Posts Tagged ‘Krise’

Daniel Loick: Wir Flüchtlinge

Dienstag, Oktober 6th, 2015

Staaten werden fortan nie wieder die Masse der Geflüchteten absorbieren können. Sie werden daher versuchen, so seine düstere Diagnose, dieser Herausforderung Herr zu werden, indem sie Geflüchtete räumlich konzentrieren und so das Unlokalisierbare der Migration zu lokalisieren versuchen. Dies gelingt durch die Einrichtung verräumlichter Ausnahmezustände, das heißt Lagern: Orten, in denen nacktes Leben produziert wird, das dem Recht nur noch passiv unterliegt, ohne es selbst je aktiv in Anspruch nehmen zu können.

aus : Eutopiamagazine

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #10

Montag, April 13th, 2015

Im Übrigen ist die Ausbildung eines Marxisten niemals abgeschlossen. Meiner Erfahrung nach ergänzen sich Lektüre und Erfahrung, Erfahrung und Lektüre: Mal berichtigen, mal bestätigen sie sich gegenseitig. In anderen Fällen scheint mir der Wert des Lesens gerade darin zu liegen, dass Texte, insbesondere historische und theoretische, Aspekte der Welt erfassen können, die nur den Denken zugänglich sind.

Benjamin Kunkel, Utopie oder Untergang – Ein Wegweiser für die gegenwärtige Krise

Gegen die unerträgliche Hetze

Montag, März 23rd, 2015

Wer in den letzten Tagen die Presseschau im Radio oder Fernsehen gehört oder gesehen hat, wird nicht umhin gekommen sein, die wieder anschwellende Hetze und das verstärkte Abfeuern von Nebelkerzen in der Frage der griechischen Schuldenkrise zu vernehmen. Das Neue Deutschland hat speziell zur Rolle der Bildzeitung einen uneingeschränkt empfehlenswerten Artikel veröffentlicht.

Für alle, die zu faul sind sich selbstständig zu dem Thema zu belesen, sei dann hier eine Dokumentation empfohlen, welche die Geschichte der Krise aus einer parteiischen Position heraus in der Perspektive der Betroffenen erzählt. Die Doku zeigt die Lebensrealitäten der Menschen, denen alles genommen wurde und die angeblich immer noch über ihre Verhältnisse leben ebenso wie den Aufstieg der Nazis von Chrysi Avgi.

Das Anschauen des Filmes sollte auch über die tiefe Trauer angesichts einiger zerbrochener Fensterscheiben und abgebrannter Polizeifahrzeuge hin Frankfurt am Main hinweghelfen und möglicherweise ein wenig mehr Engagement und Solidarität der deutschen Linken befördern helfen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Let’s not live like slaves!

Dienstag, Oktober 7th, 2014

Eine Dokumentation über die anhaltenden Auswirkungen der Krise in Griechenland, sowie über Versuche der sozialen Bewegungen damit umzugehen.

Untertitel gibt es in den verschiedensten Sprachen, auch in deutscher Sprache und können im Youtubefenster eingestellt werden.

Neoliberale Fantasien

Mittwoch, Juni 18th, 2014

„In der Konkurrenz erscheint diese innre Tendenz des Kapitals als ein Zwang, der ihm von fremdem Kapital angetan wird und der es vorantreibt über die richtige Proportion mit beständigem Marche, marche!“ – Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, MEW 42, S. 327

