Posts Tagged ‘Dubstep’

Swindle – Walter’s Call

Donnerstag, September 25th, 2014

Swindle is doing the Jazz again.

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #8 – Unsystematisches Bibliographieren

Mittwoch, Mai 7th, 2014

Unsystematisches Bibliographieren oder auch „rückwärts“ Bibliographieren ist ein Verfahren zur Recherche, welches wie in einem „Schneeballsystem“ Ergebnisse produziert. Der Ausgangspunkt für das unsystematische Bibliographieren ist eine möglichst neue Abhandlung oder einen neuer Aufsatz zum Thema. Die Literaturangaben dieses Ausgangstextes (meist als Bibliographie im Anhang, bei Aufsätzen auch in den Fussnoten) werden dann systematisch auf Literatur durchsucht, die für die eigene Fragestellung relevant scheint. Auf die so gefundenen Texte wird dann das gleiche System erneut angewendet. Auf diese Weise kann man sich allerdings eben unsystematisch einen Bestand an Forschungsliteratur erschließen.
Das ganze funktioniert aber so ähnlich auch mit DJ-Mixen. Hier geht es dann nicht um einen Text im Sinne eines Aufsatzes. Gestern habe ich auch Twitter einen ReTweet des Budapester/Bristoler Künstlers DJ Madd in der Timeline gefunden.

Der von mir verfolgte und geschätzte bei Deep-Medi Musik veröffentlichende Compa hatte einen Tweet retweeted, weil er in dem Mix von DJ Madd mit einem Track vorkommt. Bei diesem Track, Murda Dub handelt es sich um eine neue Bearbeitung des Ini Kamozes‘ Klassikers.

Der Podcast in dem die Compa-Bearbeitung vorkommt heißt Roots and Future. Der Murda Dub passt perfekt in das Konzept dieses Podcasts, welches Roots Reggae mit Dub und Dubstep mixt und somit eine Kommunikation zwischen Vergangenheit und Zukunft herstellt. Es steckt allerdings nicht nur diese zeitliche Komponente in dem Podcast. Gerade Roots Reggae ist ja hinsichtlich der besungenen Motive stark auf Afrika, die Geschichte der Sklaverei und die Diaspora Erfahrung ausgerichtet. Diese Motive werden in der Spielform des Dubstep von DJ Madd aufgenommen, die auch Compas Werk prägen. Ein anderer Künstler aus Bristol – einer Stadt mit eigener Bass-Music Geschichte – der ebenfalls auf den Podcasts vertreten ist und unbedingt in diesen Zusammenhang gezählt werden sollte ist Kahn. Um über diesen Mix zu reflektieren, macht es Sinne über die Hardcore-Kontinuum Theorie hinaus zu gehen und eher den Begriff des Black Atlantic in das Zentrum der Überlegungen zu stellen.

„In short, the virologies of the Black Atlantic, from the riddim method method of Jamaican pop, to the sampladelia of U.S. Hip-hop, the remixology of disco, house and techno, and the hyperdub methodologies of the hard-core continuum, constitute a wealt of techniques for affective mobilization in dance.“ (Goodman (2010): 162 )

Nun noch eine kleine praktische Veranschaulichung, warum die Podcastserie ausgecheckt werden sollte: Auf den kleinen Geräte-Lautsprechern des Laptops klingt der Mix beim ersten Anklicken auf Soundcloud nur nach Roots Reaggae. Doch Johnny Osborns „Mr Marshall“ zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, weil Major Lazers „Jah No Partial“ wesentlich auf einem Sample von Osborn basiert und hier das Original zu hören ist. Ich lade runter.

Auf dem MP3 Player mit besseren Lautsprechern wird die ganze Angelegenheit aber schon deutlich interessanter. Vollends entwickelt der Mix seine Wirkung als ich ihn im Auto höre und merke wie der Rückspiegel unter den warmen Bässen zu vibrieren beginnt. Hier ist nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen was Steve Goodman in Sonic Warfare zum u.a. Gegenstand seiner Untersuchung macht: affektive Mobilisierung durch Sound, der teilweise für das menschliche Ohr gar nicht hörbar durch die Vibration des ganzen Körpers gefühlt wird und so wirkt.

