Posts Tagged ‘Mord’

Berkin Elvan von Polizei ermordet

Mittwoch, März 12th, 2014

In der Türkei gibt es wieder Proteste nachdem der 14 Jahre alte Berkin Elvan nach neun Monaten im Koma im Krankenhaus gestorben ist. Die Polizei hat Berkin mit einem Tränengaskannister in den Kopf geschossen.

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DE | ‪#‎Todinistanbul‬ #BerkinElvan , ein 14 jaehriger Junge, ist heute im Koma gestorben. Er wurde am 16 Juni von einem 850gr. Traenengaskanister am Kopf getroffen. Er war nicht gekommen um zu protestieren, sondern kaufte ein Brot im Laden und war auf dem Weg nach Hause. Seit heute Morgen werden die Menschen, die zum Krankenhaus gekommen sind, um ihr Beileid auszusprechen, wieder von Gaskanistern bombardiert. Die Gassbomben werden teilweise auch ins Krankenhaus geschossen. Ein weiterer Mann wurde bei diesen Attacken am Kopf getroffen und schwer verletzt- er ist derzeit bewusstlos. Lasst alle wissen, was hier los ist! Der Staat laesst morden ohne mit der Wimper zu zucken!
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2004/2014 – Vor 10 Jahren wurde Mehmet Turgut in Rostock von Neonazis ermordet

Mittwoch, Februar 19th, 2014

In diesem Jahr jährt sich der Mord an Mehmet Turgut zum 10. Mal. Das Gedenken am Tatort wird am 25. Februar im dritten Jahr nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrundes mit einer offiziellen Einweihung eines Gedenkortes erstmals auch von Seiten der Stadt Rostock durchgeführt. Die Zahl der Artikel rund um das Datum des 25. nimmt bereits zu. Im Vergleich zu vergangenen Jahren finden deutlich mehr Veranstaltungen statt.

Auch im Peter Weiss Haus wird sich des Themenkomplexes Gedenken in Rostock mit eienr Veranstaltung angenommen, deren Vorankündigung verspricht das Agieren der Stadt, die rassistischen Diskurse um das Erinnern aber auch die Rolle linker- und zivilgesellschaftlicher Akteure kritisch in den Blick zu nehmen:

19 Jahre nach dem Pogrom von Lichtenhagen stand Rostock wieder als Tatort rassistischer Gewalt in den Schlagzeilen. Die Selbstenttarnung des NSU und das Bekanntwerden der Umstände des Mordes an Mehmet Turgut drängten der Stadt sowie der gesamten Gesellschaft eine neuerliche Auseinandersetzung mit Rassismus auf. Seitdem hat sich eine Debatte um die Institutionalisierung eines Gedenkens entsponnen. Diese beinhaltete zunächst Forderungen nach einer Straßenumbennung und Einrichtung eines Gedenkortes, war aber vor allem auch nicht frei von rassistischen Äußerungen und Denkmustern.
Zum 10. Todestag von Mehmet Turgut hat die Stadt Rostock einen offiziellen Gedenkort geschaffen und versucht sich erstmals an einer eigenen Gedenkveranstaltung am Tatort in Toitenwinkel. Am Vorabend des 25. Februars lädt die Initiative „Mord verjährt nicht!“ zu einem Vortrags- und Diskussionsabend ins Peter-Weiss-Haus ein. Im Rahmen der Veranstaltung wird aus Quellenmaterial das Zusammenspiel der Akteure von kritischer Zivilgesellschaft, Medien und Lokalpolitik in der Auseinandersetzung um ein würdiges Gedenken nachgezeichnet. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf dem zögerlichem Agieren der Stadt, den rassistischen Ausfällen in der Debatte aber auch der unzureichenden Interventionen antirassistischer – und antifaschistischer Akteure.

Grüne unterstützen Vorstoß zur Einrichtung eines Untersuchungsausschuss in MV nicht

Mittwoch, März 6th, 2013

Warum, kann man in einer 5-seitigen Erklärung hier nachlesen. Klick!

Im wesentlichen werden dabei Probleme ins Feld geführt, die bereits in der öffentlichen Debatte aufgegriffen wurden. „Arbeit zieht Arbeit nach sich“ – dies etwas flapsige Wort gilt auch für das Gegenteil: Wer keine Akten hat, die die eigene Behörde belasten, braucht auch nichts noch einmal zu untersuchen. Während der Innenminister daraus den Schluss zieht, seine Schlapphüte besser ausstatten zu lassen, ziehen die Grünen hier eine andere Konsequenz und diese Entscheidung ist vermutlich das beste an der ganzen Erklärung. Zivilgesellschaftliche Initiativen müssen sich schon jetzt vor Gericht mit einer Behörde rumschlagen, die Nazisttukturen über V-Leute finanziert und gleichzeitig versucht aktive und effektive Arbeit gegen Rassismus und Neonazismus unter dem Banner der Extremismusbekämpfung tatkräftig zu behindern. Solchen Behörden mit dem nachvollziehbaren Wunsch nach Konsequenzen aus dem NSU Skandal paradoxerweise noch eine Vorlage zum Ausbau ihrer Strukturen zu liefern wäre in der Tat sehr unschön.

Nichts hören, nichts sehen, nichts schreddern?

