Posts Tagged ‘Hardcore’

Henry Fonda – Heute ist der Abgrund von Morgen

Sonntag, September 29th, 2013

Henry Fonda kommen aus Berlin und machen Powerviolence. Alles schon fix aufn Punkt gespielt. 30 Sekunden reichen manchmal auch einfach. Daumen hoch!

ANCST

Sonntag, Juli 14th, 2013

Bock auf Black Metal ohne Bullshit, auf ordentliches Geschreie zu Zygmunt Baumanns Theorie der Moderne als Prozess des Ordnungschaffens und somit des kontinuierlichen Müllproduzierens und Verwerfens?

Konzert: Verwahrlost und The Fight

Freitag, Januar 11th, 2013

Verwahrlost bringen untypischen* NB Sound. Zumindest das aus dieser Stadt, womit ich in meiner Jugend aufgewachsen bin, wie man so sagt, klang ganz anders. Die Band liebäugelt mit allen möglichen Spielformen von Punk in die mal exemplarisch reingeschnuppert wird. Einiges gefällt durchaus. Verwahrlost sollten sich allerdings entscheiden, was sie machen wollen. Möglichkeiten gäbe es verschiedene. Gute Ansätze waren da. Panzer is der Hammer.

The Fight

Hohe Erwartungen und ein Publikum insgesamt von Post-Pubertät bis Post Graduate. Natürlich gibts immer noch mehr Männer als Frauen, aber eine doch sehr hohe Frauenquote. Beim Blick durch das Publikum fällt mir auf: politisch korrekte und in nahezu auf jede tierisch-tierische und menschlich-tierische Lebensformen voll sensiblisierte Veganer, die sich vor noch nicht all zu langer Zeit das violent dancing abgewöhnt haben und dies aber noch nicht ganz verbergen können. Dazu kommen des weiteren: SXE-Vegetarier, die sich überhaupt garnicht das violent dancing abgewöhnt haben, aber auch nur vorbei kommen, um die nächste eigene Show zu bewerben. Aber, Ach scheiße! Die größten Kritiker der Elche haben früher auch Kurhaus-Alben gehört. Zurück zum Thema. Gute Ansagen von The Fight, schönes Einschwören auf HC Geschichte, die ein Großteil des Publikums nicht erlebt haben dürfte und zwar genau weil es zu der Zeit noch keine entsprechende Internetbandbreitenstandarts gab. Aber auch die Erinnerung, dass der europäische Rechtspopulismus nicht nur ein Phänomen aus den Nachrichten über weit-entfernte Orte ist, sondern eine lebensgefährliche Realität für alle die dem rechten Schwachsinn nicht entsprechen können und wollen. Allgemein: Ansagen waren gut und die Show wurde immer sympathischer mit dem voranschreitenden Verlauf. Schöner Meilenstein: Die dickste-Eier-Version-ever von „Ever Fallen In Love With“ der Buzzcocks <3 – A Propos, More Lovesongs in Hardcore. Wenn diese Band mal ne Sreamo-Platte macht, verfalle ich ihnen vollends.


*in meiner persönlichen mentalen Landkarte steht die ostmecklenburgische Landmetropole noch entweder für 90er Jugendzentrums-HC, Grind, Powerviolence, Kruste, Screamo, etc. und/oder später halt auch sog. Schweine-Oi! bis ran zur Grauzone!

Circle Takes The Square – A Crater to Cough In

Freitag, November 23rd, 2012

Circle Takes The Square – Non-Objective Portrait of Karma

Sonntag, Mai 13th, 2012

Kann man ruhig bringen nach so einem Wochenende. Ich fühlte mich ein wenig an das alte AJZ in NB erinnert.

Thema Eleven – Anti Apokalyptik Pill

Freitag, Mai 4th, 2012

Düsterer Screamo aus Tschechien mit wirklich deprimierenden Samples aus Harmony Korines Gummo. Eher eine der finstereren Platten in meiner Kiste.

Downfall of Gaia – Eiswa Őste

Mittwoch, Dezember 14th, 2011

Alpinist – A is for army of slaves

Dienstag, Dezember 13th, 2011

Orchid – I am Nietzsche

Donnerstag, November 17th, 2011

Deswegen…

Donnerstag, April 21st, 2011

…nennt man es „Violent Dancing“. 😀

Destroy Fascism

Donnerstag, Januar 13th, 2011

http://www.youtube.com/watch?v=728HRHC42oA

Rot sehen

Mittwoch, Dezember 15th, 2010

24 Stunden Hardcore

Donnerstag, Dezember 2nd, 2010

Die Doku American Hardcore hat meine Perspektive auf Hardcorepunk ziemlich verändert, weil die sehr auf New-York fixiert gewesen ist. Der Film rollt die Geschichte dieser Musik und der dazugehörigen Kultur aber in ganzer Breite auf.

Auf der Seite zum Film gibt es auch eine Sammlung von fast 1000 MP3s aus dem Amerika der Reagan Ära. Nach dem ersten Klicken, hab ich die Liste mittelerweile zweimal gescannt und schon 21 Lieder gezogen. Ist wirklich alles dabei.

(via)

Shai Hulud – Beeing Exemplary

Freitag, Oktober 22nd, 2010

http://www.youtube.com/watch?v=aT_e7K_euh8

Text: (mehr …)

Its all about periphery – Von der Schwierigkeit „Draußen“- und Teil einer Jugendkultur zu sein

Mittwoch, August 4th, 2010

Ich will hier nicht ständig auf dem Studi-Magazin Heuler rumhacken, aber nachdem ein Beitrag von diesem Blog auch in der neuen Zeitung erwähnt wird, hab ich sie mir mal wieder mitgenommen. (Danke an Strapaze für den Tip!) Auch in der neuen Ausgabe gab es Artikel an denen ich hängen geblieben bin und mir meine Gedanken gemacht habe.