Bass figures as exemplary because of all frequency bands within a sonic encounter, it most explicitly exceeds mere audition and activates the sonic conjunction with amodal perception: bass is not just heard but is felt. Often sub-bass cannot be heard or physically felt at all, but still transforms the ambience of a space, modulating it’s affective tonality, tapping into the resonant frequency of objects, rendering virtual vbrations of matter vaguely sensible. Bass demands more theoretical attention, as ist is too often equated with buzzing confusion of sensation and therefore the enemy of clear auditory perception and, by implication, clear thought. But for many artists, musicians, dancers, and listeners, vibratory immersion provides the most conducive environment for movements of the body and movements of thought. (Goodman (2010) 79)

RA.400: Kode9

Dienstag, Januar 28th, 2014

Hyperdub wird dieses Jahr 10 Jahre alt und Resident Advisor ist beim Podcast Nummer 400 angelangt. Beide Geburtstage werden im aktuellen Mix von Steve Goodman/Kode9 zusammengelegt:

It’s tempting to get nostalgic upon reaching a milestone like our 400th podcast, but we instead decided point our gaze in the opposite direction. Goodman’s DJ sets as Kode9 soak up the cutting edge of pretty much any dance music style, and on RA.400 he stays true to form, zipping through house, techno, grime, footwork and hip-hop, plus a bunch of stuff we don’t even have a name for.

Mala – Livin‘ Different VIP

Dienstag, Dezember 31st, 2013

Lernen, lernen, nochmals lernen #6

Montag, Dezember 30th, 2013

Heute: „Keep it locked!“

Wenn ich heute auf englischen Bassmusic-Webradios und/oder dem legalisierten ehemaligen Pirateradio Rinse FM Sendungen höre, kommt es vor dass der oder die Sprecherin irgendwann eine Zeile fallenlässt deren Bedutung sich mir lange nicht erschlossen hat. Steve Goodman aka Kode 9 der Labelboss und Gründer von Hyperdub gibt an einer Stelle in seinem Buch Sonic Warfare die Erklärung wo diese Phrase herkommt und welche Bedeutung sie in der Aufhebung der zunächst einseitigen Sender-Empfänger Beziehung von Piratenradio Stationen hat. In dem Kapital beschreibt er zunächst eine Szene im Jahre 2003 aus einem illegalen Radiostudio welche bis zu Beginn und Mitte der 2000er Jahre in den Hochhäusern des kommunalen Wohnungsbaus betrieben wurden. Zu dieser Zeit um das Jahr 2003 herum, gibt es noch kaum Namen für die neuen Spielweisen die sich aus der britischen Soundsystemkultur in Anschluss an Jungle, Drum and Bass und Garage bzw. 2Step entwickeln. Einer der beiden Zwillinge hört bald auf den Namen Dubstep und tritt Mitte/Ende der 2000er einen globalen Siegszug an. Der andere, Grime versinkt für Jahre nach einer Eskalation der Gang-Gewalt in die Nische und erfährt erst in den letzten Jahren wieder neues Leben. (Und Dubstep verdummt derweil zu EDM) Goodman führt das Publikum wieder zurück in die wilden Jahre der frühen 2000er, zurück in das Studio im Zimmer eines Plattenbauhochauses:

For a moment, the scene freezes. The MC stops insulting and becomes an „encryptor“. His mouth becomes a modem, transmitting an asignifying stream of digits to the audience distributed through London’s airwaves: „out to the 365, the 768, the 976, 315.“ Signaling that you are locked into the station’s transmission is made by phoning the stations number, letting it ring once, then hanging up. Acknowledgement of this signal is provided by the host/DJ/MC reciting the last three digits of phone numbers from his log of missed calls on the studio handset. The connection made, the transmission swells, the rate of text mesaages incoming to the studio escalates, while the studio phone vibrates.

Mit dieser Methode des „Anklingelns“ hat das Pirate Radio eine Art kostenlosen Feedback-Kanal, der es erlaubt Rückmeldung zu geben, wie viele Menschen zu einem Zeitpunkt die Sendung hören oder ob ein Song nochmal gespielt werden soll. Wichtig war es dabei, nicht an das Telefon heranzugehen und den eingehenden Anruf nicht anzunehmen, weil dies den Überwachungsbehörden erlaubt hätte die Position des Studios leichter zu lokalisieren.

Answering the mobile phone to a private number potentially allows Offcom, monitoring signal transmissions over the airwaves, to locate the studio much more easily. A whole circuit of connections and disconnections, of contact and evasions. A veritable sonic war machine temporarily occupying a slice of radiophonic territory, hacking the national grid in a logistics of infections.

