Posts Tagged ‘Occupy’

Lässt sich die Brinke-WG in einem internationalen Kontext betrachten?

Mittwoch, Oktober 8th, 2014

Drüben bei Kombinat-Fortschritt gibt es eine Reportage mit Bildern von der seit über 6 Tagen anhaltenden Besetzung der Brinkstraße 16-17 in Greifswald. In Zeiten in denen seit Jahrzehnten neue Hausbesetzungen innerhalb der ersten 24 Stunden geräumt werden, ist dies ein sehr bemerkenswerter Umstand. Die Besetzung in der Brinkstraße hat aber auch nichts mit den Bildern von militantem Straßenkampf, wie er in den frühen 1980er Jahren in Westdeutschland und in Ostdeutschland in den frühen 1990ern praktiziert wurde (-unter etwas anderen Umständen übrigens auch in Greifswald, wo Nazis selber besetzten und linke und alternative besetzte Häusern mit Steinen und Molotov-Cocktails angriffen), zu tun. Wenn man die aktuelle Besetzung mit etwas vergleichen will, scheint es in Deutschland im Moment nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten zu geben.

In internationaler Perspektive sieht dies schon anders aus. (mehr …)

Doku-Trailer: We don’t like Samba!

Freitag, Juni 13th, 2014

Noch spannender wäre vllt. eine Unterlegung mit brasilianischer Bass-Music gewesen, aber der Trailer macht so auch Gänsehaut. In den nächsten Tagen soll die ganze Doku rauskommen.

Why It’s Kicking Off Everywhere: The New Global Revolutions

Donnerstag, November 21st, 2013

BBC Journalist Paul Mason über das Thema seines Buches Why it’s kicking off everywhere:

Taksim Commune: Gezi Park and the Turkish Uprising

Mittwoch, August 7th, 2013

Preoccupying: David Harvey

Mittwoch, August 7th, 2013

Die Occupied Times aus London hat ein Interiew mit David Harvey.

Organisierte Multitude?

Freitag, August 2nd, 2013

Multitude bezeichnet die Perspektive des Betrachtenden, nicht die des Teilnehmenden. Wenn du Teil der Multitude bist, fühlst du dich nicht so unbestimmt, wie der Begriff es suggeriert. Jede Multitude enthält viele Ministrukturen, Gruppen und Identitäten, Gemeinsamkeiten, Widersprüche und Unstimmigkeiten. Gerade aufgrund dieser Vielfältigkeit haben die neuen Protestbewegungen etwas sehr Wichtiges erreicht: Sie haben unglaubliche soziale Fähigkeiten entfesselt, und das ist extrem wichtig in einer Gesellschaft, in der wir alle als individualisierte Konsumenten erzogen werden.


Saskia Sassen, »Die Proteste machen den Fehler im System sichtbar«

Das Unvernehmen

Sonntag, Juni 23rd, 2013

„Die Stimme der Straße muss gehört und respektiert werden und kann nicht verwechselt werden mit dem Krach und der Grausamkeit einiger Rabauken“ – Dilma Rousseff

„Wir sind alle Çapulcu! Wir sind alle Marodeure! Taksim ist überall!

Donnerstag, Juni 13th, 2013

Aus einem aktuellen Aufruf der Interventionistischen Linken:

Frankfurt und Istanbul. Weltweit gleichen sich die Bilder – trotz der Unterschiede im Ausmaß und in der Intensität dessen, was sie sichtbar machen: Brutalisierte Polizeieinheiten kesseln Demonstrant*innen ein, jagen die Menschen mit Wasserwerfern über Straßen und Plätze, stürzen sich zu dritt oder zu viert auf Einzelne, verdrehen Festgenommenen Arme und Beine, setzen ohne jede Rücksicht auf Unbeteiligte, ohne Rücksicht auch auf Alte oder Kinder Tränen- und Pfeffergas ein, schlagen mit ihren Knüppeln gezielt auf Journalist*innen, Sanitäter*innen, Rechtsanwält*innen ein. Wer auch immer ihr jeweiliger Dienstherr ist, der türkische oder der hessische Innenminister: umstandslos eignen sich die paramilitärisch hochgerüsteten Rollkommandos vorgeblich demokratischer Staatsmacht zum Einsatz auch im Auftrag diktatorischer Regimes. Daran ändert sich nichts, wenn das Oberkommando der Polizei eine Woche später Grußsignale über alle Frequenzen sendet: Wir wissen, dass sie bei nächster Gelegenheit wieder zuschlagen werden, unter der Anleitung irgendeines anderen Ministers, irgendeines anderen Ordnungsdezernenten.

#occupyGEZI on film

Mittwoch, Juni 12th, 2013

#occupyGEZI from Deniz Tarsus on Vimeo.

Wir erleben gerade eine Organisierung der bisher im Sinne bestehender Herrschaftsverhältnisse regierbaren Singularitäten, die ihre lähmende Angst verlieren, ihre Individualisierung aufbrechen und gemeinsam das Risiko stets ambivalenter gouvernementaler Regierungstechniken zwischen Unterwerfung und Selbstermächtigung gegen die bisherigen Techniken ihres eigenen Regierbarmachens zu wenden beginnen und Alternativen der Selbstregierung erfinden. – – Isabel Lorey, Demokratie statt Repräsentation – Zur konstituierenden Macht der Besetzungsbewegungen

A Polite Revolution

Freitag, Februar 15th, 2013

Seit über einem Jahr ist Occupy London Stock Exchange vor den Stufen der St. Pauls Kathedrale geräumt. Die Bewegung als solche ist damit aus den Augen der breiten Medienöffentlichkeit verschwunden. Der Film über die Besetzung der Friern Barnet Libary zeigt die Perspektiven und leiseren Töne, in gewisse Hinsicht auch das Vermächtnis der großen spektakulären Besetzung nach der Räumung. In Barnet, einem der reicheren Außenbezirke Londons und einer Hochburg der Konservativen haben Occupy-Aktivisten gemeinsam mit Bewohner_innen aus der Nachbarschaft eine leerstehende Bibliothek besetzt und wieder eröffnet. Die Friern Barnet Libary sollte im Rahmen der Kürzungspolitik mit dem Großteil der öffentlichen Dienstleistungen des Stadtteils privatisiert, das heißt verkauft werden. Nach mehreren Monaten ist der Status der besetzen Bibliothek in Gerichtsverfahren legalisiert worden. Die Bürger_innen und Bürger haben den sozialen Anlaufpunkt in ihrer Gemeinde zurückerkämpft und Occupy London hat einen Weg gefunden wie man im Kernland des politischen Gegners mit direkten Aktionen und zivilem Ungehorsam aber auch Gespür für den richtigen Ton zur richtigen Zeit das Terrain umkrempeln und den Neoliberalen die Basis streitig machen kann. (mehr …)

Protest, Mitte und Maßlosigkeit – Soziologen zu Deutschland

Mittwoch, Februar 6th, 2013

Eine Diskussion mit Herfried Münkler, Heinz Bude und Michael Hartmann zum Thema Protest, Mitte und Maßlosigkeit. Aus dem Ende des Jahres 2010. International ging es erst 2011 richtig ab. Aber die Konflikte um den Castor und S21 stellten in Deutschland auch schon das Momentum dar, welches sich in der Kette der Ereignisse im darauf folgenden Jahr fortsetzte. – Jetzt, 2 Jahre später steht es vorsichtig gesagt nicht mehr sehr gut um Stuttgart 21.

Teile 2-4 auf Youtube.

