Archiv für das 'London'-tag

Mala – Changes (Harmonimix aka James Blake)

Oxide & Neutrino – Armor Dubplate

Diesen Track habe ich neulich als Rausschmeißer in einem Garage-Mix gehört, der mir via FACT Magazine in die Finger kam. So mag ich Dubstep. Oxide & Neutrino kommen eher aus der Garage Ecke und waren Teil der Südlondoner So Solid Crew. Anfang der 2000er waren sie im UK mal richtig groß mit Nr 1 Chartplatzierung und allem drum und dran. Nach allem was ich rausfinden konnte wurde das folgende Stück nie regulär veröffentlicht.

Coki – Spring Break Mix

Some Oldschool. Kann man schon so sagen*. Denn das Label Digital Mystikz hat in den frühen 2000ern den Sound von Dubstep entscheidend geprägt indem die Reggae-Traditionslinie aus dem Hardcore Continium wieder stärker herausgearbeitet wurde. DMZs Coki hatte unter anderem Anteil an Bengas -ich glaube erstem richtigen großen – Hit Night. Der ist wiederum mit Skream zusammen ja einer derjenigen, für die sich der weltweite Erfolg des Genres auch finanziell gelohnt haben dürfte. Der folgende Mix ging in einer Sendung der beiden auf BBC Radio 1 über den Äther und bringt ein Set von Coki/DMZ.

*Forget about Skrillex and that Stuff, anyway.

Geschichtsstunde #10

Wenn du gerade angesichts des heran nahenden Wochenendes und der damit eventuell verbundenen Feiereien bereits die Füße hoch und alle Arbeit bei Seite gelegt hast, dich nun angesichts des guten, aber immer noch kalten Wetters fragst, was man jetzt mit dem angebrochenen Tag anfangen kann – hier kommt ein Vorschlag: Auf The Quietus gibt es ein nicht ganz originelles aber in dem Fall dennoch interessantes Format mit Terror Danjah. Der Grime-Prodzent greift in die Plattenkiste und erzählt etwas über seinen musikalischen Werdegang. Besonders interessant ist, dabei sein Aufrollen der geschichtlichen Einflüsse durch verschiedene Stile hinweg für die auch bisweilen mit dem Begriff des britischen Hardcore-Continuum gearbeitet wird. Anstatt Grime einfach als englische Spielart des HipHop zu betrachten diskutiert Terror Danjah in dem Interview u.a. die aus der Dancehall-Soundsystem Kultur kommenden Einflüsse.

P.S.: Durch John Jeremiah Sullivans Reportagen-Sammelband Pulphead bei Suhrkamp bin ich auf einen anderen Text zu Bunny Wailer gestoßen, den englischen Originaltext gibt es hier. Der ist insofern interessant, weil da nicht nur Reggaegeschichte nachvollzgen wird, sondern auch ein paar interessante Dinge zu den patriarchalen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Homophobie gesagt werden, was ja sonst oft genug unter den Tisch fällt aber eben auch zum Thema gehört.

Elijah & Skilliam & Newham Generals

Butterz Gründer Elijah and Skilliam mit den Newham Generals letzten Sonntag auf Rinse FM.

Keine Zeit

Hyperdub schmeißt gerade auf Soundcloud massig alte Aufzeichnungen von Radioshows auf RinseFM raus. So, Procrastinators of the World Unite! …and stream …tomorrow …maybe. :D

Scratcha DVA and Ikonika steppin’ up:

Räumung eines Squats in London – Livestream

Wer mal sehen möchte wie Räumungen von besetzten Häusern im UK ablaufen, kann hier über diesen Bambuser Channel dabei sein, wenn heute ein Squat im Londoner Stadtteil Camden geräumt wird. Eine Besonderheit ist dabei scheinbar, dass die Gerichtsvollzieher die Räumung vollziehen müssen und dass die Polizei dabei nur assistierend zur Seite stehen darf.

Laut Aussagen aus einem der Videos ist das ganze Viertel rund um das Squat abgeriegelt und niemand bewegt sich auf den Straßen, außer den Beseter_innen, Unterstützer_innen und Legal-Observern, also so eine Art Demobeobachtung wie sie u.a. der AKJ aus HGW auch macht. Das Livestreaming ersetzt in diesem Fall die ausgesperrte Presse, denn egal ob der Filmer heute im Laufe des Tages von der Polizei noch eingesackt wird – alles was bis dann gefilmt wurde liegt dann bereits auf einem Server und ist im Internet nachvollziehbar. Auch beim Refugee-Protest in Berlin hatte sich bereits gezeigt, dass mit Bambuser sehr gut Polizeiübergriffe dokumentiert werden können, wenn die Presse nicht drauf halten kann oder will. Voraussetzung ist natürlich, die Einhaltung eines klaren Aktionskonsens, wenn es Livestreaming gibt. ;)

Mehr Hintergründe zum betroffenen Squat auf einer Londoner Hausbesetzer-Seite: Joy Vick: “Put property to productive use”

Plan B – Ill Manors

“Oi! I said Oi! What you looking at you little rich boy?…” – Der Ohrwurm sitzt. :) Noch gibt’s den ganzen Soundtrack zu Ill Manors bei Youtube zu hören.

