Archiv für das 'Krise'-tag

DRadio: Der Fall Spanien – Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion

Vor kurzem wurde im Deutschlandradio ein umfassendes Dossier gesendet, welches den historischen Kontext der Schuldenkrise in Spanien nachzeichnet und dabei u.a. aufzeigt, weshalb das moralisierende Fingeraufzeigen der sog. deutschen Euroretter heuchlerisch ist.

Der Spanische Fall – Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion/ Von Barbara Eisenmann

Aufgrund seiner Anomalie als Diktatur und international nicht wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft begann Spanien schon in den 60er-Jahren, eine immobilien- und finanzgetriebene Alternative zum Nachkriegswachstumsmodell der westlichen Industrienationen zu entwickeln.

Diese Spezialisierung seiner Wirtschaft, die auch dem seit den späten 70er-Jahren krisengeschüttelten Kapitalismus einen Weg in die Zukunft wies, konnte durch den Beitritt des Landes in die Europäische Gemeinschaft ausgebaut werden.

Dank staatlicher Unterstützung und ausländischer Kapitalflüsse blähte sich, in den gut zehn Jahren bis 2008, dann eine Immobilien- und Finanzblase auf, an der die Kernländer der EU, allen voran Deutschland, nicht unbeteiligt waren.

Protest, Mitte und Maßlosigkeit – Soziologen zu Deutschland

Eine Diskussion mit Herfried Münkler, Heinz Bude und Michael Hartmann zum Thema Protest, Mitte und Maßlosigkeit. Aus dem Ende des Jahres 2010. International ging es erst 2011 richtig ab. Aber die Konflikte um den Castor und S21 stellten in Deutschland auch schon das Momentum dar, welches sich in der Kette der Ereignisse im darauf folgenden Jahr fortsetzte. – Jetzt, 2 Jahre später steht es vorsichtig gesagt nicht mehr sehr gut um Stuttgart 21.

Teile 2-4 auf Youtube.

Selbstorganisation gegen die Krise

Großbritannien, Italien oder Spanien – es ist überall ähnlich. Im Zuge der neoliberalen Austeritätspolitik wird die soziale Sicherung abgedreht, Menschen die in der Krise unter die Räder geraten verlieren meist nicht nur den Job, sondern oft in der Folge auch die Wohnung. Neu gebaut wird nur was viel Profit abwirft, also vor allem Geschäftsraum und Eigentumswohnungen. Sozialer Wohnungsbau ist ein Relikt aus den Zeiten des Blockkonfliktes. Die menschenfeindliche Politik sorgt aber auch dafür, dass Bewegungen wie die Hausbesetzer eine Wiederbelebung erfahren.

Für die Jungle World hat sich Federica Matteoni neu-besetzte Häuser in Rom angeschaut.

Slavoj Zizek: The west’s crisis is one of democracy as much as finance

And therein resides the true message of the “irrational” popular protests all around Europe: the protesters know very well what they don’t know; they don’t pretend to have fast and easy answers; but what their instinct is telling them is nonetheless true – that those in power also don’t know it.

Nancy Fraser: «Rethinking Capitalist Crisis»

Heute: Generalstreik in Europa

…leider nicht in Deutschland.

Die Occupied Times of London hat eine Sammlung von Livestreams aus den Ländern in denen gestreikt wird. Hier drauf klicken

Occupy Missverständnisse

Peter Bierl zielt dem Anspruch nach in seinem Beitrag in Jungle World auf Occupy verfehlt aber diesen Gegenstand, weil er statt dessen lieber über sein eigentliches Steckenpferd, die rechten Kapitalismuskritiken schreiben will.

Der ganze erste Absatz des Dossiers in der Jungle World der letzten Woche beschreibt Occupy in den Grenzen einer Narration, die sich in verschiedenen Nuancen – mal in kritischer, mal in affirmativer Absicht – in den Berichten „der“ Medien über Occupy findet. Und hier liegt schon ein großes Problem in Bierls Text, denn in diese Beschreibungen sind Fremdzuschreibungen. Wer in kritischer Absicht über Occupy schreiben will darf natürlich nicht einfach bloß die Perspektive der Eigenwahrnehmung der Bewegung kaufen, wenn dabei die Frage zunächst einmal außer gelassen wird, ob es eine solche „eine“ Selbstwahrnehmung überhaupt gibt. Man sollte sich aber schon etwas mehr mit dem befassen was der Gegenstand ist, indem man ihn auch selbst befragt. Bierl mag dies auch getan haben, sein Text liegt im ersten und einführenden Part allerdings voll auf der Linie der bürgerlichen Presse.

