Posts Tagged ‘Plattenbau’

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt #11

Sonntag, Mai 3rd, 2015

Tage an denen große Protestveranstaltungen anstehen, sind über die Dauer der Zeit in der Wahrnehmung oft geprägt von einer Mischung aus Hektik und Aufregung aber auch von Langeweile und Abwarten – oft ist es dabei eine angespanntes Warten, in dem sich beide Zustände vermengen. Dabei gerät an solchen Tagen oft eine Dimension aus dem Blick, die allerdings für Gelingen oder Scheitern der eigenen Ziele immens wichtig sein kann: die Beschaffenheit des Raumes. Selbst in Phasen des angespannten Wartens, etwa beim Sitzen in einer Blockade, liegt die Aufmerksamkeit oft vor allem auf den menschlichen Interaktionen. Aber von der Beschaffenheit des eher als Territorium verstandenen Containerraumes – von dem Inhalt und dessen Anordnungen – kann viel für die Möglichkeiten abhängen, ob in ihm durch das politische Handeln ein anderer, ein politischer bzw. politisierter Sozialraum wird, in dem das solidarische Handeln der Versammelten eine Handlungsmacht gegenüber den politischen Gegner_innen und der bewaffneten Polizei hervorbringt. Die Dimension des Raumes ist im Bewusstsein der Handelnden oftmals auf den einer Kulisse beschränkt. Dabei wirkt die Beschaffenheit des Raumes (- der Inhalt und seine Anordnung in einem Containerraum -) auch mehr oder weniger unbewusst darauf wie bedrohlich oder friedlich eine Situation erscheint.

Zum 1. Mai in Neubrandenburg gibt es bereits eine Reihe von Bilderstrecken. Sie zeigen vor allem die Handlungen von Menschen. Im Sinne einer Sensibilisierung für den Raum oder möglicherweise sogar einer kleinen Psychogeographie des 1. Mai werden in diesem Beitrag abseitige Bilder des Tages gezeigt, welche in den kurzen Momenten zwischen Phasen erhöhter Intensität aufgenommen wurden. Es sind kleine Augenblicke, die ein Stück weit aus der sozialen Zeit des Protestgeschehens herauszufallen scheinen. Solche Augenblicke können aber eine Reihe Fragen aufwerfen: Wo bin ich hier? Was mache ich hier eigentlich gerade? Was bedeutet das alles? (mehr …)

Platz der Freundschaft

Mittwoch, März 13th, 2013

Lebenswelten junger Menschen im Norden Ostdeutschlands #7

Samstag, Februar 16th, 2013

Thamesmead

Mittwoch, November 16th, 2011

Im Blog Zehnzeilentief wurde vor einiger Zeit die Frage nach der Faszination für Plattenbau-Fotografie trotz des offenkundigen Scheiterns der Ideen hinter den Sozialbauten aufgeworfen:

„Die Plattenbauweise ist nach der Wende zu einem Symbol für soziale Desintegration geworden, für Uniformierung und Hartz IV-Valium. Für Familiendramen und Filme über Ostdeutsche (es gibt da Überschneidungen) sind sie die liebsten Kulissen. Wir abgeklärten Altbaubewohner finden die Platte mittlerweile wieder ziemlich cool, bloß wohnen wollen wir da nicht. Wir fotografieren sie lieber.“

Das Beispiel der Siedlung Thamesmead nahe London zeigt aber, dass dies nicht allein oder nicht nur auf ostdeutsche oder osteuropäische bzw. post-sozialistische Platte zutrifft. Die modernistischen Hochäuser waren bereits in den 1970er Jahren Kulisse für Stanley Kubricks Verfilmung von A Clockwork Orange und schon damals wenige Jahre nach dem Bau der Wohnsiedlung wirkte die Idee, die sie realisieren sollten monströs und gescheitert. Und aus diesem Grund war sie immer wieder Kulisse.

Owen Hatherley schreibt in Militant Modernism unter anderem über Thamesmead. In seinem Buch sagt er an einer Stelle:

“If Modernity, or Modernism, is our Antiquity, then its ruins have become every bit as fascinating, poignant and morbid as those of the Greeks or Romans were to the 18th century.”

Plattenbauten fasziniert demzufolge also, weil sie Zeugnisse ablegen für die radikalen Versuche des Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie ein anderes, neues und besseres Leben für die Menschen zu schaffen. Nach dem Ende der goldenen Ära der Sozialdemokratie im Westen und dem Zusammenbruch des Ostblocks triumphierte weltweit der Neoliberalismus. Dieser bekommt ja nun seit einiger Zeit immer mehr Risse und befindet sich auch ökonomisch in einer Dauerkrise. Wer weiß was wir demnächst fotografieren werden?

Neues Jahr, erster Block-Post

Sonntag, Januar 2nd, 2011


August Bebel Straße, Rostock – Steintor Vorstadt/ Mit Diana Mini und ISO 400 Billigfilm von Rossmann

Vögenpark

Mittwoch, Dezember 22nd, 2010

Mit Diana Mini und ISO 400 Billigfilm von Rossmann

„Wohnen heißt Leben“

Montag, Dezember 13th, 2010

(via Blockpaua)

Asyl für Obdachlose. – Wie es mit dem Privatleben heute bestellt ist, zeigt sein Schauplatz an. Eigentlich kann man überhaupt nicht mehr wohnen. (mehr …)

Samstag, Juli 31st, 2010

(via)