Das folgende Video stellt ein beeindruckendes Zeugnis von Ideologieproduktion dar. Das Werbevideo preist die Vorzüge des polnischen Standortes für Investoren. Interessant sind dabei welche Vorzüge an Polen herausgestellt werden und zwar unabhängig davon, ob die angepriesenen Zustände tatsächlich existieren oder nicht. Ebenfalls auffallend ist die Bildsprache, welche die Versicherungen von Stabilität, Wirtschaftsentwicklung und guter Performance in der Krise zum Ausdruck bringen soll: immer wieder gibt es neben glücklich herumtanzenden Yuppies Kamerafahrten durch Glas- und Stahlbauten zu sehen, welche beide eine prosperierende Zukunft verheißen sollen. Werbevideos von Staaten, die zum Investieren einladen sind nun keine Erfindung polnischer PR-Agenturen, sondern laufen auf den internationalen Wirtschaftskanälen von CNN und BBC ständig in den Werbepausen. Dieses Video sticht aber doch aufgrund der aggressiven Freude angesichts des Outperformens der meisten anderen EU-Staaten hervor. Selten hatte Chauvinismus so ein bezauberndes Lächeln und zum Unterstreichen des Willens zur Leistung wird dann das Business-Kostüm vom Leib gerissen und im Kreise der Kollegen getanzt. Fun ist ein Stahlbad!

Zum Entspannen von den Freuden der Konkurrenz sei hier noch ein nüchterner Artikel aus der Jungle World über die Leitzinspolitik der Verbilligung des Geldes Europäische Zentralbank und deren Verfehlung der ausgegebenen Wachstumsziele (plus kurzes Revival des Schwundgeld-Theoretikers Silvio Gesell) empfohlen.

Spanien: Polizeigewalt gegen Journalisten am Rande von Krisenprotesten

Sonntag, März 30th, 2014

Hier hinter dem Link finden sich drei Videos von diesem Wochenende zum Thema Status von Demokratie, Bürger_innenrechten und Pressefreiheit in der alternativlosen Eurorettung. Klick!

Griechenland: Faktisch fehlt nach der Schließung der Polikliniken die primäre ärztliche Grundversorgung

Mittwoch, Februar 19th, 2014

Mit sofortiger Wirkung hat der griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis sämtliche Polikliniken des Landes geschlossen.

Joachim Gauck wundert sich, „dass der Begriff „neoliberal“ heute so negativ besetzt ist.“ – O RLY?

Freitag, Januar 17th, 2014

„Joachim Gauck soll die Fresse halten zum Rassismus!“ rief ein sichtlich empörter Aktivist am Rande des Auftrittes des Bundespräsidenten zum 20jährigen Gedenken an das Pogrom von Rostock Lichtenhagen. Macht der natürlich nicht. Ist ja auch sein Job als Bundespräsident hier und dort Sonntagsreden zu halten und das deutsche Volk zu repräsentieren. Das eigene Profil, welches Gauck diesem Job in seiner Amtszeit verpasst, ist es immer und immer wieder „Freiheit“ zu sagen. Am liebsten würdigt er den Kampf um Freiheit, wenn er sich bereits in der Vergangenheit abgespielt hat und/oder gegen (post-)sozialistische Regierungen richtet oder gerichtet hat. Das Blog Publikative hat das vor einiger Zeit mal so zusammengefasst:

Gauck ist genau jener Typus des Konservativen, der seine Verachtung des Pöbels Antikommunismus nennt, der keineswegs Staatsferne will, sondern den Staat als institutionelles Instrument zur Aufrechterhaltung der sozio-ökonomischen Ordnung betrachtet, die jedoch zunächst mal moralisch betrachtet und begründet wird. Der Rechtsstaat ist in seiner jetzigen Form die gegebene rechtliche Form, einer moralisch sittlichen Ordnung, die Gauck so gut findet. Dem hat sich das Individuum unterzuordnen.

Und genau dies zeigt sich auch in seiner neuesten Verteidigung der Freiheit. Joachim Gauck wundert sich in einer Festrede beim Walter Eucken Institut warum der Neoliberalismus in der Bevölkerung so schlecht da steht. – Hat der Mann seit der Pleite der Lehmann Brothers mal eigentlich mal Zeitung gelesen oder sich mit normalen Menschen in Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Italien unterhalten oder wenigstens den Lokalteil der Zeitung aufgeschlagen als in Berlin Rosemarie F. gestorben ist?