Selbstorganisation gegen die Krise

Freitag, Januar 18th, 2013

Großbritannien, Italien oder Spanien – es ist überall ähnlich. Im Zuge der neoliberalen Austeritätspolitik wird die soziale Sicherung abgedreht, Menschen die in der Krise unter die Räder geraten verlieren meist nicht nur den Job, sondern oft in der Folge auch die Wohnung. Neu gebaut wird nur was viel Profit abwirft, also vor allem Geschäftsraum und Eigentumswohnungen. Sozialer Wohnungsbau ist ein Relikt aus den Zeiten des Blockkonfliktes. Die menschenfeindliche Politik sorgt aber auch dafür, dass Bewegungen wie die Hausbesetzer eine Wiederbelebung erfahren.

Für die Jungle World hat sich Federica Matteoni neu-besetzte Häuser in Rom angeschaut.

George Monbiot: Bang goes the Theory

Mittwoch, Januar 16th, 2013

Monbiot resümiert die wirtschaftliche Bilanz des Neoliberalismus vor dem Hintergrund seiner eigenen Versprechen. Uuund: Überraschung!! Die Zerschlagung von Gewerkschaften, Begünstigung von Steuerflucht, Abschaffung von Marktregeln, Befeuerung der Spekulation auf allen Ebenen, Kürzungen von Sozialausgaben – kurzum Klassenkampf von oben führt doch nicht dazu dass alle reicher werden, sondern nur diejenigen die ohnehin schon reich sind.

The demands of the ultra-rich have been dressed up as sophisticated economic theory and applied regardless of the outcome. The complete failure of this world-scale experiment is no impediment to its repetition. This has nothing to do with economics. It has everything to do with power.

Occupy Missverständnisse

Freitag, Oktober 26th, 2012

Peter Bierl zielt dem Anspruch nach in seinem Beitrag in Jungle World auf Occupy verfehlt aber diesen Gegenstand, weil er statt dessen lieber über sein eigentliches Steckenpferd, die rechten Kapitalismuskritiken schreiben will.

Der ganze erste Absatz des Dossiers in der Jungle World der letzten Woche beschreibt Occupy in den Grenzen einer Narration, die sich in verschiedenen Nuancen – mal in kritischer, mal in affirmativer Absicht – in den Berichten „der“ Medien über Occupy findet. Und hier liegt schon ein großes Problem in Bierls Text, denn in diese Beschreibungen sind Fremdzuschreibungen. Wer in kritischer Absicht über Occupy schreiben will darf natürlich nicht einfach bloß die Perspektive der Eigenwahrnehmung der Bewegung kaufen, wenn dabei die Frage zunächst einmal außer gelassen wird, ob es eine solche „eine“ Selbstwahrnehmung überhaupt gibt. Man sollte sich aber schon etwas mehr mit dem befassen was der Gegenstand ist, indem man ihn auch selbst befragt. Bierl mag dies auch getan haben, sein Text liegt im ersten und einführenden Part allerdings voll auf der Linie der bürgerlichen Presse.

Der Text weist dann im Folgenden allerdings Spezifika der deutschen linken Beschäftigung mit Occupy auf, um es mal herunterzubrechen: er erklärt den noch dummen und naiven Neulingen, was sie alles noch nicht können und warum sie alles falsch gemacht haben. (mehr …)

MOVE.(ME)ANT. The Marat / Sade Occupied

Montag, Oktober 8th, 2012

The world’s first interactive play through Social Media! Peter Weiss‘ „Marat/Sade“ meets the Occupy Movement. Marat/Sade is described as „Incorporating dramatic elements characteristic of both Artaud and Bertolt Brecht, it is a bloody and unrelenting depiction of class struggle and human suffering which asks whether true revolution comes from changing society or changing oneself“. The original has been adapted by Dan Pelletier, and has lost none of its original power. Directed by award winning dramaturgist Aleksander Lukac, Move.(me).ant will take its audiences deep into the struggles of the 99% and the Occupy Movement. It is outrageous, uncensored, and fully interactive with its audience.

Danke an Midnight