Posts Tagged ‘Neubrandenburg’

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #11

Sonntag, Mai 3rd, 2015

Tage an denen große Protestveranstaltungen anstehen, sind über die Dauer der Zeit in der Wahrnehmung oft geprägt von einer Mischung aus Hektik und Aufregung aber auch von Langeweile und Abwarten – oft ist es dabei eine angespanntes Warten, in dem sich beide Zustände vermengen. Dabei gerät an solchen Tagen oft eine Dimension aus dem Blick, die allerdings für Gelingen oder Scheitern der eigenen Ziele immens wichtig sein kann: die Beschaffenheit des Raumes. Selbst in Phasen des angespannten Wartens, etwa beim Sitzen in einer Blockade, liegt die Aufmerksamkeit oft vor allem auf den menschlichen Interaktionen. Aber von der Beschaffenheit des eher als Territorium verstandenen Containerraumes – von dem Inhalt und dessen Anordnungen – kann viel für die Möglichkeiten abhängen, ob in ihm durch das politische Handeln ein anderer, ein politischer bzw. politisierter Sozialraum wird, in dem das solidarische Handeln der Versammelten eine Handlungsmacht gegenüber den politischen Gegner_innen und der bewaffneten Polizei hervorbringt. Die Dimension des Raumes ist im Bewusstsein der Handelnden oftmals auf den einer Kulisse beschränkt. Dabei wirkt die Beschaffenheit des Raumes (- der Inhalt und seine Anordnung in einem Containerraum -) auch mehr oder weniger unbewusst darauf wie bedrohlich oder friedlich eine Situation erscheint.

Zum 1. Mai in Neubrandenburg gibt es bereits eine Reihe von Bilderstrecken. Sie zeigen vor allem die Handlungen von Menschen. Im Sinne einer Sensibilisierung für den Raum oder möglicherweise sogar einer kleinen Psychogeographie des 1. Mai werden in diesem Beitrag abseitige Bilder des Tages gezeigt, welche in den kurzen Momenten zwischen Phasen erhöhter Intensität aufgenommen wurden. Es sind kleine Augenblicke, die ein Stück weit aus der sozialen Zeit des Protestgeschehens herauszufallen scheinen. Solche Augenblicke können aber eine Reihe Fragen aufwerfen: Wo bin ich hier? Was mache ich hier eigentlich gerade? Was bedeutet das alles? (mehr …)

Zur rassistischen Kundgebungstour der NPD durch das Bundesland

Dienstag, Juli 30th, 2013

Das Medienkollektiv hat einen Videobericht von den Protesten gegen die rassistische Hetze der NPD auf dem Neuen Markt in Rostock veröffentlicht. Die Neonazis sahen sich dort am vergangenen Freitag massiven Protesten ausgesetzt und mussten ihre Veranstaltung abbrechen nachdem Redner und Ordner massiv in ihrem Vortrag gestört und u.a. mit Eiern, und Bioabfällen aus Obst und Gemüse beworfen wurden.

Am gestrigen Montag tauchte die NPD in der Innenstadt von Greifswald auf. Auch dieses Mal gab es wieder Proteste, wenn auch im Ausmaß kleinere. Diese wurden angesichts verschiedener ungünstiger Faktoren von lokalen Aktivist_innen dennoch als Erfolg gewertet. Gegen Ende der Veranstaltung nutzte der „Ordnerdienst“ der NPD die Gelegenheit einer polizeilichen Maßnahme für einen konzertierten Angriff auf Gegendemonstrant_innen. Da der Übergriff gut fotografisch dokumentiert ist, zeigt sich einmal mehr, was die wirkliche Aufgabe des „Ordnerdienstes“ der NPD ist. Es geht nicht darum Ordnung zu schaffen. Vielmehr handelt es sich um eine Truppe, die bspw. über Funk koordiniert auf Befehl Angriffe im Umfeld von öffentlichen NPD-Veranstaltungen durchführt. In Greifswald ging die Taktik am Montag indes nicht planmäßig auf. Ein Neonazi wurde von der Polizei nach einer Körperverletzung gestellt.

Eine Fotogalerie von dem Vorgang gibt es auf dem Blog der Grünen. Klick!

Am heutigen Dienstag werden die Nazis um 12 Uhr in Neubrandenburg erwartet. Im Internet kursieren bereits Aufrufe gegen die rassistische Hetze zu protestieren. In Neubrandenburg, wo heute gleichzeitig zum Auftritt der neonazistischen Hetzer ein Markttag stattfindet, sitzt die NPD auch im Kreistag des Großkreises Mecklenburgische Seenplatte.

