Posts Tagged ‘Psychoanalyse’

Das Phantasma durchqueren

Donnerstag, Juli 9th, 2015

Dieses Oszillieren zwischen Juwel und Scheiße ist nicht das zwischen der idealisierten ätherischen Phantasie und der rauen Wirklichkeit, sondern ein Oszillieren, bei dem beide Extreme phantasmatisch sind; d.h., der phantasmatische Raum ist eben jener Raum des unmittelbaren Übergangs vom einen Extrem zum anderen.

Slavoj Žižek: Was können wir wirklich von Tibet lernen?; in: Die gnadenlose Liebe, S.111.

Anruf für Dr. Freud!

Mittwoch, April 25th, 2012

Aber sowas von! SWR2 Tandem hat …

Eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur
Von Wenzel Storch
Regie: Mark Ginzler

Sie heißen „Die leuchtende Straße“, „Das heimliche Königreich“ oder „Frechdachs lernt Anstand“. Ab 1950 produziert der frischgebackene Kaplan und ehemalige Flieger Berthold Lutz ein Dutzend Bücher für Heranwachsende im sensiblen Alter, die sich alle, verschleiert oder explizit um das Eine drehen. Streng nach Geschlechtern sortiert – eins für Mädchen, dann wieder zwei für Jungs. Ob auf der Sommerwiese zwischen kleinen grünen Käferchen und brummenden Hummeln oder im Weinkeller, wo der Traubensaft, der mal ein guter Wein werden will, brodelt und gärt – Berthold Lutz findet noch für jeden pubertären Zustand treffende Worte.

Inception

Sonntag, November 28th, 2010

Ich hab gestern zum ersten mal Inception gesehen und fand den während des Schauens sehr gut. Am liebsten hätte ich eine Deutung von Georg Seeßlen oder Slavoj Zizek dazu gelesen, aber da hab ich nüscht gefunden. Im Gegensatz zu den Filmfreunden fand ich andere Apekte interessant, zum Beispiel dass der Film eine Menge Anspielungen an philosophische Fragen liefert, dass allerdings die Actionszenen die Muße klauen, um darüber nachzudenken, ob jetzt hier wirklich bspw. die Freiheitsantinomie und das Problem der Spontaneität von Kant exakt in Bilder umgesetzt thematisiert wird. Fraglich wäre auch, wie die Idee des Films aus Sicht der Psychoanalyse zu betrachten ist, und dann aus Sicht welcher Variante davon.
Wie gesagt ich würde gerne mal eine Deutung und/oder Besprechung des Films lesen die diesen Weg geht. Hat irgendwer nen Tip?

Ansonsten ist natürlcih auch schon eine Verarschung des Films in der aktuellen Southpark-Staffel erschienen: Insheeption (mehr …)

Fotografie und Psychoanalyse

Freitag, Oktober 22nd, 2010

„So wird handgreiflich, daß es eine andere Natur ist, die zu der Kamera als die zum Auge spricht. Anders vor allem dadurch, daß an die Stelle eines vom Menschen mit Bewußtsein durchwirkten Raums ein unbewusst durchwirkter tritt. Ist es schon üblich, daß einer vom Gang der Leute, sei es auch nur im Groben, sich Rechenschaft ablegt, so weiß er bestimmts nichts von ihrer Haltung im Sekundenbruchteil des Auschreitens. Ist uns schon im Groben der Griff geläufig, den wir nach dem Feuerzeug oder Löffel tun, so wissen wir doch kaum von dem, was sich zwischen Hand und Metall dabei eigentlich abspielt, geschweige wie das mit den verschiedenen Verfassungen schwankt, in denen wir uns befinden. Hier greift die Kamera mit ihren Hilfsmitteln, ihrem Stürzen und Steigen, ihren Unterbrechen und Isolieren, ihrem Dehnen und Raffen des Ablaufs, ihrem Vergrößern und ihrem verkleinern ein. Vom Optisch-Unbewussten erfahren wir erst durch sie, wie von dem Triebhaft-Unbewussten durch die Psychoanalyse.“ – Walter Benjamin

Das Zitat stammt aus Walter Benjamins berühmter Schrift „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ aus dem Jahre 1935. Den Kunstwerk-Aufsatz kann man sich, wenn man nicht lesen will oder schon gelesen hat, hier (nochmal) anhören. (via Audioarchiv)

Gastbeitrag: Was nach Leipzig bleibt

Montag, Oktober 18th, 2010

Gastbeitrag von Jacques

Bei Indymedia ist ein guter Artikel erschienen, der sich der schwierigen Frage der Bewertung der Nazidemos vom Samstag in Leipzig widmet. Schwierig ist dies, weil dabei erwogen wird, ob die Nazis ihr Ziel erreicht haben und ob ihnen tatsächlich wie angestrebt nun neue strategische Optionen zur Verfügung stehen – mit einem Wort der Beitrag stellt sich die Frage, die sich nun auch die Nazis stellen müssen.

Problematisch könnte daran also sein, dass man sich den Kopf der Nazis zerbricht. Andererseits ist diese Frage auch für Antifaschistinnen und Antifaschisten von Interesse, denn es steht, wie der Aufhänger dieses Indy-Beitrages feststellt, wieder einmal das letzte große Event an, dass den Nazis noch geblieben ist: der 13.02 in Dresden.

Nationaler Krampf um die Straße?

Für das Aufgehen ihres Konzeptes mussten, wie es der Artikel resümiert, die Nazis einen hohen Preis bezahlen: Die Zerstreuung in die Peripherie der Vororte verschob das Nazievent von einer kollektiven politischen Handlung zu einem subkulturellem Event mit hoher Einstiegshürde. Denn wer bei den klandestin vorbeiteten „Spontan-Demonstrationen“ mitmachen will, muss organisiert sein, um überhaupt Anschluss zu bekommen. Was den Nazis nicht gelungen ist, ist die Inszenierung eines Symbols. Die 250 Nazis am Hauptbahnhof von Leipzig können schwerlich die Jugend, die gegen das System rebelliert, darstellen. (mehr …)

Zizek und das Politische

Samstag, Juli 17th, 2010

Philosophische Audiothek via Audioarchiv

…über Žizeks Interpretation des Christentums, der Subjektivität, dessen Kritik an der Demokratie und dem Kapitalismus und dessen Rezeption in den USA.

Download

Liebe dein Symptom wie dich selbst

Mittwoch, Februar 10th, 2010

Als Fanboy muss ich das einfach bringen. Da dieses Blog ein paar Anspielungen auf Slavoj Žižek enthält, kann ich hier zu Beginn ja auch noch mal diesen, etwas älteren Film über ihn bringen. „Liebe dein Symptom wie dich selbst“ war ein Titel eines Buches von Žižek über den französischen Psychoanalytiker Jacques Lacan. Seine eigene analytische Ausbildung erfolgte in Lacanianischer Psychoanalyse. Ein Freund sagte mal zu mir das sei ungefähr der abgedrehteste Kram der geht. Und auch ein Blick in die Wikipedia bestätigt diesen Eindruck. Žižek hantiert aber ständig mit Lacan, so dass eine einfache Einführung sicher nicht von schaden ist. Ich habe es mit der Žižek-Einführung von Rex Butler versucht, aber da ist auch ungeheuer viel Lacan drin. Also in der Hoffnung, dass die Schwäche des Mediums Film, nämlich die inhaltliche Verflachung, sich hier mal begünstigendes Moment zum ersten Beschäftigen herausstellt, jetzt der Film:

Teil 1

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5