Peter Bierl zielt dem Anspruch nach in seinem Beitrag in Jungle World auf Occupy verfehlt aber diesen Gegenstand, weil er statt dessen lieber über sein eigentliches Steckenpferd, die rechten Kapitalismuskritiken schreiben will.
Der ganze erste Absatz des Dossiers in der Jungle World der letzten Woche beschreibt Occupy in den Grenzen einer Narration, die sich in verschiedenen Nuancen – mal in kritischer, mal in affirmativer Absicht – in den Berichten „der“ Medien über Occupy findet. Und hier liegt schon ein großes Problem in Bierls Text, denn in diese Beschreibungen sind Fremdzuschreibungen. Wer in kritischer Absicht über Occupy schreiben will darf natürlich nicht einfach bloß die Perspektive der Eigenwahrnehmung der Bewegung kaufen, wenn dabei die Frage zunächst einmal außer gelassen wird, ob es eine solche „eine“ Selbstwahrnehmung überhaupt gibt. Man sollte sich aber schon etwas mehr mit dem befassen was der Gegenstand ist, indem man ihn auch selbst befragt. Bierl mag dies auch getan haben, sein Text liegt im ersten und einführenden Part allerdings voll auf der Linie der bürgerlichen Presse.
Der Text weist dann im Folgenden allerdings Spezifika der deutschen linken Beschäftigung mit Occupy auf, um es mal herunterzubrechen: er erklärt den noch dummen und naiven Neulingen, was sie alles noch nicht können und warum sie alles falsch gemacht haben. ‘Occupy Missverständnisse’ weiterlesen
(Bild via Kombinat Fortschritt)


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