Goodmann spricht in diesem Zusammenhang von einem bacterial nomadism within the vertical city. Dessen Ästhetik kommt wohl sehr gut in Goodmans Stück Nine Samurai zum Ausdruck welches er als Kode 9 zusammen mit dem MC The Spaceape aufgenommen hat:

In einem gramscianischen Grabenkampf wird für die Dauer von Stunden, um Frequenzen und Präsenz gekämpft und ein virtueller Freiraum besetzt gehalten, indem völlig neue Stile wuchern. Wobei Piratenradio schon immer ein Motor in der kreativen Popkultur im UK waren.
Das Rückmelden des Keeping it Locked macht dabei das Hören dieser Sendungen zu mehr als einer Einbahnstraßenkommunikation und stellt virtuell Gemeinschaft her, wo die Polizei Grime-Konzerte wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verbietet oder abbricht.

Heutige Bedeutung

Zurück zum Keeping it Locked im Hier und Jetzt. Mit dem Aufkommen von Webradios ist es heute nicht mehr notwendig über einen illegal betriebenen Radiosender zu funken. Die Phrase vom keeping it locked hat sich aber in die Sprache der Musikkulturen eingegraben, die auf diesen Sendern lebte. Ein Beispiel für das Überleben dieses Prinzips der Rückkopplung und des Feedbacks ist zum Beispiel die Kommunikation in der Radioshow der Partyreihenveranstalter von The Heatwave mittels Hastags über Twitter- und Facebook Timelines. Um Feedback zu geben loggen sich Hörer_innen bei Twitter und Facebook ein und hinterlassen mit einem Hashtag versehen kurze Nachrichten, die anzeigen, dass sie locked in sind. Auf dem Podcast der augezeichneten Sendung hört sich das dann in etwa so an, wie Goodman es in Sonic Warfare beschreibt: ein zeitweise breit anschwellender Strom von Namen und Pseudonymen wird zurückgegrüßt und der Einbahnstraße der Radiosendung wurde eine Rücklaufschleife hinzugefügt.

‚Are You Ready For The Moombah?‘ Documentary

Freitag, Dezember 6th, 2013

Kleine Doku über Moombahton.

(Via Enchufada)

Mapping Bass

Freitag, Mai 24th, 2013

Die Idee ist verführerisch. Aber wie setzt man es stimmig um? Beim Kraftfuttermischwerk gab es dazu einen Vorschlag. Ich selbst habe – wieder einmal – keine Lösung, will aber einen konstruktiven Vorschlag machen. Ich denke der Sinn einer Karte ist Orientierung zu bieten. Karten haben den Zweck das Finden und Wiederfinden von Gegenständen in der Welt zu ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, muss es eine stimmige Entsprechung der Beziehungen der Gegenstände in der Welt die kartografiert wird, mit denen die auf der Karte abgebildet sind, geben. Die Idee eines Britisch Hardcore-Continuums ist so ein Versuch verschiedenste Stile entlang der Entwicklungsgeschichte einer Familienlinie vorzustellen.
Die Karte im Kraftfuttermischwerk kann dies meiner Meinung nach nicht. Ganz praktisch gesprochen: die Karte müsste erklären können, warum so etwas wie dieser Major Lazer-Mix möglich ist:

Das ist zugegeben nicht leicht, weil hier extrem viel vermengt wird – unter anderem viel Schrott. 😀 Aber die Karte ist gut, die Mischungen wie sie im Hause Mad Decent vorgenommen werden, erklären bzw. nachvollziehen kann.

P.S.: Spätestens nach dem Hype um Baauers Harlem Shake kann man doch auch nicht sagen, das gewählte Beispiel sei zuuu speziell. 😛

Oxide & Neutrino – Armor Dubplate

Sonntag, April 14th, 2013

Diesen Track habe ich neulich als Rausschmeißer in einem Garage-Mix gehört, der mir via FACT Magazine in die Finger kam. So mag ich Dubstep. Oxide & Neutrino kommen eher aus der Garage Ecke und waren Teil der Südlondoner So Solid Crew. Anfang der 2000er waren sie im UK mal richtig groß mit Nr 1 Chartplatzierung und allem drum und dran. Nach allem was ich rausfinden konnte wurde das folgende Stück nie regulär veröffentlicht.