Mittwoch, Februar 20th, 2013

Das Innenministerium legte gestern den Fraktionen des Landtages einen Bericht zu den Ermittlungen über Verbindungen des NSU nach Mecklenburg Vorpommern vor. Darin behauptet Caffiers Behörde unermüdlich, dass es keine Hinweise oder Kenntnisse über Verbindungen des NSU ins Bundesland gäbe. – Andrea Röpke meldet dazu im Blick nach Rechts einige Zweifel an.

Gedenken an Mehmet Turgut und alle Opfer rassistischer Gewalt

Samstag, Februar 16th, 2013

Auch in diesem Jahr wird es im Rostocker Stadteil Toitenwinkel wieder eine Gedenkkundgebung für Mehmet Turgut und alle Opfer rassistischer Gewalt geben. Am 25. Februar 2004 hatten die Neonazis der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund im Neudierkower Weg Mehmet Turgut mit mehreren Schüssen hingerichtet.

25.02.2013// 15:30 Uhr// Neudierkower Weg// Rostock-Toitenwinkel

KF: Protest bei Podiumsdiskussion an Universität Rostock

Freitag, Januar 18th, 2013

Ausführlicher Beitrag bei Kombinat Fortschritt über die Störung eines Auftrittes des Verfassungsschutz MV bei einer Podiumsdiskussion an der Universität Rostock.

Auf Nachfrage des ehemaligen Ausländerbeauftragten und Lichtenhagen-Zeitzeugen Wolfgang Richter zu rassistischen Ermittlungsansätzen der zuständigen Behörden antwortete Flenker, dass Rassismus ihm fern läge, schließlich sei sein Nachbar ein türkischer Gemüsehändler und deshalb könne er die Angehörigen verstehen. Auf die Nachfrage aus dem Publikum was denn geschähe, wenn der Verfassungsschutz abgeschafft würde antwortete Flenker, dass der Gesellschaft ein Frühwarnsystem verloren gehen würde – Frühwarn(!)system muss in den Ohren der Angehörigen und Freunde der 10 Mordopfer wie Hohn klingen. Aber was zählt in dieser Gesellschaft und dieser Behörde das Empfinden der Angehörigen?
Einen weiteren Tiefpunkt erreichte er, als er die Fehler des VS mit den Worten relativierte, dem Finanzamt würden bei der Steuererklärung eben auch Fehler passieren.

Peter Nowak: Tod im Getreidefeld

Montag, März 12th, 2012

In der Jungle World gibt es einen Artikel über einen Dokumentarfilm, der an zwei rumänische Migranten erinnert, die im Juni 1992 in Mecklenburg-Vorpommern in einem Getreidefeld mutmaßlich von Polizisten und einem Jäger erschossen wurden. Der genaue Tathergang wurde bisher nicht aufgeklärt.

Die Namen Grigore Velcu und Eudache Calderar kannte bisher kaum jemand. Das könnte sich bald ändern. In wenigen Monaten wird der Dokumentarfilm »Revision« in die Kinos kommen, der den bislang ungeklärten Tod der beiden Roma aus Rumänien in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern in den frühen Morgenstunden des 29. Juni 1992 zum Thema hat. Schon auf der Berlinale sorgte Philip Scheffners Film für Diskussionen. Vielleicht auch, weil die Männer den falschen Pass hatten, gab es in den Medien damals nur eine kurze Meldung zum Tod Velcus und Calderars. Die offizielle Version lautet, die beiden Männer seien beim illegalen Übertritt der deutsch-polnischen Grenze von Jägern erschossen worden, die die Gruppe, die in dem Getreidefeld auf ihren Transfer wartete, mit Wildschweinen verwechselt hätten. Die Schützen konnten schnell ermittelt werden. Ein ehemaliger Polizist und passionierter Jäger aus der Region sowie ein Jäger aus Hessen wurden wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Nachdem das Verfahren über mehrere Jahre verschleppt worden war, erfolgte ohne jede kritische Öffentlichkeit die Einstellung. Auch eine Revision wurde verworfen. Es habe nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden können, wer die tödlichen Schüsse abgegeben habe, die beide Männer getötet haben, lautet die Hauptbegründung für die Einstellung.

Den ganzen Artikel bei der Jungle World lesen.

Gedenkkundgebung in Rostock Toitenwinkel

Dienstag, Februar 28th, 2012

25.02.2004 – 25.02.2012

Samstag, Februar 25th, 2012

Einen Bericht der heutigen Kundgebung zum Gedenken an Mehmet Turgut gibt es beim Kombinat-Fortschritt.

Schon Vergessen?

Sonntag, November 21st, 2010

Bereits in den 1990er Jahren kam es in Vorpommern zu Morden an Obdachlosen, doch im Jahre 2000 eskalierte die Situation und es kam zu einer ganzen Reihe von Morden in der Region. So zum Beispiel in Ahlbeck, wo vier rechte Junge Männer einen 51 Jährigen zu Tode prügelten. Nicht immer wurden die Morde als politische Taten klassifiziert, wie zum Beispiel in Grimmen, wo zwei Nazis einen alkholkranken Mann in dessen Bett zu Tode traten. (In einem weiteren Fall in der Kleinstadt folterten rechte Jugendliche einen Obdachlosen mit einem Hammer.) (mehr …)