Der Text weist dann im Folgenden allerdings Spezifika der deutschen linken Beschäftigung mit Occupy auf, um es mal herunterzubrechen: er erklärt den noch dummen und naiven Neulingen, was sie alles noch nicht können und warum sie alles falsch gemacht haben. ‘Occupy Missverständnisse’ weiterlesen

Auch das kann Gewerkschaftsarbeit sein…

In Spanien haben Gewerkschafter_innen zwei Supermärkte geplündert und die Güter dann umsonst verteilt – mittenmang dabei sogar ein Bürgermeister. :D

Split Normality

No Future In Englands Dreaming

Der Guardian hat ein sehr interessantes Video über die diesjährigen Uni-Absolventen und ihre nicht-vorhandenen Zukunftsaussichten. Leider klappt da mit dem einbetten etwas nicht, also gibts einen Link und zwar Hier. Mir kommt es so vor als wenn es in Dtl. bei weitem nicht so schlimm ist, obwohl die Ausdehnung des Dienstleistungssektors ja auch hier Menschen in stupide, schlechterbezahlte Jobs reinzieht. Die Frage ist ja aber wie lange noch?

Bloccupy Frankfurt!

Auf der Suche nach dem postmodernen revolutionären Subjekt

Die Jungle World hat einen guten Diskussionsbeitrag, der die Proteste des M31-Bündnisses und die geplanten Proteste von Bloccupy Frankfurt mit den Empörten in Spanien vergleicht. Kernargument ist, dass die erfolgreiche Politik aktueller Demokratisierungsbewegungen nicht so sehr in einer Bündelung bereits vorhandener globaler Kritiken und der symbolischen Aufführung eines Antagonismus besteht, sondern in der Verknüpfung von realen Alltagskämpfen. Ähnliches hatte auf dem RLS Kongress zum Zivilen Ungehorsam auch die Genossin aus Ägypten in Bezug auf die Vorbereitung und Umsetzung der Proteste am Tahrir-Platz berichtet.

Generalstreik in Spanien

Das Austeritätsregime reißt die spanische Ökonomie in den Abgrund. Etwas anderes außer Sparen, Sparen, Sparen kommt aber für die Politik nicht in Frage, weil eben nur Banken und Privatunternehmen too big to fail sind und somit auch gerettet werden. Die Bevölkerungen müssen – so oder so – die Zeche dafür zahlen. Nicht nur die Quote der Arbeitslosen auch die Zahlen der Selbstmorde steigen auch in den anderen krisengeschüttelten EU-Ländern wie Portugal und Griechenland rasant an. In Spanien wurde aus diesem Grunde vor ca. zwei Wochen ein Generalstreik ausgerufen. Leftvision hat einen Link zu einem Video über den Tag, an dem es teilweise zu heftigen Ausschreitungen kam:

Podiumsdiskussion: Der Protest in der Krise und M31

Vertreter_innen von TOP B3rlin, Occupy Berlin, der Mieter_innenbewegung und der FAU Berlin diskutieren miteinander über die Krise des Kapitalismus, Proteste dagegen und den kommenden M31-Protesttag (http://www.march31.net). Zu Beginn stellen sich die Organisationen vor, darauf folgt die Diskussion um M31, insbesondere auch mit dem Publikum.

Wer in Berlin ist… ‘Podiumsdiskussion: Der Protest in der Krise und M31′ weiterlesen

m31 goin’ viral

Das M31 Bündnis trifft endlich den richtigen Nerv für die Internetmobilisierung und hat ein Katzenvideo besser gesagt ein Katzen-Mobivideo bei Youtube eingestellt. Jetzt ist die Aufmerksamkeit der Netzgemeinde sicher und die Propaganda kann verfangen. Denn die Theorie ist bekanntlich fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad hominem demonstriert, …oder an der Katze, halt. Die Massen erfahren nun die frohe Botschaft:

Demnächst ist dann wohl Räterepublik am Main.