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Warum immer wieder sonntags der #Tatort?

Sonntag, Dezember 29th, 2013

Auf die immer gleiche Frage „Warum zur Hölle eigentlich Tatort??“ muss ich immer etwas improvisieren. Sicher die Fernsehmacher_innen in Skandinavien machen viel bessere Arbeit, aber-… Aber, Luc Boltanski drückt das in der Einleitung zu seinem neuen Buch „Rätsel und Komplotte – Kriminalliteratur, Paranoia und moderne Gesellschaft“ sehr gut aus, wie ich finde.

Man kann es […] so sehen, dass hauptsächlich durch die Vermittlung von Kriminalromanen und Spionagegeschichten Verunsicherungen in einer breiten Öffentlichkeit zum Ausdruck kamen, die eben weil sie den Kern der politischen Dispositive betrafen und die Leitlinien der Moderne selbst in Frage stellten, außerhalb von begrenzten Zirkeln nur schwer direkt angesprochen werden konnten.

Anders gesagt, der Tatort vermittelt das Bild welches sich „das Volk“ – in diesem Sinne: die nicht der wissenschaftlichen Gemeinschaft angehörende Gesellschaft von der Welt macht. Und das kann man sich dann wieder als Gegenstand anschauen und damit Ideologiekritik betreiben oder sich am Ende der Woche unterhalten lassen.

Endlich!

Mittwoch, Juli 11th, 2012

Vorweg: Mit dem befreiten Ausruf „Endlich!“ soll nicht gesagt werden, dass es mit so einem Vorschlag schon getan wäre, oder dass dieser im Vergleich zu anderen besonders gelungen ist, es ist nur ein Ausdruck der Freude endlich mal überhaupt wieder solche Texte aus der Radikalen Linken in der BRD zu lesen. Das Tag Agitation und Propaganda gibt es angesichts des empfohlenen Textes aus Bremen daher heute auch mal ganz unironisch. 😛

Der Klassenkampf und die Kommunist*innen. Ein Strategievorschlag.
– Basisgruppe Antifaschismus der Kommunistischen Gruppe Bremen

0. Einleitung
Dieses Strategiepapier ist ein Plädoyer für die Bildung einer strategischen Doppelflanke: Syndikalistische Gewerkschaften auf der einen, Strukturen von Alternativ- und Gegengesellschaft auf der anderen Seite. Beide vermittelt zueinander über kommunistische (1) (Selbst-)Organisierungen als strategisches Zentrum in Form von Theorie und Praxis, kollektiver Debatte und Reflexion. Dies, vermittelt nach „außen“ in Form von Agitation und Propaganda.
Dabei erheben wir mit diesem Text nicht den Anspruch den der Weisheit letzten Schluss gezogen zu haben, er ist vielmehr eine Einladung zur Diskussion.

1. Wie es ist…

Kategorial
Die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse sind, in objektiver Formenbestimmung und unabhängig der konkreten Formen und des subjektiven Bewusstseins, eine Klassengesellschaft. – Gib mir den Rest

Von Mäusen und Menschen

Dienstag, März 1st, 2011

Hier geht es heute nicht um John Steinbeck, sondern nach Zwerg Nase und dem Immanenzzusammenhang um ein weiteres Beispiel in Sachen liebenswürdiger Schrulligkeit bei T.W. Adorno:

Aus: „Nichts unverwandelt“, im Teil über den Rätselcharakter der Kunst in der Ästhetischen Theorie

Von Mörike gibt es ein kleines Mausfallen-Sprüchlein. Beschiede man sich bei dem diskursiven Inhalt, so käme mehr nicht heraus als die sadistische Identifikation mit dem, was zivilisiertes Brauchtum den als Parasiten geächteten Tieren antut:

Mausfallen-Sprüchlein

Ein Kind geht dreimal um die Falle und spricht:

Kleine Gäste, kleines Haus.
Liebe Mäusin, oder Maus, (mehr …)