Dankenswerte Klarheit

Montag, Juni 17th, 2013

In einem 16 seitigen Papier zum Stand der Dinge bei der europäischen Schuldenkrise redet JP Morgan in dankenswerter Weise Klartext: Ein wichtiges Hemmnis der Strukturanpassung in den Südeuropäischen Ländern sind demnach Elemente in den Verfassungen der Staaten die als Reaktion auf die Überwindung des Faschismus eingeführt wurden. Nochmal eine Nummer deutlicher: JP Morgan fänd es besser, wenn die Verfassungen der verschuldeten Staaten an der Peripherie der EU weniger Gesetze zum Schutz vor der Wiederkehr des Faschismus hätten. Gut zu wissen.

DRadio: Der Fall Spanien – Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion

Dienstag, April 23rd, 2013

Vor kurzem wurde im Deutschlandradio ein umfassendes Dossier gesendet, welches den historischen Kontext der Schuldenkrise in Spanien nachzeichnet und dabei u.a. aufzeigt, weshalb das moralisierende Fingeraufzeigen der sog. deutschen Euroretter heuchlerisch ist.

Der Spanische Fall – Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion/ Von Barbara Eisenmann

Aufgrund seiner Anomalie als Diktatur und international nicht wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft begann Spanien schon in den 60er-Jahren, eine immobilien- und finanzgetriebene Alternative zum Nachkriegswachstumsmodell der westlichen Industrienationen zu entwickeln.

Diese Spezialisierung seiner Wirtschaft, die auch dem seit den späten 70er-Jahren krisengeschüttelten Kapitalismus einen Weg in die Zukunft wies, konnte durch den Beitritt des Landes in die Europäische Gemeinschaft ausgebaut werden.

Dank staatlicher Unterstützung und ausländischer Kapitalflüsse blähte sich, in den gut zehn Jahren bis 2008, dann eine Immobilien- und Finanzblase auf, an der die Kernländer der EU, allen voran Deutschland, nicht unbeteiligt waren.

Protest, Mitte und Maßlosigkeit – Soziologen zu Deutschland

Mittwoch, Februar 6th, 2013

Eine Diskussion mit Herfried Münkler, Heinz Bude und Michael Hartmann zum Thema Protest, Mitte und Maßlosigkeit. Aus dem Ende des Jahres 2010. International ging es erst 2011 richtig ab. Aber die Konflikte um den Castor und S21 stellten in Deutschland auch schon das Momentum dar, welches sich in der Kette der Ereignisse im darauf folgenden Jahr fortsetzte. – Jetzt, 2 Jahre später steht es vorsichtig gesagt nicht mehr sehr gut um Stuttgart 21.

Teile 2-4 auf Youtube.

Selbstorganisation gegen die Krise

Freitag, Januar 18th, 2013

Großbritannien, Italien oder Spanien – es ist überall ähnlich. Im Zuge der neoliberalen Austeritätspolitik wird die soziale Sicherung abgedreht, Menschen die in der Krise unter die Räder geraten verlieren meist nicht nur den Job, sondern oft in der Folge auch die Wohnung. Neu gebaut wird nur was viel Profit abwirft, also vor allem Geschäftsraum und Eigentumswohnungen. Sozialer Wohnungsbau ist ein Relikt aus den Zeiten des Blockkonfliktes. Die menschenfeindliche Politik sorgt aber auch dafür, dass Bewegungen wie die Hausbesetzer eine Wiederbelebung erfahren.

Für die Jungle World hat sich Federica Matteoni neu-besetzte Häuser in Rom angeschaut.

Slavoj Zizek: The west’s crisis is one of democracy as much as finance

Donnerstag, Januar 17th, 2013

And therein resides the true message of the „irrational“ popular protests all around Europe: the protesters know very well what they don’t know; they don’t pretend to have fast and easy answers; but what their instinct is telling them is nonetheless true – that those in power also don’t know it.

Nancy Fraser: «Rethinking Capitalist Crisis»

Sonntag, November 25th, 2012

Heute: Generalstreik in Europa

Mittwoch, November 14th, 2012

…leider nicht in Deutschland.

Die Occupied Times of London hat eine Sammlung von Livestreams aus den Ländern in denen gestreikt wird. Hier drauf klicken