Diesen Track habe ich neulich als Rausschmeißer in einem Garage-Mix gehört, der mir via FACT Magazine in die Finger kam. So mag ich Dubstep. Oxide & Neutrino kommen eher aus der Garage Ecke und waren Teil der Südlondoner So Solid Crew. Anfang der 2000er waren sie im UK mal richtig groß mit Nr 1 Chartplatzierung und allem drum und dran. Nach allem was ich rausfinden konnte wurde das folgende Stück nie regulär veröffentlicht.
Archiv für das 'Dubstep'-tag
Some Oldschool. Kann man schon so sagen*. Denn das Label Digital Mystikz hat in den frühen 2000ern den Sound von Dubstep entscheidend geprägt indem die Reggae-Traditionslinie aus dem Hardcore Continium wieder stärker herausgearbeitet wurde. DMZs Coki hatte unter anderem Anteil an Bengas -ich glaube erstem richtigen großen – Hit Night. Der ist wiederum mit Skream zusammen ja einer derjenigen, für die sich der weltweite Erfolg des Genres auch finanziell gelohnt haben dürfte. Der folgende Mix ging in einer Sendung der beiden auf BBC Radio 1 über den Äther und bringt ein Set von Coki/DMZ.
*Forget about Skrillex and that Stuff, anyway.
Dazu gibt’s auch ein Video, dass die Tage rumgereicht wurde. Is mir ein wenig zu unoriginell, schmälert aber die Musik nicht, daher Soundcloud ohne Video. Also los. Kopfhörer aufsetzen und am Regler hochdrehen.
Wenn du gerade angesichts des heran nahenden Wochenendes und der damit eventuell verbundenen Feiereien bereits die Füße hoch und alle Arbeit bei Seite gelegt hast, dich nun angesichts des guten, aber immer noch kalten Wetters fragst, was man jetzt mit dem angebrochenen Tag anfangen kann – hier kommt ein Vorschlag: Auf The Quietus gibt es ein nicht ganz originelles aber in dem Fall dennoch interessantes Format mit Terror Danjah. Der Grime-Prodzent greift in die Plattenkiste und erzählt etwas über seinen musikalischen Werdegang. Besonders interessant ist, dabei sein Aufrollen der geschichtlichen Einflüsse durch verschiedene Stile hinweg für die auch bisweilen mit dem Begriff des britischen Hardcore-Continuum gearbeitet wird. Anstatt Grime einfach als englische Spielart des HipHop zu betrachten diskutiert Terror Danjah in dem Interview u.a. die aus der Dancehall-Soundsystem Kultur kommenden Einflüsse.
P.S.: Durch John Jeremiah Sullivans Reportagen-Sammelband Pulphead bei Suhrkamp bin ich auf einen anderen Text zu Bunny Wailer gestoßen, den englischen Originaltext gibt es hier. Der ist insofern interessant, weil da nicht nur Reggaegeschichte nachvollzgen wird, sondern auch ein paar interessante Dinge zu den patriarchalen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Homophobie gesagt werden, was ja sonst oft genug unter den Tisch fällt aber eben auch zum Thema gehört.
Butterz Gründer Elijah and Skilliam mit den Newham Generals letzten Sonntag auf Rinse FM.
RinseFM wird volljährig. Professionell sind sie ja schon ziemlich lange. Zum Geburtstag haben sie in ihrem Youtube Channel nach Jahren geordnete Interviews, die den Werdegang des Senders und ihren eigenen noch einmal Revue passieren lassen. Happy Birthday Rinse!
- Gute Chance Londoner Dialekte zu lernen, by the way.
…heute released.
Dem Mythos nach hat Dave Nada, der diese EP wesentlich mitzuverantworten hat, Moombahton durch Zufall erfunden als er auf einer Schulparty seines jüngeren Cousins den Afrojack Remix von Silvio Ecomo & DJ Chuckies “Moombah” von 128BPM auf 108BPM verlangsamte, weil die Gäste auf der Party bei seiner Ankunft die hauptsächlich zu Reggaeton tanzten, worauf er nicht vorbereitet war. Wie auch immer. Wer anggesichts der großen Simplifizierung in Sachen Dubstep nach interessanten Querverbindungen, Überschneidungen und Bass Music Subgenres sucht wird früher oder später auch Moombahton begegnen. Ich bin mir noch nicht sicher wie ich dazu stehe. Aber Versuch macht klug, wie es so schön heißt.
