Derzeit ist Tauwetter, da stellt sich die Frage, was wird aus all dem Dreck den der Schnee aufgespeichert hat?
Nachdem es seit Januar trotz zwischenzeitlicher Tau-Perioden immer wieder zu neuen Schneefällen kam hatte sich eine ungewöhnlich hohe Schneedecke gebildet. Die Räumdienste kamen in Rostock den Aufgaben, die Straßen frei zu halten, überhaupt nicht mehr nach. Kleinere Straßen werden erst jetzt durch das Tauwasser von der dicken Eisschicht befreit, die sie wochenlang überzogen hat. Und mit diesem Tauwasser wird alles weggespült, was sich seit Januar im Schnee festgesetzt hat. Streusand, Splitt, Salz, Öl, Abgase und so weiter. Daher wird Schnee auch als besonderer Abfall betrachtet, der nicht einfach in Gewässer verklappt werden sollte. Nur in Rostock ist dies anders.
Schnee in der Warnow verklappt

Am Stadthafen im Bereich des Matrosen-Denkmals haben Räumdienste einen riesigen Berg mit Schnee aufgehäuft, der zuvor von den Straßen abgetragen wurde. Dieser Berg macht derzeit den Eindruck eines riesigen Haufens von Dreck. Doch dieser Dreck schmilzt nun langsam aber beständig. Und da der Berg bis in die vereiste Warnow hinein reicht, wird das schmelzende Schmutzwasser ungeklärt in die Warnow laufen. Das ist, wenn nicht gar ein Umweltskandal, so doch eine ganz große Unsinnigkeit, die da im Stadthafen verbockt wurde.
Hundekot und Gammelbingo in der KTV
Im Kleinen kann man das zugrunde liegende Problem des Schnees als Dreckspeicher auch in der KTV nachvollziehen. Hier werden nun durch die Schmelze unzählige Hundekothaufen freigelegt. Während die Mitte der Gehwege meist zu einer einzige Wasserpfütze geworden ist, tapsen Fussgänger_innen am Wegrand im Slalom um Kothaufen aller Größen und Farben. Das ist ärgerlich, wird aber dank der Schneemassen, die noch nicht getaut sind noch eine Weile so weitergehen.

Die vergleichsweise überdurchschnittlich lange Kälteperiode und die ausgiebigen Niederschläge haben tatsächlich offenbart, welche Folgen die Privatisierungen von kommunalen Unternehmen haben: Verantwortungsdiffusion beim Beräumen zum einen, durch Profitkalküle verschuldete Unfähigkeit zeitnah adäquat zu reagieren zum anderen.
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