Coki – Spring Break Mix

Dienstag, April 2nd, 2013

Some Oldschool. Kann man schon so sagen*. Denn das Label Digital Mystikz hat in den frühen 2000ern den Sound von Dubstep entscheidend geprägt indem die Reggae-Traditionslinie aus dem Hardcore Continium wieder stärker herausgearbeitet wurde. DMZs Coki hatte unter anderem Anteil an Bengas -ich glaube erstem richtigen großen – Hit Night. Der ist wiederum mit Skream zusammen ja einer derjenigen, für die sich der weltweite Erfolg des Genres auch finanziell gelohnt haben dürfte. Der folgende Mix ging in einer Sendung der beiden auf BBC Radio 1 über den Äther und bringt ein Set von Coki/DMZ.

*Forget about Skrillex and that Stuff, anyway.

Mala – Noches Sueños feat. Danay Suarez

Freitag, März 29th, 2013

Dazu gibt’s auch ein Video, dass die Tage rumgereicht wurde. Is mir ein wenig zu unoriginell, schmälert aber die Musik nicht, daher Soundcloud ohne Video. Also los. Kopfhörer aufsetzen und am Regler hochdrehen. 😉

Geschichtsstunde #10

Donnerstag, März 28th, 2013

Wenn du gerade angesichts des heran nahenden Wochenendes und der damit eventuell verbundenen Feiereien bereits die Füße hoch und alle Arbeit bei Seite gelegt hast, dich nun angesichts des guten, aber immer noch kalten Wetters fragst, was man jetzt mit dem angebrochenen Tag anfangen kann – hier kommt ein Vorschlag: Auf The Quietus gibt es ein nicht ganz originelles aber in dem Fall dennoch interessantes Format mit Terror Danjah. Der Grime-Prodzent greift in die Plattenkiste und erzählt etwas über seinen musikalischen Werdegang. Besonders interessant ist, dabei sein Aufrollen der geschichtlichen Einflüsse durch verschiedene Stile hinweg für die auch bisweilen mit dem Begriff des britischen Hardcore-Continuum gearbeitet wird. Anstatt Grime einfach als englische Spielart des HipHop zu betrachten diskutiert Terror Danjah in dem Interview u.a. die aus der Dancehall-Soundsystem Kultur kommenden Einflüsse.

P.S.: Durch John Jeremiah Sullivans Reportagen-Sammelband Pulphead bei Suhrkamp bin ich auf einen anderen Text zu Bunny Wailer gestoßen, den englischen Originaltext gibt es hier. Der ist insofern interessant, weil da nicht nur Reggaegeschichte nachvollzgen wird, sondern auch ein paar interessante Dinge zu den patriarchalen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Homophobie gesagt werden, was ja sonst oft genug unter den Tisch fällt aber eben auch zum Thema gehört.

Elijah & Skilliam & Newham Generals

Dienstag, März 26th, 2013

Butterz Gründer Elijah and Skilliam mit den Newham Generals letzten Sonntag auf Rinse FM.

Geschichtsstunde #8

Mittwoch, September 19th, 2012

RinseFM wird volljährig. Professionell sind sie ja schon ziemlich lange. Zum Geburtstag haben sie in ihrem Youtube Channel nach Jahren geordnete Interviews, die den Werdegang des Senders und ihren eigenen noch einmal Revue passieren lassen. Happy Birthday Rinse!

– Gute Chance Londoner Dialekte zu lernen, by the way. 😉

Mala – Mala in Cuba

Montag, September 10th, 2012

…heute released.

Moombahton Massive EP II

Mittwoch, Juli 25th, 2012

Dem Mythos nach hat Dave Nada, der diese EP wesentlich mitzuverantworten hat, Moombahton durch Zufall erfunden als er auf einer Schulparty seines jüngeren Cousins den Afrojack Remix von Silvio Ecomo & DJ Chuckies „Moombah“ von 128BPM auf 108BPM verlangsamte, weil die Gäste auf der Party bei seiner Ankunft die hauptsächlich zu Reggaeton tanzten, worauf er nicht vorbereitet war. Wie auch immer. Wer anggesichts der großen Simplifizierung in Sachen Dubstep nach interessanten Querverbindungen, Überschneidungen und Bass Music Subgenres sucht wird früher oder später auch Moombahton begegnen. Ich bin mir noch nicht sicher wie ich dazu stehe. Aber Versuch macht klug, wie es so schön heißt.