Konzert: Verwahrlost und The Fight

Freitag, Januar 11th, 2013

Verwahrlost bringen untypischen* NB Sound. Zumindest das aus dieser Stadt, womit ich in meiner Jugend aufgewachsen bin, wie man so sagt, klang ganz anders. Die Band liebäugelt mit allen möglichen Spielformen von Punk in die mal exemplarisch reingeschnuppert wird. Einiges gefällt durchaus. Verwahrlost sollten sich allerdings entscheiden, was sie machen wollen. Möglichkeiten gäbe es verschiedene. Gute Ansätze waren da. Panzer is der Hammer.

The Fight

Hohe Erwartungen und ein Publikum insgesamt von Post-Pubertät bis Post Graduate. Natürlich gibts immer noch mehr Männer als Frauen, aber eine doch sehr hohe Frauenquote. Beim Blick durch das Publikum fällt mir auf: politisch korrekte und in nahezu auf jede tierisch-tierische und menschlich-tierische Lebensformen voll sensiblisierte Veganer, die sich vor noch nicht all zu langer Zeit das violent dancing abgewöhnt haben und dies aber noch nicht ganz verbergen können. Dazu kommen des weiteren: SXE-Vegetarier, die sich überhaupt garnicht das violent dancing abgewöhnt haben, aber auch nur vorbei kommen, um die nächste eigene Show zu bewerben. Aber, Ach scheiße! Die größten Kritiker der Elche haben früher auch Kurhaus-Alben gehört. Zurück zum Thema. Gute Ansagen von The Fight, schönes Einschwören auf HC Geschichte, die ein Großteil des Publikums nicht erlebt haben dürfte und zwar genau weil es zu der Zeit noch keine entsprechende Internetbandbreitenstandarts gab. Aber auch die Erinnerung, dass der europäische Rechtspopulismus nicht nur ein Phänomen aus den Nachrichten über weit-entfernte Orte ist, sondern eine lebensgefährliche Realität für alle die dem rechten Schwachsinn nicht entsprechen können und wollen. Allgemein: Ansagen waren gut und die Show wurde immer sympathischer mit dem voranschreitenden Verlauf. Schöner Meilenstein: Die dickste-Eier-Version-ever von „Ever Fallen In Love With“ der Buzzcocks <3 – A Propos, More Lovesongs in Hardcore. Wenn diese Band mal ne Sreamo-Platte macht, verfalle ich ihnen vollends.


*in meiner persönlichen mentalen Landkarte steht die ostmecklenburgische Landmetropole noch entweder für 90er Jugendzentrums-HC, Grind, Powerviolence, Kruste, Screamo, etc. und/oder später halt auch sog. Schweine-Oi! bis ran zur Grauzone!

Judith Butler: Bodies in Alliance

Montag, April 30th, 2012

Morgen werden in Neubrandenburg die Neonazis der NPD blockiert, die dort zum widerholten Male am Kampftag der Arbeiter_innen mit rassistischer Hetze auftreten wollen. Ein breites Bündnis von Antifaschistinnen und Antifaschisten, Linken, Grünen, Sozialdemokraten, Christen und sogar Christdemokraten will ihnen dies nicht einfach so durchgehen lassen und ruft dazu auf die Nazis in Neubrandenburg zu blockieren. Blockieren, dass heißt mit seinem Körper und dessen Präsenz auf der Straße politisch zu handeln. Dazu noch einen kleinen Gedanken, aus einer Rede die Judith Butler vor der General Assembly von Occupy Wallstreet in New York gehalten hat:

[…] we’re not just demanding economic justice and social equality, we are assembling in public, we are coming together as bodies in alliance in the street and in the square, we’re standing here together making democracy in acting the phrase, “We The People.”

Ich glaub es geht schon wieder los… Die NPD kommt am 1.Mai wieder nach NB

Freitag, April 6th, 2012

Das darf doch wohl nicht wahr sein! Nazis? Am 1. Mai? In MV? Ich glaub es geht schon wieder los!

Nachdem es in den vergangenen Wochen bereits rumorte, ob nach den erfolgreichen Blockaden zum 1. Mai in Greifswald im vergangenen Jahr, 2012 wieder die Hansestadt das Ziel der NPD-Demoreisegruppe werden würde, liegt nun eine Anmeldung für 11 Uhr in der Neubrandenburger Oststadt vor.

Als Anmelder fungieren, wenig überraschend, wieder …

Am 1. Mai heißt es im Bundesland also wieder „Raus aus der Scheiße – Rauf auf den Bock!“ Ab in die Vier Tore Stadt zum Naziaufmarsch verhindern!

Samstag, Juli 31st, 2010

(via)