Archiv für das 'Nazis'-tag

Was ist los in Güstrow-Dettmannsdorf?

An einer Ausfallstraße geht kurz vor dem Ortsausgangsschild der „Wald-Weg“ ab. Die kleine Straße mit den Straßenschäden führt in eine Siedlung von kleinen zweistöckigen Einfamilienhäusern die zu DDR Zeiten gebaut wurden. Vor jedem Häuschen gibt es einen Vorgarten, hinten auf der Terasse versammelt man sich im Sommer zu Grillfeiern. Es ist ruhig in Güstrow-Dettmannsdorf. Außer einigen Rentnerinnen sind kaum Menschen auf der Straße unterwegs. Das erste Gebäude gleich neben der Abzweigung von der Ausfallstraße ist das alte Internat der Deutschen Bahn. Auf der von Wind und Wetter mitgenommenen Fassade kann man das ausgeblichene Firmenlogo erkennen. Aus dem Jägerzaun rund um das Gebäude sind die Latten herausgebrochen worden. Fenster und Türen des Hauses sind mit Brettern verrammelt und zugenagelt. Etliche Jahre liegt die letzte Renovierung dieses Hauses zurück das bereits zu Zeiten der DDR errichtet wurde. Hier, in dieses Haus am Rande der Stadt sollen die Flüchtlinge einquartiert werden. Dagegen machten unmittelbar nach dem ersten Bekanntwerden dieses Planes eine Gruppe von Anwohner_innen Front.

“Ich habe nichts gegen Ausländer. Aber…“ ‘Was ist los in Güstrow-Dettmannsdorf?’ weiterlesen

23.03.12 Güstrow: Rassisten stoppen!

Am Samstag den 23. März ruft die NPD zu einer Demonstration nach Güstrow auf. Die Neonazis wollen dort gegen eine geplante Unterbringung von Flüchtlingen hetzen. Bei bekanntwerden der Pläne zur Unterbringung war es in der näheren Umgebung des möglichen Heimgebäudes bereits zu rassistischen Äußerungen gekommen. So hatte eine lokale Bürgerinitiative einen offenen Brief veröffentlicht der kein noch so dummes rassistisches Klischee ausgelassen hat. Offensichtlich geht die NPD davon aus, dass sich unter diesen Bedingungen leicht solche Stimmungen anfachen und mit dem Auftreten als Kümmerer die Bürger_innen vor Ort gut angesprochen werden können.  – Linke Gruppen aus dem Bundesland rufen dazu auf den Naziaufmarsch nicht ungestört laufen zu lassen. Mehr Informationen gibt es dazu bei bei der Mobi-Seite des Antifaschistischen Bündnisses “Rassisten stoppen!”, welches am 9.November 2012 in Wolgast erfolgreich einen Naziaufmarsch der NPD blockiert hat.

Neonazis wollen in Güstrow rassistische Stimmungen gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft schüren

Die Propaganda-Portal der NPD, MupInfo hat heute morgen eine Demonstration in Güstrow gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft im Ortsteil Dettmannsdorf angekündigt. Derzeit verbreitet sich diese Nachricht unter Antifaschist_innen in den sozialen Netzwerken. Dort heißt es unter anderem:

“Verbreitet die Nachricht. Wir werden die Nazis nicht ungestört laufen lassen. Rassisten stoppen!”

Derzeit ruft bspw. das landesweite Bündnis “Rassisten stoppen – Solidarität mit Flüchtlingen” via Facebook dazu auf, die Ankündigung der Nazis nicht hinzunehmen. In welcher Form sich der rassistischen Hetze entgegengestellt werden soll ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar. In Kürze wird es dazu aber sicherlich mehr Informationen geben.

Update:

Die antirassistische und antifaschistische Gruppe Güstrow lässt derzeit via FB folgendes verlauten:

Am 23.03. wollen die Nazis bei uns in Güstrow marschieren und gegen das Flüchtlingsheim hetzen! Das gilt es zu verhindern! Wir werden uns ihnen in den Weg stellen.

