Archiv für das 'Occupy'-tag

A Polite Revolution

Seit über einem Jahr ist Occupy London Stock Exchange vor den Stufen der St. Pauls Kathedrale geräumt. Die Bewegung als solche ist damit aus den Augen der breiten Medienöffentlichkeit verschwunden. Der Film über die Besetzung der Friern Barnet Libary zeigt die Perspektiven und leiseren Töne, in gewisse Hinsicht auch das Vermächtnis der großen spektakulären Besetzung nach der Räumung. In Barnet, einem der reicheren Außenbezirke Londons und einer Hochburg der Konservativen haben Occupy-Aktivisten gemeinsam mit Bewohner_innen aus der Nachbarschaft eine leerstehende Bibliothek besetzt und wieder eröffnet. Die Friern Barnet Libary sollte im Rahmen der Kürzungspolitik mit dem Großteil der öffentlichen Dienstleistungen des Stadtteils privatisiert, das heißt verkauft werden. Nach mehreren Monaten ist der Status der besetzen Bibliothek in Gerichtsverfahren legalisiert worden. Die Bürger_innen und Bürger haben den sozialen Anlaufpunkt in ihrer Gemeinde zurückerkämpft und Occupy London hat einen Weg gefunden wie man im Kernland des politischen Gegners mit direkten Aktionen und zivilem Ungehorsam aber auch Gespür für den richtigen Ton zur richtigen Zeit das Terrain umkrempeln und den Neoliberalen die Basis streitig machen kann. ‘A Polite Revolution’ weiterlesen

Protest, Mitte und Maßlosigkeit – Soziologen zu Deutschland

Eine Diskussion mit Herfried Münkler, Heinz Bude und Michael Hartmann zum Thema Protest, Mitte und Maßlosigkeit. Aus dem Ende des Jahres 2010. International ging es erst 2011 richtig ab. Aber die Konflikte um den Castor und S21 stellten in Deutschland auch schon das Momentum dar, welches sich in der Kette der Ereignisse im darauf folgenden Jahr fortsetzte. – Jetzt, 2 Jahre später steht es vorsichtig gesagt nicht mehr sehr gut um Stuttgart 21.

Teile 2-4 auf Youtube.

Selbstorganisation gegen die Krise

Großbritannien, Italien oder Spanien – es ist überall ähnlich. Im Zuge der neoliberalen Austeritätspolitik wird die soziale Sicherung abgedreht, Menschen die in der Krise unter die Räder geraten verlieren meist nicht nur den Job, sondern oft in der Folge auch die Wohnung. Neu gebaut wird nur was viel Profit abwirft, also vor allem Geschäftsraum und Eigentumswohnungen. Sozialer Wohnungsbau ist ein Relikt aus den Zeiten des Blockkonfliktes. Die menschenfeindliche Politik sorgt aber auch dafür, dass Bewegungen wie die Hausbesetzer eine Wiederbelebung erfahren.

Für die Jungle World hat sich Federica Matteoni neu-besetzte Häuser in Rom angeschaut.

George Monbiot: Bang goes the Theory

Monbiot resümiert die wirtschaftliche Bilanz des Neoliberalismus vor dem Hintergrund seiner eigenen Versprechen. Uuund: Überraschung!! Die Zerschlagung von Gewerkschaften, Begünstigung von Steuerflucht, Abschaffung von Marktregeln, Befeuerung der Spekulation auf allen Ebenen, Kürzungen von Sozialausgaben – kurzum Klassenkampf von oben führt doch nicht dazu dass alle reicher werden, sondern nur diejenigen die ohnehin schon reich sind.


The demands of the ultra-rich have been dressed up as sophisticated economic theory and applied regardless of the outcome. The complete failure of this world-scale experiment is no impediment to its repetition. This has nothing to do with economics. It has everything to do with power.

Occupy Missverständnisse

Peter Bierl zielt dem Anspruch nach in seinem Beitrag in Jungle World auf Occupy verfehlt aber diesen Gegenstand, weil er statt dessen lieber über sein eigentliches Steckenpferd, die rechten Kapitalismuskritiken schreiben will.

Der ganze erste Absatz des Dossiers in der Jungle World der letzten Woche beschreibt Occupy in den Grenzen einer Narration, die sich in verschiedenen Nuancen – mal in kritischer, mal in affirmativer Absicht – in den Berichten „der“ Medien über Occupy findet. Und hier liegt schon ein großes Problem in Bierls Text, denn in diese Beschreibungen sind Fremdzuschreibungen. Wer in kritischer Absicht über Occupy schreiben will darf natürlich nicht einfach bloß die Perspektive der Eigenwahrnehmung der Bewegung kaufen, wenn dabei die Frage zunächst einmal außer gelassen wird, ob es eine solche „eine“ Selbstwahrnehmung überhaupt gibt. Man sollte sich aber schon etwas mehr mit dem befassen was der Gegenstand ist, indem man ihn auch selbst befragt. Bierl mag dies auch getan haben, sein Text liegt im ersten und einführenden Part allerdings voll auf der Linie der bürgerlichen Presse.