Geschichtsstunde #8

RinseFM wird volljährig. Professionell sind sie ja schon ziemlich lange. Zum Geburtstag haben sie in ihrem Youtube Channel nach Jahren geordnete Interviews, die den Werdegang des Senders und ihren eigenen noch einmal Revue passieren lassen. Happy Birthday Rinse!

- Gute Chance Londoner Dialekte zu lernen, by the way. ;)

Riot from Wrong

Auf der Seite der Occupied Times of London gibt es einen weiteren Text dazu.

By August 2011, the average Brit had endured months of headlines detailing shocking deceit and manipulation. With the News of the World phone hacking scandal having taken place under the editorship of then Conservative Party Communications Chief Andy Coulson, and overseen by David Cameron’s long-time Christmas bunting chum Rebekah Brooks, public confidence in our newly elected coalition government was at an all-time low.

This was nothing compared to what was to follow shortly after, during what has been labelled as the biggest civil unrest seen in the UK for more than thirty years. The English media relished the opportunity to brandish young people as feral hoodies, and none more so than the young black male victim of a police shooting in Tottenham, the catalyst which sparked the UK riots of 2011. Weiterlesen.

Next Hype!

Der englische Guardian schreibt über die MS Stubnitz, welche für ein Festival in London ist. Der Artikel problematisiert auch die zur massiven Gentrification der Docklands in East London kommende Sicherheitsparanoia rund um Olympia und was dies alles mit dem öffentlichen Raum macht. Das Mothership als rostiger Nagel mitten im Arsch der Yuppie-Schweinereien, sozusagen.

Occupy Runde 2

Occupy General Streik

Die Occupy-Bewegung in den USA und im UK kündigt einen heißen Frühling an. In den ganzen USA wird zu einem Generalstreik am 1. Mai mobilisiert. Wann hat man davon das letzte Mal gehört?? Im UK wird von Occupy LSX auf den 12. und 15. Mai mobilisiert, denn dann jährt sich die Platzbesetzung der Indignados in Spanien. In Frankfurt am Main wird indes für den 17.-19. Mai zu europaweiten Aktionstagen aufgerufen. Dort soll unter anderem die Europäische Zentralbank, die EZB blockiert werden. Das könnte ein wirklich spannender Sommer werden!

DJ Shadow – Boilerroom Mix

BR#76 DJ Shadow from BOILER ROOM on Vimeo.

Studie zu den UK Riots 2011

Die London School of Economics und der linksliberale Guardian haben begonnen erste Teile einer umfangreichen Untersuchung der UK Riots zu veröffentlichen. Aus den Interviews mit 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Ausschreitungen geht hervor, dass diese neben der Armut vor allem auf den Hass auf eine Polizei zurückzuführen ist, die immer wieder auf der rechtlichen Grundlage der Anti-Terror-Gesetze Stop and Search Kontrollen vornimmt. Davon sind überdurchschnittlich oft Menschen mit dunklerer Hautfarbe betroffen. Insgesamt wurde ausgesagt, dass die Polizei mit ihrem sehr respektlosen Umgang mit allen Menschen in den ärmeren Vierteln einen Hass auf sich gezogen hat, der sich letztendlich in den Riots entlud.

Thamesmead

Im Blog Zehnzeilentief wurde vor einiger Zeit die Frage nach der Faszination für Plattenbau-Fotografie trotz des offenkundigen Scheiterns der Ideen hinter den Sozialbauten aufgeworfen:

“Die Plattenbauweise ist nach der Wende zu einem Symbol für soziale Desintegration geworden, für Uniformierung und Hartz IV-Valium. Für Familiendramen und Filme über Ostdeutsche (es gibt da Überschneidungen) sind sie die liebsten Kulissen. Wir abgeklärten Altbaubewohner finden die Platte mittlerweile wieder ziemlich cool, bloß wohnen wollen wir da nicht. Wir fotografieren sie lieber.”

Das Beispiel der Siedlung Thamesmead nahe London zeigt aber, dass dies nicht allein oder nicht nur auf ostdeutsche oder osteuropäische bzw. post-sozialistische Platte zutrifft. Die modernistischen Hochäuser waren bereits in den 1970er Jahren Kulisse für Stanley Kubricks Verfilmung von A Clockwork Orange und schon damals wenige Jahre nach dem Bau der Wohnsiedlung wirkte die Idee, die sie realisieren sollten monströs und gescheitert. Und aus diesem Grund war sie immer wieder Kulisse.

Owen Hatherley schreibt in Militant Modernism unter anderem über Thamesmead. In seinem Buch sagt er an einer Stelle:

“If Modernity, or Modernism, is our Antiquity, then its ruins have become every bit as fascinating, poignant and morbid as those of the Greeks or Romans were to the 18th century.”

Plattenbauten fasziniert demzufolge also, weil sie Zeugnisse ablegen für die radikalen Versuche des Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie ein anderes, neues und besseres Leben für die Menschen zu schaffen. Nach dem Ende der goldenen Ära der Sozialdemokratie im Westen und dem Zusammenbruch des Ostblocks triumphierte weltweit der Neoliberalismus. Dieser bekommt ja nun seit einiger Zeit immer mehr Risse und befindet sich auch ökonomisch in einer Dauerkrise. Wer weiß was wir demnächst fotografieren werden?