Nun ist es an der Zeit, den Faschisten zu zeigen, dass Güstrow kein ruhiges Hinterland ist. Es ist nicht ihre Homezone.

Wir planen bereits Gegenmaßnahmen und halten euch auf dem laufenden.

Hoyerswerda 2012: “Wo wart ihr 91?”

Zeitzeuginnen im AIB

Über das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen in den Tagen vom 22. bis 24. August 1992, die Reaktionen unabhängiger Antifaschist_innen, über Verantwortung und historisches Versagen sowie die bis heute anhaltenden Konsequenzen des Pogroms sprach das AIB mit Olga, Karen, Erwin und Paul, Antifaschist_innen aus Rostock und Berlin, die während des Pogroms vor Ort waren.

Force Attack 2012 in Stavenhagen #update#

Freunde des zünftigen Shitsstorms, Trolle und Prokastinateurinnen aller Länder! Wo geht heut im mecklenburgischen Interwebs die Party ab? Richtig! Thema des Tages ist das Force Attack und die Frage ob es tatsächlich über die Bühne gehen wird. Aufgebaut ist es; erklärt, dass es stattfinden soll wurde es. Der Bürgermeister von Stavenhagen sagt allerdings, dass der Veranstalter 10 000 Tacken Strafe zahlen soll, wenn er das durchzieht. Soweit zu den Ausgangsbedingungen. Das wahre Elend findet sich aber auf der offiziellen FB Seite zum Festival. Dort wird geschimpft, bessergewusst und nachgerechnet, dass es kracht. Sogar eine Gruppe zur Organisierung einer Sammelklage gibt es. Wahnsinn!

Lieber Punkrock, eine Frage noch…

Von der offiziellen FB Seite heißt es jetzt:

Good News!!!
Die privaten Soli-Party “Rettet das Force Attack!” ist nun auch dank eurer Unterstützung behördlich genehmigt. Die Polizei lässt euch am Bahnhof Stavenhagen wieder aussteigen und ihr könnt auch problemlos anreisen.
Es gibt eine offiziellen Zeltplatz von einem Bauern 800 m entfernt, der kostet 5€.
Die ersten Bands sind schon da und feiern hier.

25. August 2012 Bundesweite Demonstration

“Mir san Mir” wie der Ossi eben so zu sagen pflegt.

Bei Kombinat Fortschritt gibt es eine schöne Retourkutsche zum sehr ärgerlichen, weil extrem bemühten aber dennoch nicht guten Ossi-Bashing in der Jungle World.

Gedenkkundgebung in Rostock Toitenwinkel

Golden Shower-White Power …oder Mitten im Leben in Rostock

Nach dem Buttersäure-Anschlag auf den Awiro e.V. platzen die Rostocker Nazis im Internet vor Spott und Häme. So war zumindest der Plan. Die immer neuen Kommentare und Artikel sind allerdings weit davon ab, eine Kette von immer niveauloser werdende Entäußerungen von Schadenfreude zu sein. Tatsächlich bietet sich ein anderes, sehr aufschlussreiches Bild, wenn die nationale Rachefantasie an der Tastatur mit den Autoren durchgeht. Man muss nicht besonders viel von Psychoanalyse verstehen, Zizek-Fan sein oder die Studien zum autoritären Charakter intensiv rezipiert haben, um zu sehen, dass die Art und Weise des Schreibens und Beschreibens eines fiktiven Geschehens von Kot-essen etwas Lustvolles hat. Ganz so, wie eine nicht unerhebliche Anzahl von Kinderschützern sich die sexuellen Übergriffe auf Minderjährige extrem detailliert ausmalen, so beschreiben die Nazis der NSR hier eine unterstellte Perversion und schieben sie auf einen ihrer politischen Gegner ab – weil sie selbst anders nicht zum Verbotenen vordringen können.