Der Text weist dann im Folgenden allerdings Spezifika der deutschen linken Beschäftigung mit Occupy auf, um es mal herunterzubrechen: er erklärt den noch dummen und naiven Neulingen, was sie alles noch nicht können und warum sie alles falsch gemacht haben. ‘Occupy Missverständnisse’ weiterlesen

MOVE.(ME)ANT. The Marat / Sade Occupied

The world’s first interactive play through Social Media! Peter Weiss’ “Marat/Sade” meets the Occupy Movement. Marat/Sade is described as “Incorporating dramatic elements characteristic of both Artaud and Bertolt Brecht, it is a bloody and unrelenting depiction of class struggle and human suffering which asks whether true revolution comes from changing society or changing oneself”. The original has been adapted by Dan Pelletier, and has lost none of its original power. Directed by award winning dramaturgist Aleksander Lukac, Move.(me).ant will take its audiences deep into the struggles of the 99% and the Occupy Movement. It is outrageous, uncensored, and fully interactive with its audience.

Danke an Midnight

1 Jahr OWS


Zucotti Park gestern abend

Vor einem Jahr ist die Kette der Aufstände, Erhebungen und sozialen Proteste im New Yorker Stadtteil Manhattan angekommen. In den folgenden Wochen verbreitete sich die Idee von Occupy Wall Street über die ganzen USA und die Welt.

update:

Livestreams aus NYC, bisschen wacklig und unübersichtlich aber was solls.

Occupy in der Assange-Show

Julian Assange macht derzeit wieder Schlagzeilen, weil er sich der Auslieferung nach Schweden durch eine Flucht in die ecquadorianische Botschaft entzogen hat. In seiner Show “The World Tomorrow”, die hier auch schon mal kurz vorgestellt wurde hatte er aber nicht nur Durchgeknallte wie den Hizbollah-Boss Nassrallah sondern auch interessante Gesprächspartner zum Beispiel Aktivistinnen und Aktivisten der Occupy-Bewegung:

The Winter of Our Discontent – Session 2: Ultimate Goals | The New School

A public conversation with prominent activists, organizers, and political/cultural thinkers about the current state of the Left in America, and where it should be headed, given the game-changing forces unleashed by Occupy Wall Street.

The Winter of Our Discontent: Stepping Back, Taking Stock, and Gazing Forward in the Wake of Occupy Wall Street

The abolition of the state in favor of something more directly participatory — or rather the strengthening of a state in which elected representatives insure universal health care, equal educational opportunity, environmental norms, and so forth? The abolition of capitalism — or else the elaboration of new forms of mixed economy (regulation of markets and financial institutions in order to promote social justice and reverse the polarization of wealth; forging new attitudes towards growth, productivity and consumption in the context of climate change; etc.)? ‘The Winter of Our Discontent – Session 2: Ultimate Goals | The New School’ weiterlesen

Bloccupy Frankfurt!

Police Power and Protests

Auf der Suche nach dem postmodernen revolutionären Subjekt

Die Jungle World hat einen guten Diskussionsbeitrag, der die Proteste des M31-Bündnisses und die geplanten Proteste von Bloccupy Frankfurt mit den Empörten in Spanien vergleicht. Kernargument ist, dass die erfolgreiche Politik aktueller Demokratisierungsbewegungen nicht so sehr in einer Bündelung bereits vorhandener globaler Kritiken und der symbolischen Aufführung eines Antagonismus besteht, sondern in der Verknüpfung von realen Alltagskämpfen. Ähnliches hatte auf dem RLS Kongress zum Zivilen Ungehorsam auch die Genossin aus Ägypten in Bezug auf die Vorbereitung und Umsetzung der Proteste am Tahrir-Platz berichtet.

Podiumsdiskussion: Der Protest in der Krise und M31

Vertreter_innen von TOP B3rlin, Occupy Berlin, der Mieter_innenbewegung und der FAU Berlin diskutieren miteinander über die Krise des Kapitalismus, Proteste dagegen und den kommenden M31-Protesttag (http://www.march31.net). Zu Beginn stellen sich die Organisationen vor, darauf folgt die Diskussion um M31, insbesondere auch mit dem Publikum.

Wer in Berlin ist… ‘Podiumsdiskussion: Der Protest in der Krise und M31′ weiterlesen

Fabriken – Plätze – Bankenviertel. Ungehorsam in der Krise!?

Videomitschnitt eines Panels auf der internationalen Konferenz zu zivilem Ungehorsam und kollektivem Regelverstoß: UNGEHORSAM! DISOBEDIENCE! am 28.-29.1.2012 in Dresden

Mit: Christina Kaindl (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Anna (Interventionistische Linke), Margarita Tsomou (Jounalistin, Aktivistin, Griechenland), Mario Candeias (Moderation, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

M31 Mobi: weitere kapitalismuskritische Veranstaltung im Cafe Median, Rostock

Nach der sehr einfachen Einführung* in die Kapitalismuskritik werden nun mit der nächsten Veranstaltung im Vorfeld von M31 die Zügel etwas angezogen:

Why so serious? Ain‘t it just another capitalist crisis?“
15.03.2012 20:00 Uhr Cafe Median

„Am 31. März wird der „European day of action against capitalism“ ein Zeichen antikapitalistischer Solidarität setzen – gegen das Krisenregime! In verschiedensten Städten Europas wird es Proteste geben. In Deutschland wird nach Frankfurt, Sitz der EZB und eines der Zentren der Krisenbearbeitung, mobilisiert. Wir informieren über die geplante Aktion und Demo in Frankfurt am Main und geben einen Überblick über Verlauf und Gründe der Krise im Euroraum.

Die Veranstaltung ist in drei Teile aufgeteilt: ‘M31 Mobi: weitere kapitalismuskritische Veranstaltung im Cafe Median, Rostock’ weiterlesen