 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Ausschreitungen geht hervor, dass diese neben der Armut vor allem auf den Hass auf eine Polizei zurückzuführen ist, die immer wieder auf der rechtlichen Grundlage der Anti-Terror-Gesetze Stop and Search Kontrollen vornimmt. Davon sind überdurchschnittlich oft Menschen mit dunklerer Hautfarbe betroffen. Insgesamt wurde ausgesagt, dass die Polizei mit ihrem sehr respektlosen Umgang mit allen Menschen in den ärmeren Vierteln einen Hass auf sich gezogen hat, der sich letztendlich in den Riots entlud.
Im Blog Zehnzeilentief wurde vor einiger Zeit die Frage nach der Faszination für Plattenbau-Fotografie trotz des offenkundigen Scheiterns der Ideen hinter den Sozialbauten aufgeworfen:
“Die Plattenbauweise ist nach der Wende zu einem Symbol für soziale Desintegration geworden, für Uniformierung und Hartz IV-Valium. Für Familiendramen und Filme über Ostdeutsche (es gibt da Überschneidungen) sind sie die liebsten Kulissen. Wir abgeklärten Altbaubewohner finden die Platte mittlerweile wieder ziemlich cool, bloß wohnen wollen wir da nicht. Wir fotografieren sie lieber.”
Das Beispiel der Siedlung Thamesmead nahe London zeigt aber, dass dies nicht allein oder nicht nur auf ostdeutsche oder osteuropäische bzw. post-sozialistische Platte zutrifft. Die modernistischen Hochäuser waren bereits in den 1970er Jahren Kulisse für Stanley Kubricks Verfilmung von A Clockwork Orange und schon damals wenige Jahre nach dem Bau der Wohnsiedlung wirkte die Idee, die sie realisieren sollten monströs und gescheitert. Und aus diesem Grund war sie immer wieder Kulisse.
Owen Hatherley schreibt in Militant Modernism unter anderem über Thamesmead. In seinem Buch sagt er an einer Stelle:
“If Modernity, or Modernism, is our Antiquity, then its ruins have become every bit as fascinating, poignant and morbid as those of the Greeks or Romans were to the 18th century.”
Plattenbauten fasziniert demzufolge also, weil sie Zeugnisse ablegen für die radikalen Versuche des Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie ein anderes, neues und besseres Leben für die Menschen zu schaffen. Nach dem Ende der goldenen Ära der Sozialdemokratie im Westen und dem Zusammenbruch des Ostblocks triumphierte weltweit der Neoliberalismus. Dieser bekommt ja nun seit einiger Zeit immer mehr Risse und befindet sich auch ökonomisch in einer Dauerkrise. Wer weiß was wir demnächst fotografieren werden?
Auf dem Blog des englischen Verlages Verso findet man die ganze Zeit schon direkte Versuche die Riots im UK zu kontextualisieren, zu diskutieren und zu theoretisieren. Nun hat Tamar Shlaim einen Beitrag veröffentlicht in dem die Frage nach dem Sound des Aufstands gefragt wird. Während es in den 1980er Jahren Punk gewesen ist, so ist es heute Grime.
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