Und an dieser Stelle wird es traurig. Während aufgeklärte Menschen auch nach einem emanzipativen Sexualverständnis streben, dass nichts moralisch verurteilt, was im freiwilligen Einverständnis zwischen mündigen Partner_innen geschieht und nicht das leibliche und seelische Wohl Dritter gefährdet, verleugnen Nazis alles was von ihrer Ideologie abweicht als abnormal. Wenn die Lustbesetzung von Kot aber pervers ist und man selbst als Nationalist per se auf der Seite der Gesunden steht, dann können eben nur die Anderen pervers sein und die einzige Möglichkeit an ihren verbotenen Freuden teilzuhaben ist, sich obsessiv mit den Perversen zu beschäftigen.

Das Traurige ist natürlich, dass die armen Nazis auf diese Weise nie zu einer eigenen unmittelbaren Verschmelzung mit dem geliebten bzw. begehrten Objekt, in diesem Fall dem Kot vordringen können. Dies wiederum fördert die Aggressionen, derjenigen Frustrierten, die nie auf ihre Kosten kommen und sich die Welt als einen furchtbar ungerechten Ort vorstellen an dem die Ausländer immer die Frauen wegnehmen, die Homosexuellen einfach ungestraft Spaß haben dürfen, ohne sich um Volk und Familie zu kümmern und eben auch die Linken sich allen möglichen Lüsten hingeben, die dem arischen Kämpfer für die Sache seines Volkes verboten sind. Kurzum, man fühlt sich wie immer gefangen in der Opferrolle (- und das nicht ganz von ungefähr).

In diesem Sinne beibt dem Michael, dem Thomas, dem Danny, dem Daniel und auch dem David Norbert nur zu wünschen, dass sie sich – vielleicht zunächst im geschützten Ort, der abgeschlossenen Toilette z.B. – dem eigenen Kot zuwenden und ihn probieren. Und wenn es ihnen gefällt, dann können sie aussteigen, können alle ihre Kameraden verraten und es wird keinen Tag mehr geben an dem sie mit schlechtem Gewissen ihre Lüste auf andere projizieren müssen. Steigt aus! Damit ihr schon morgen kraftvoll zubeißen könnt! Die Welt würde zu einem friedlicheren, zu einem schöneren Ort für uns alle. In diesem Sinne: “Wer hat uns verraten? Nationaldemokraten! Wann hab ich’s gecheckt? Beim Baden im Natursekt!”

Dresden 2012 – Watt is jetzt?

Zuletzt gab es positive Signale aus Dresden, die aber gleichzeitig Fragen aufgeworfen haben. Offensichtlich ist Europas größter Naziaufmarsch ganz kurz vor dem Ende. Andererseits werden auch ohne erkennbare Mobilisierung und deutlichem Anzeichen von Streit innerhalb bzw. zwischen den Naziszenen, die Anmeldungen aufrechterhalten. Was ist also im Februar 2012 zu tun? Indymedia hat dazu ein exklusives Interview mit Dresden Nazifrei.

Sind die nass oder watt??

Die sächsische Demokratie versucht sich mit einer Charme Offensive. So weit wie sie das in ihrem sehr eng gestecktem Rahmen eben kann. Den ganzen Hintergrund gibts hier.

P.S.: Die Kommentatre bei Youtube unter dem Video sind schon mal ganz gut. Smells like Shitstorm! :D

Weiter geht’s!

Die beeindruckende Demo in Greifswald hat Bock auf mehr gemacht und in garnicht allzu langer Zeit ist es auch schon wieder soweit:

Aller guten Dinge sind drei!
BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar ‘Weiter geht’s!’ weiterlesen

Neue Bilder von der Greifswalder Kreistagssitzung


“Linksextreme greifen Polizisten und nationale Bürger an, die sich ihrer Haut wehren, so gut sie können.”(NPD Propaganda)

Anlässlich des Protestes gegen die NPD-Fraktion im Keistag von Vorpommern-Greifswald war es zu Übergriffen von Neonazis auf protestierende Bürgerinnen und Bürger der Stadt Greifswald gekommen. Die NPD hatte, nachdem sie von Protestvrohaben gegen sie erfahren hat, die eigenen Kader angehalten sich als Zuhörer unter das Publikum zu mischen. Nach wiederholten Störungen eines Redebeitrages von Michael Andrejewski hatte der Kreistagspräsident Michael Sack (CDU) die Räumung der Zuschauertribüne angeordnet. Im Zuge dieser Aufforderung den Saal zu verlassen stürmten die Neonazis auf die Tribüne und bedrohten und bedrängten und schubsten Antifaschistinnen und auch andere Menschen die sie für solche hielten. Eine Livestream-Kamera der Piratenpartei wurde von der Empore gestoßen. Die NPD stellte die Vorgänge im Nachhinein so dar:

Für die Linksextremen war das das Signal zum Angriff. Sie attackierten nicht nur die Zuschauer, die sie für NPD-Anhänger hielten, sondern versuchten auch, Polizeibeamte der MAEX, der Spezialeinheit gegen Rechts, zusammenzuschlagen, weil einige von denen eher wie Nationale aussahen. Einer konnte gerade noch im letzten Augenblick seine Dienstmarke zücken, ehe es Prügel gesetzt hätte.

In einem Video des Lokalsenders Greifswald TV kann man nun Szenen aus “der linksextremistischen Terrorhochburg Greifswald” selbst begutachten:


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Gegen die massive Welle der rechten Gewalt, die Greifswald in diesem Jahr immer wieder erschütterte, hat sich ein antifaschistisches Bündnis zusammengeschlossen und ruft zur Teilnahme an der Demonstration “Zieht euch warm an!” am kommenden Samstag den 10.12.2011 um 13 Uhr am Südbahnhof auf.

Antifademo Greifswald

++Greifswald: NPD-Anhänger greifen während der Sitzung Publikum im Kreistag von Vorpommern-Greifswald an!++

Wenn es angesichts der zahlreichen rechten Gewalttaten diesen Jahres in Greifswald noch eines Grundes bedurfte, um die Notwendigkeit von antifaschistischer Gegenwehr gegen die rechten Umtriebe der NPD und ihrer Laufburschen der Nationalen Sozialisten Greifswald einzusehen, dann ist es vielleicht dieser:

Am heutigen Montag, dem 5.Dezember 2011 haben Anhänger der NPD-Fraktion das Publikum des in Greifswald tagenden Kommunalparlaments des Landkreises Vorpommern-Greifswald angegriffen. Gegen die Neonazis, die bei der letzten Wahl in Fraktionsstärke in die Vertretung des neuen Landkreises gewählt wurden, hatten Nazigegner_innen hatten mit lautstarken Buh-Rufen protestiert. Nach dem Zeigen eines Transparentes und einiger Luftballons sollte das Publikum von der Sitzung ausgeschlossen werden. Das Blog Daburna berichtete ,dass laut Aussage von Augenzeugen während der Saalräumung auf ein mal 15 bis 20 schwarz gekleidete Personen auf die mit friedlichen Bürgerinnen – darunter auch Kinder – besetzte Empore der Stadthalle Greifswald gestürmt und gegen diese gewalttätig vorgegangen seien.
Die Sitzung des Kreistages wurde daraufhin kurz nach 17 Uhr abgebrochen und vertagt.

Dieser Überfall der rechten Schläger und Handlanger der NPD setzt eine Reihe von Angriffen auf linke und nicht-rechte Menschen und Projekte in der Hansestadt fort. Gegen die massive Welle der rechten Gewalt, die Greifswald in diesem Jahr immer wieder erschütterte, hat sich ein antifaschistisches Bündnis zusammengeschlossen und ruft zur Teilnahme an der Demonstration “Zieht euch warm an!” am kommenden Samstag den 10.12.2011 auf.

Antifademo Greifswald

-siehe auch: Ostsee-Zeitung: Abgrenzungsprobleme im Umgang mit der NPD

++UPDATE++

Wie in der Zwischenzeit bekannt wurde, befanden sich unter den gewalttätigen Neonazis auf der Zuschauertribüne bekannte NPD Abgeordnete und Fraktionsmitarbeiter. Die Geschehnisse sind mithin nicht als das Werk von Anhängern, sondern als Werk der NPD selbst anzusehen.

Pressemitteilung der Grünen im Kreistag

Mitteilung des NDR