Posts Tagged ‘David Graeber’

+1

Freitag, März 1st, 2013

Sehr gern sähe ich eine Form intellektueller Praxis verwirklicht, die nicht diktiert, die nicht eifert, sondern demütig genug ist, um zu erkennen, dass neue politische Ideen aus neuen Formen radikaler politischer Praxis erwachsen und dass wir häufig und bestenfalls Interpretatoren sind, die idealerweise in einer Geschenkbeziehung zu jemandem stehen, mit dem wir die Sehnsucht nach einer besseren Welt teilen.

David Graeber: Frei von Herrschaft – Fragmente einer anarchistischen Anthropologie

Occupy in der Assange-Show

Freitag, Juni 22nd, 2012

Julian Assange macht derzeit wieder Schlagzeilen, weil er sich der Auslieferung nach Schweden durch eine Flucht in die ecquadorianische Botschaft entzogen hat. In seiner Show „The World Tomorrow“, die hier auch schon mal kurz vorgestellt wurde hatte er aber nicht nur Durchgeknallte wie den Hizbollah-Boss Nassrallah sondern auch interessante Gesprächspartner zum Beispiel Aktivistinnen und Aktivisten der Occupy-Bewegung:

Occupation Nation

Donnerstag, Juni 14th, 2012

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt

Mittwoch, Juni 13th, 2012

Sie bemerkt, dass ich sie anschaue, und wirft dem Typ in Button-Down Hemd und Jeans einen kalten Blick zu. Durch ihr Septum ist ein baumelnder Ochsenring gepierct. Sie hat ganz schön etwas in dieses Outfit investiert, und ich frage mich, was das bedeutet. So, wie bestimmte Stile, die man in den Sechzigern mit den Hippies verband – lange Haare, Haschpfeifen, zerrissene T-Shirts – Anfang der 80er in einem Gutteil der amerikanischen Kleinstädte zu einer Art Uniform gelegentlich arbeitender Jugendlicher geworden waren, so ist bei ihren Pendents in den Großstädten heute der Stil der Punkbewegung aus den 80er Jahren – pinkfarbene Haare, Tätowierungen, Piercings – tonangebend. … knowing that we’re stuck in here… and there’s something happening somewhere. Knowing we know we gotta get out of here. It’s true what they say… death is more perfect than life… that’s why we already died. Man braucht sich nur die Leute anzusehen, die einem die Möbel transportieren, den Kaffee zubereiten, die Päckchen zustellen. Tattoo und Nasenring ordnen sie jenseits der lediglich trendigen Opposition ein in einen dauerhaften Kult des Schmerzes und der Langeweile. What could have been? We don’t wanna know. Tonight we’ll get our kicks. Tonight we’re all letting go! ‚Cause we’re all dead ramones! Ich kann mir vorstellen, dass sie nach einem Weg sucht, ihren Zorn zu meistern, ihre Angst. Sie will, dass wir wissen, dass sie sich selber wie ein Freak vorkommt, und ihr Look hält den Rest von uns dazu an, es ehrlich zuzugeben. Making come true our modest impossible dreams. Wir sind alle Monster und die meisten von uns Masochisten. Ich hingegen bin meinen Schmerz und meine Selbstverstümmelung viel ehrlicher angegangen als ihr, die ihr sie nach innen tragt, verdeckt von dieser Freizeituniform. I’m just another face in this desperate youth parade. Meine Abnormalität ist meine Gesundheit, eure körperliche Unversehrtheit eure Krankheit. Mit offenen Augen zu leben, bedeutet, kultureller Anthropologe und Amateurenthusiast für Oberflächen zu sein. Reading graffitti on every bathroom wall on truck stop fast food hell. Kleidung ist ein Zeichen, aber was sie bedeutet, kann vollkommen bedeutungslos sein oder hoffnungslos überdeterminiert. Save me from ordinary. Save me from myself. Unsere Aufmerksamkeit muss uns an dem Schleier des Alltags vorbeimanövrieren und mit Komödien, Tragödien und Geschichtsschreibungen aufdecken, dass das so scheinbar glatte und zufriedene Oberflächenbild gesprungen und ausgestrichen ist.

The Winter of Our Discontent – Session 2: Ultimate Goals | The New School

Freitag, April 27th, 2012

A public conversation with prominent activists, organizers, and political/cultural thinkers about the current state of the Left in America, and where it should be headed, given the game-changing forces unleashed by Occupy Wall Street.

The Winter of Our Discontent: Stepping Back, Taking Stock, and Gazing Forward in the Wake of Occupy Wall Street

The abolition of the state in favor of something more directly participatory — or rather the strengthening of a state in which elected representatives insure universal health care, equal educational opportunity, environmental norms, and so forth? The abolition of capitalism — or else the elaboration of new forms of mixed economy (regulation of markets and financial institutions in order to promote social justice and reverse the polarization of wealth; forging new attitudes towards growth, productivity and consumption in the context of climate change; etc.)? (mehr …)

Gewaltdiskussion in der amerikanischen Occupy-Bewegung

Donnerstag, März 8th, 2012

Neulich wurde das Thema hier im Blog schon angerissen, angesichts der brutalen Räumungen und der entschlossenen Repression taucht -vermutlich unvermeidbarerweise- in der amerikanischen Occupy-Bewegung eine Gewalt-Debatte auf. Dieses Posting erhebt nicht den Anspruch die Auseinandersetzung der amerikanschen Genossinnen und Genossen repräsentativ zu spiegeln. Geht klarerweise auch gar nicht. Wie in dem Beitrag zu Oakland geht es eher darum, am Kontrast von den dortigen zu den hiesigen Verhältnissen eine Reflexion über Gewalt anzutippen. (mehr …)

The Battle of Oakland

Montag, Februar 20th, 2012

The Battle of Oakland from brandon jourdan on Vimeo.

(via)

Diese, sehr interessante kurze Doku zeigt Bilder von den Kämpfen, die Occupy Oakland im Frühjahr diesen Jahres geführt hat, um einen leerstehenden Gebäudekomplex zu einem Sozialen Zentrum umzuwandeln. Am Move In Day, dem öffentlich angekündigten Besetzungstag demonstrierten Tausende auf den Straßen von Oakland. Die Bilder der Polizeigewalt, die dann entstanden erinnern nicht von ungefähr an die Bilder aus Kairo vom Tahrir-Platz. Sie führen ins besondere für europäische Beobachter_innen vor Augen, an welche Grenzen der Aktivismus gerät, wenn man es mit einem hochgerüsteten Polizeiapparat zu tun hat, der bereit ist, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. In einer solchen Situation ist es notwendig ein anderes Verständnis von Militanz zu entwickeln, als es sich in den Straßenschlachten in Europa oftmals ausdrückt. In Deutschland mag man sich vielleicht über Menschen lustig machen, die auf Demos „Keine Gewalt!“ rufen. Ohne den aktiven Selbstschutz gegen Polizeigewalt hier jetzt zu verdammen kann man aber doch sehen, dass wir in der BRD selbst mit den BFE – Einheiten noch vergleichsweise gut dran sind und dass es eben Szenarien gibt, in denen man mit Gewalt nicht weiter kommt, weil der Staat auf dieser Ebene einfach am längeren Hebel sitzt.