Posts Tagged ‘Castor’

Rüdiger Reedwisch (Chef der Bundespolizeigewerkschaft): „Wer sich ordnungsgemäß verhält, kriegt kein Pfefferspray ab.“

Montag, November 28th, 2011

Wo auch immer demokratische Staaten anno 2011 ihre Macht gegen delinquente Demonstranten einsetzten, mit Wasser gebundenes Reizgas war fester Bestandteil der Szenerie.

Das Internet ist euer Feind!

Montag, November 28th, 2011

Sich in die Offline-Welt zu verkriechen funktioniert nur noch einige Jahre lang.

– alte chinesische Weisheit

Die TAZ hat einen interessanten Bericht über die technische Unterstützung des Protestes im Wendland. Oftmals werden die Piraten gescholten, sie hätten ein technokratisches und daher unpolitisches Verständnis von Politik. Die Aussage „Protest ist überflüssig, ohne die Öffentlichkeit, die ihn wahrnimmt“ zielt allerdings in Bezug auf das Politische auf etwas sehr wesentliches: Nicht die Stunden, um die die Einlagerung des Mülls in Gorleben verzögert werden, sind das Wichtige am Castor-Protest, sondern der politische Druck auf die Regierung, der entsteht, wenn der Öffentlichkeit die De-Legitimierung des Herrschaftshandelns – von exzessiver Polizeigewalt bis zu de facto Endlagerung ohne Gesetzesgrundlage – vorgeführt wird.

How to: In den tiefen Wäldern des Wendlandes Pipi machen

Mittwoch, November 23rd, 2011

Die fünfte Jahreszeit rückt immer näher. Der NDR berichtet anlässlich der unmittelbar bevorstehenden Castor-Festspiele, dass die Polizei in diesem Jahr besonderen Wert darauf legt, nicht noch einmal von den Rückzugsrouten zu den stillen Örtchen abgeschnitten zu werden. Im letzten Jahren hatten die Einsatzkräfte durch intelligente Blockaden der protestierenden Bauern einige Versorgungsenpässe bei der Unterstützung der ohnehin schon Überstunden schiebenden Kollegen. Unter anderem fehlte es an Dixie-Klos, um mal in Ruhe einem anderen Geschäft als dem Prügeln und Wegtragen nachzugehen. Laut NDR sollen Polizistinnen daraufhin von johlenden Demonstranten mit Handykameras gefilmt worden sein, während sie in den tiefen Wäldern des Wendlandes Pipi machten. Damit das alles anders wird, gibt es dieses Jahr verschiedene mobile Problemlösungen.

Na dann:

Castor-Transport in Vorpommern: Teile und Herrsche

Samstag, Februar 12th, 2011

„Damit kann die Polizei auch in Zukunft ungestraft Gerichte manipulieren und das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit unterlaufen. In einem solchen Fall gibt es offenbar keinen wirksamen Rechtsschutz für die Bürger.“

Ein Artikel bei Telepolis berichtet über die Polizei-Strategie, den Protest gegen den Castortransport zu schwächen, indem die ansässige Bevölkerung mit Horrorszenarien gefüttert wird. Beim Protest im Wendland (und auch während der Proteste in Stuttgart im Sommer) im vergangenen Herbst hatte sich das Zusammenarbeiten mit der Presse als gutes Mittel erwiesen, bei der Polizei, zumindest nachträglich, für eine gewisse Besonnenheit bei den einschlägigen Beamten sorgen zu lassen.
Mit der Schmutzkampagne setzt die Einsatzleitung in Vorpommern offenbar darauf, frühzeitig abzusichern, dass man in der nächsten Woche auch mal fester zupacken kann.

:)

Donnerstag, Dezember 16th, 2010

„Die Gewerkschaft der Protestierenden (GdP) Mecklenburg-Vorpommern appelliert an alle Polizeibeamt_innen, die sowohl am 11. Dezember, als auch an den darauf folgenden Tagen in Greifswald, Lubmin und Umgebung für den geplanten Castor-Transport im Einsatz sind, dieses gewaltfrei zu tun und sich insbesondere dem Grundgesetz nicht zu widersetzen.
„Für meine Mitdemonstrantinnen und Demonstranten gehören Castor-Transporte zu den schwierigsten Demonstrationen überhaupt. Wir wollen auf der einen Seite das Demonstrationsrecht uneingeschränkt wahrnehmen und auf der anderen Seite aber auch nicht körperlich verletzt werden…“

Castor 2010 in Vorpommern

Dienstag, November 23rd, 2010

Im Wendland hat der diesjährige Castor-Transport die größten Proteste seit langer Zeit hervorgerufen und die Polizei zu einer so immensen Matrialschlacht herausgefordert, dass die Vertreter von Regierungsparteien und Polizeigewerkschaften in den folgenden Tagen den Untergang der Demokratie herbeireden wollten. Nun bekommt Mecklenburg Vorpommern im Dezember auch noch seine Castor-Festspiele und in Greifswald gibt es da schon seit längerem Protestvorbereitungen. Eine besonders lustige Episode kann man bei daburna nachlesen:

Feuerwehr räumt Zwischenlager im Baum

Beitrag zum Castor-Protest im Wendland

Montag, November 8th, 2010

Beim Fleischervorstadt-blog aus Greifswald gibt es einen Gastbeitrag zu den Protesten am Wochenende im Wendland auf den hier hingewiesen werden soll:

Von einen und von anderen Seiten oder wie ein Castor aus der Nähe wirkt

„[…]Nachdem ich am vergangenen Samstag zum ersten Mal selbst das Wendland und den Protest dort auf der Auftakt-Kundgebung erlebt habe, erzürnt mich heute so manche Aussage und Stellungnahme öffentlicher Bedenkenträger oder selbstverliebter Zeitungsartikelkommentaroren umso mehr. Und es erschreckt mich die kognitive Dissonanz, mit der zum Teil (zehn)tausenden von Menschen, die ihrem Willen und Sehnen Ausdruck verleihen, der Stempel der Gewaltbereitschaft, der Verharmlosung von Straftaten oder der Ignoranz demokratischer Entscheidungen aufgedrückt wird.

Nachdem ich gestern erlebt habe, wie bunt, gesellschaftlich heterogen und um jeden Preis friedlich die Demonstrant_Innen aufgetreten sind, habe ich mich heut so manches Mal verwundert gefragt, ob dieselbe Demo und dieselben Menschen gemeint sind, wenn Polizeisprecher_Innen von einer neuen Eskalationsstufe der Gewaltbereitschaft und von angreifenden Aktivist_Innen sprechen.[…]“