Posts Tagged ‘Hardcore Continuum’

Mapping Bass

Freitag, Mai 24th, 2013

Die Idee ist verführerisch. Aber wie setzt man es stimmig um? Beim Kraftfuttermischwerk gab es dazu einen Vorschlag. Ich selbst habe – wieder einmal – keine Lösung, will aber einen konstruktiven Vorschlag machen. Ich denke der Sinn einer Karte ist Orientierung zu bieten. Karten haben den Zweck das Finden und Wiederfinden von Gegenständen in der Welt zu ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, muss es eine stimmige Entsprechung der Beziehungen der Gegenstände in der Welt die kartografiert wird, mit denen die auf der Karte abgebildet sind, geben. Die Idee eines Britisch Hardcore-Continuums ist so ein Versuch verschiedenste Stile entlang der Entwicklungsgeschichte einer Familienlinie vorzustellen.
Die Karte im Kraftfuttermischwerk kann dies meiner Meinung nach nicht. Ganz praktisch gesprochen: die Karte müsste erklären können, warum so etwas wie dieser Major Lazer-Mix möglich ist:

Das ist zugegeben nicht leicht, weil hier extrem viel vermengt wird – unter anderem viel Schrott. 😀 Aber die Karte ist gut, die Mischungen wie sie im Hause Mad Decent vorgenommen werden, erklären bzw. nachvollziehen kann.

P.S.: Spätestens nach dem Hype um Baauers Harlem Shake kann man doch auch nicht sagen, das gewählte Beispiel sei zuuu speziell. 😛

Disparate Youth #3

Montag, Juni 18th, 2012

In den vorangegangenen Artikeln unter diesem Titel ging es um Klagegesänge, die oftmals den Eindruck erwecken konnten, dass der Autor traurig ist, weil der Mainstream einen Stil aufgegriffen und kommerzialisiert hat, mit dem man nun nicht mehr angeben kann, als wäre es ein Geheimwissen bei Rinse FM ein paar gestreamte Mixe anzuhören. Die Reaktion auf die Feststellung war die typische: Verweisen auf die Originale, auf die Ursprünge. Zurück auf Start.

Das ist auch garnicht schlecht, so prinzipiell. Aber man kann auch noch vor 2005 oder 2003 zurückgehen. Im englischen Fact Magazine argumentiert Alex Macpherson, dass es momentan in der Dance Music (mindestens) zwei identifizierbare Großtrends gäbe, einmal in der Mainstream Popmusik und einmal im Underground.

Erstere Besteht darin, dass schlichtweg alles derzeit irgendwie nach David Guetta klingt. In der anderen und generell interessanteren Perspektive beschreibt er die Entwicklung der Verhältnisse dagegen so:

In “underground” electronic music, there are way too much of the following: cut-and-pasted vocals from old R&B hits in a bid to ride the coat-tails of their emotion (if you’re going to do it, at least have the self-awareness to realise that everyone’s sampled Brandy already); enervating synth clouds which give the unfortunate impression that you think The Weeknd’s cokey self-absorption is deep; stripped-down beat workouts that aren’t so much raw as dull and dry, even – especially – in a club at 4am.

Aber, nun die gute Nachricht! Owen Hatherley hatte bereits in Militant Modernism darauf hingewiesen, dass in der Garage Music, im Grime und der englischen Pirate Radio Kultur immer auch die umgekehrte Richtung eingeschlagen wurde und wird. Es wird geklaut, zerhackt und neu zusammengeschraubt. Und der Reiz – so auch Alex Macpherson – besteht darin, dass die wesentlich weniger gut ausgestatteten Kids mit gecrackter Musik-Produktionssoftware am Ende nicht nur sehr interessante (Neu-)Entwürfe vorlegen, sondern auch aus der gegenwärtigen Mainstream-Scheiße noch buchstäblich Gold machen können.

Am Ende des Artikels stellt das Fact Mag eine Auswahl der besten Garage-Remixe vor. Run tings!

Donaeo – Riot Music ( Shy FX Mix )

Freitag, April 6th, 2012