Tanja Frenzel spürt bspw. im Barnstorfer Weg auf der Suche nach spezifischem Rostocker Stil den spärlichen Ausläufern von Hipstertum in Rostock nach. Das ist natürlich vergebliche Liebesmüh. Die Heuler Autorin verwendet nicht einmal das Wort Subkultur in ihrem Beitrag. Aber den spezifischen lokalen Stil, den sie sucht und alle Argumente für diesen oder jenen Laden, ihre Art zu suchen, funktioniert genau nach dem Prinzip von Subkulturen(Nebenbei gesagt: Ein spezifisch Rostocker Stil findet sich, wenn überhaupt, dann eher zwischen Evershagen und Lichtenhagen(beispielsweise in der Sprache).). Darunter verstehe ich in diesem Zusammenhang jeden Versuch sich durch einen eigenständigen und möglichst indivduellen, zugleich aber auch immer in gewissem Rahmen kollektiv-geteilten Stil auszudrücken. Das kann im Konkreten dann alles mögliche sein: Musik, Mode oder auch Politik. Die ersten Assoziationen müssen da garnicht mal die falschen sein, denn auch die nervigen Punks, die es vom Force Attack Gelände gerade mal bis in die Rostocker Innenstadt geschafft haben, suchen innerhalb ihres Zeichensystems nach denselben Kriterien wie Tanja Frenzel nach Läden im Barnstorfer Weg.

Die Autorin findet natürlich keinen eigenen Stil. Sie vermutet, dass dies etwas mit dem Unterschied von großer Stadt und kleinem Rostock zu tun hat. Viel spannender und das denke ich, unabhängig vom Heuler-Artikel schon länger, wäre die Frage, wie denn die Menschen, die hier ernsthaft an zeitgenössischer Popkultur Anteil nehmen, damit umgehen, dass Rostock in der Peripherie liegt und alles was spannend ist, hier nicht, noch nicht oder nicht genug stattfindet?

Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass dieser Mangel für die Menschen in der Peripherie einen ganz bestimmten, anderen Umgang mit dem Erstrebten erzwingt. Der Mangel verstärkt die Sehnsucht. Wenn ich in meine eigene Gesichte zurückblicke, scheint mir diese These unbedingt zuzutreffen. Ich muss(te) mich mehr anstrengen um an alles ranzukommen, ich musste längere Wege zurücklegen und ich hatte seltener das Vergnügen zu bekommen was ich wollte. Das war damals in am Beginn meiner Subkultur-Karriere New York Hardcore (und zwar Punk, und nicht Rap). Ich habe Stunden auf dem Klo sitzend und Mailorderlisten, scannend verbracht. Ich hab alle zwei Monate eine neue Plattenbestellung aufgegeben und bin mit meinen Freunden mit dem Zug auf die lange Reise zu den Konzerten gegangen, die nie nach Mecklenburg Vorpommern kamen. Hardcore-Szene fand für uns am Wochenende statt, wenn wir zusammen auf einem Konzert waren. Subkulturelle Infrastruktur gab es nicht. Die Garage, in der wir uns alle zwei Wochen die Schädel kahl rasiert haben, war unsere Infrastruktur. Alternative Jugendzentren haben wir erst später entdeckt, als wir tiefer in Hardcore-Punk eingetaucht sind.

Führt all der Mangel denn aber nun dazu, dass man das Wenige, was man hat, besser zu schätzen weiß? Vielleicht. Wichtiger ist aber, dass die Sehnsucht, wenn sie ein bestimmten Grad erreicht hat, in jeder echten Subkultur zum gleichen Rezept führt: Do It Yourself. Und hier kann man sich gut vorstellen, dass der Mangel dann auch produktiv wird. Durch das Internet ist es unwahrscheinlich viel leichter geworden an Entwicklungen Anteil zu nehmen, die ganz woanders stattfinden. Es ist also heute viel leichter selbst vor Ort aktiv zu werden und es ist durchaus möglich early adopter zu sein, obwohl der lokale state of the art immer chronisch hinterherhängt. Ich suche dann nicht, weil ich des Ist-Zustands überdrüssig bin, sondern weil mir dieser zu wenig ist. Genau in diesem Moment, wenn es mir nicht mehr reicht, was ich hier vor Ort bekommen kann, habe ich zwei Möglichkeiten: Dem Vergnügen hinterherreisen oder Selbermachen.

So kann es kommen, dass sich auch in der Peripherie dann etwas tut. Dann geht nicht mehr irgendwo da draußen was, dann ist man plötzlich mitten drin. Beispiele gibt es auch aus diesem Bundesland: Das Al Haca Soundsystem hat vor Jahren in Greifswald auf ganz eigene Weise Dub und Electronica zusammengebracht, während im UK für ähnliche Entwicklungen das Label „Dubstep“ erfunden wurde, ein Stil der seit dem die Welt erobert hat.
Rund um Fortschritt3000 wird mitten in der ostmecklenburgsichen Provinz mit dem Label Acker Records elektronische Tanzmusik veröffentlicht, in einer Region von der man denkt, man möchte da nicht tot übern Zaun hängen.

Und bei diesem Selbermachen kommen dann die Jugendzentren ins Spiel. Denn solche Entwicklungen brauchen eine Rahmen. Wenn man also einen Ort sucht, an dem avantgardistische Popkultur in der Peripherie zu finden ist, dann in der Nische. Und wenn man interessant darüber schreiben will, muss man bei der Sehnsucht anfangen.