In den vorangegangenen Artikeln unter diesem Titel ging es um Klagegesänge, die oftmals den Eindruck erwecken konnten, dass der Autor traurig ist, weil der Mainstream einen Stil aufgegriffen und kommerzialisiert hat, mit dem man nun nicht mehr angeben kann, als wäre es ein Geheimwissen bei Rinse FM ein paar gestreamte Mixe anzuhören. Die Reaktion auf die Feststellung war die typische: Verweisen auf die Originale, auf die Ursprünge. Zurück auf Start.
Das ist auch garnicht schlecht, so prinzipiell. Aber man kann auch noch vor 2005 oder 2003 zurückgehen. Im englischen Fact Magazine argumentiert Alex Macpherson, dass es momentan in der Dance Music (mindestens) zwei identifizierbare Großtrends gäbe, einmal in der Mainstream Popmusik und einmal im Underground.
Erstere Besteht darin, dass schlichtweg alles derzeit irgendwie nach David Guetta klingt. In der anderen und generell interessanteren Perspektive beschreibt er die Entwicklung der Verhältnisse dagegen so:
In “underground” electronic music, there are way too much of the following: cut-and-pasted vocals from old R&B hits in a bid to ride the coat-tails of their emotion (if you’re going to do it, at least have the self-awareness to realise that everyone’s sampled Brandy already); enervating synth clouds which give the unfortunate impression that you think The Weeknd’s cokey self-absorption is deep; stripped-down beat workouts that aren’t so much raw as dull and dry, even – especially – in a club at 4am.
Aber, nun die gute Nachricht! Owen Hatherley hatte bereits in Militant Modernism darauf hingewiesen, dass in der Garage Music, im Grime und der englischen Pirate Radio Kultur immer auch die umgekehrte Richtung eingeschlagen wurde und wird. Es wird geklaut, zerhackt und neu zusammengeschraubt. Und der Reiz – so auch Alex Macpherson – besteht darin, dass die wesentlich weniger gut ausgestatteten Kids mit gecrackter Musik-Produktionssoftware am Ende nicht nur sehr interessante (Neu-)Entwürfe vorlegen, sondern auch aus der gegenwärtigen Mainstream-Scheiße noch buchstäblich Gold machen können.
Am Ende des Artikels stellt das Fact Mag eine Auswahl der besten Garage-Remixe vor. Run tings!
Ach, das ging ja fix dieses Mal. Dubstep ist endgültig in der Kulturindustrie angekommen und nun vollends akzeptiert. – Ein kurzer Blick zurück über die Schulter. – Am Anfang des Durchbruchs der eigentlich schon sowas wie ein Ende war, stand das Auswuchern in diverse Subgenres. Dann kam die große Vereinfachung durch den kommerziellen Erfolg. Brostep, Popstep, Backstab. Man könnte auch sagen, die große Kannibalisierung. Gestern die Musik devianter britischer Jugendlicher, oder wenigstens gelangweilter D’n'b Djs auf der Suche nach etwas Neuem. Heute ein Sound um alles Denk- und Undenkbare zu verkaufen. Autos, Handies, Betriebssysteme und natürlich Topmodels. Sogar den Raab. Vom Bordstein in die Primetime. Kultur ist eine paradoxe Ware. Sie geht so blind im Gebrauch auf, dass man sie nicht mehr gebrauchen kann. Zu gewiß könnte man ohne die ganze Kulturindustrie leben, zu viel Übersättigung und Apathie muss sie unter den Konsumenten erzeugen. Aber das Spektakel stellt sich als eine ungeheure, unbestreitbare und unerreichbare Positivität dar. Was erscheint, das ist gut; was gut ist, das erscheint. Und überhaupt! Wenn du mich kaufst, dann schreibt Noel wieder Songs für Liam. Die Frankfurter haben uns vor der Kulturindustrie gewarnt, die Situationisten haben uns das Detournement empfohlen, die Postmodernen schließlich haben uns erzählt, dass dies ebenfalls vergeblich sei. Ist damit schon alles gesagt? The claim that democratising the reproductive technologies inevitably results in banality would suggest that Baudrillard had never listened to London pirate radio. Es ist nicht alles schlecht. Alles ist eher so wie immer. Nur: alles ist schneller. Dabei aber, all of old. Nothing else ever. In diesem Sinne!
Lustige Aussprache der Titel, gute Musik! ‘Zonic – AL´HACA Dubshow #2′ weiterlesen
Hyperdub hat vor einer Stunde via Facebook ein neues Burial-Release angekündigt, dass noch in diesem Jahr kommen soll.


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