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Konzert: Verwahrlost und The Fight

Freitag, Januar 11th, 2013

Verwahrlost bringen untypischen* NB Sound. Zumindest das aus dieser Stadt, womit ich in meiner Jugend aufgewachsen bin, wie man so sagt, klang ganz anders. Die Band liebäugelt mit allen möglichen Spielformen von Punk in die mal exemplarisch reingeschnuppert wird. Einiges gefällt durchaus. Verwahrlost sollten sich allerdings entscheiden, was sie machen wollen. Möglichkeiten gäbe es verschiedene. Gute Ansätze waren da. Panzer is der Hammer.

The Fight

Hohe Erwartungen und ein Publikum insgesamt von Post-Pubertät bis Post Graduate. Natürlich gibts immer noch mehr Männer als Frauen, aber eine doch sehr hohe Frauenquote. Beim Blick durch das Publikum fällt mir auf: politisch korrekte und in nahezu auf jede tierisch-tierische und menschlich-tierische Lebensformen voll sensiblisierte Veganer, die sich vor noch nicht all zu langer Zeit das violent dancing abgewöhnt haben und dies aber noch nicht ganz verbergen können. Dazu kommen des weiteren: SXE-Vegetarier, die sich überhaupt garnicht das violent dancing abgewöhnt haben, aber auch nur vorbei kommen, um die nächste eigene Show zu bewerben. Aber, Ach scheiße! Die größten Kritiker der Elche haben früher auch Kurhaus-Alben gehört. Zurück zum Thema. Gute Ansagen von The Fight, schönes Einschwören auf HC Geschichte, die ein Großteil des Publikums nicht erlebt haben dürfte und zwar genau weil es zu der Zeit noch keine entsprechende Internetbandbreitenstandarts gab. Aber auch die Erinnerung, dass der europäische Rechtspopulismus nicht nur ein Phänomen aus den Nachrichten über weit-entfernte Orte ist, sondern eine lebensgefährliche Realität für alle die dem rechten Schwachsinn nicht entsprechen können und wollen. Allgemein: Ansagen waren gut und die Show wurde immer sympathischer mit dem voranschreitenden Verlauf. Schöner Meilenstein: Die dickste-Eier-Version-ever von „Ever Fallen In Love With“ der Buzzcocks <3 – A Propos, More Lovesongs in Hardcore. Wenn diese Band mal ne Sreamo-Platte macht, verfalle ich ihnen vollends.


*in meiner persönlichen mentalen Landkarte steht die ostmecklenburgische Landmetropole noch entweder für 90er Jugendzentrums-HC, Grind, Powerviolence, Kruste, Screamo, etc. und/oder später halt auch sog. Schweine-Oi! bis ran zur Grauzone!

Ein Angriff auf Eine_n ist ein Angriff auf Alle!

Freitag, Mai 4th, 2012

Heute Nacht wurden in Mecklenburg Vorpommern verschiedene linke und nicht-rechte Projekte von Neonazis angegriffen. Neben dem Peter Weiß Haus in der Kröpeliner Tor Vorstadt von Rostock und dem Ikuwo in Greifswald traf es auch den Demokratieladen in Anklam.

Am weitesten rekonstruiert scheint bislang der Tahergang in Greifswald. In der Goethestraße, wurden gegen 4 Uhr zwei Vermummte gesehen, die mit Hilfe eines Feuerlöschers die Hausfassade des IKUWOs großflächig mit rotbrauner Farbe beschmierten und im Eingangsbereich des Hauses Buttersäure verteilt haben.
Das Fleischervorstadt-Blog berichtet, dass nach den Beschreibungen von Augenzeugen die Täter im Umfeld der Nationalen Sozialisten Greifswald (NSG) vermutet werden. Laut der Beobachtung eines Gastes soll das IKUWO bereits vor der Tat von einer dritten Person, die ebenfalls dem Umfeld der NSG zugeordnet wird, ausgespäht worden sein.
Dass die Polizei selbst angesichts des Organisierungsgrades der jüngsten Taten (die offensichtlich keine zufälligen Suff-Aktionen gewesen sind) irgendetwas ermitteln wird, bezweifelt man derweil in Greifswald. Eine Sprecherin des Ikuwo äußerte sich in einer Pressemitteilung wie folgt: “Wir fragen uns, ob die Neonaziszene in Greifswald wirklich so groß ist, dass die Polizei jeglichen Überblick verliert, oder ob sie kein Interesse an der Aufklärung der Taten hat”. Ein Brandanschlag auf das Ikuwo vor einem Jahr ist bis heute unaufgeklärt geblieben

Know Our Enemy!

Vor einem solchen Hintergrund ist auch in Rostock verstärkte Aufmerksamkeit im Stadteil geboten. Bereits in der Vergangenheit sind in anderen Zusammenhängen mehrfach Hinweise über Neonazis veröffentlicht worden, die sich auch regelmäßig im Stadtteil aufhalten.

Buttersäure auch in Anklam

Der Demokratieladen in Anklam ist ein Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Begegnungsstätte für Bürger_innen der Region. Gleichzeitig hat hier die Geschäftsstelle vom Bildungsprojekt zur Entwicklung demokratischer Kultur und des Vereins „Demokratisches Ostvorpommern-Verein für politische Kultur e.V.“ ihren Sitz. Die Neonazis haben also bei ihren Attacken keineswegs nur „Linke Läden“ angegriffen. Träger des Bildungsprojekts ist die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern (LpB). Die Attacken zeigen wie bereits die zahllosen Angriffe auf Bürgerbüros aller demokratischer Parteien von CDU bis Linkspartei, dass Nazis weiterhin eine Gefahr darstellen, und dass diese Gefahr alle in unserer Gesellschaft etwas angeht. Sie lassen den Bürgerinnen und Bürgern in Mecklenburg Vorpommern gar keine andere Wahl als mit eigenen Augen anzusehen, dass rechte Gewalt jeden und jede treffen kann.

Aufräumen und Weitermachen in Rostock – Freigarten weiterhin offen!

(Bild via)

Nach Auskunft des PWH, ist der Freigarten weiter geöffnet. Alle weiteren Veranstaltungen werden ab morgen wie geplant stattfinden. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit soll kurzzeitig geschlossen bleiben. Das Peter Weiss Haus versteht sich nach eigener Aussage als offener Ort für Engagement und wird sich weiterhin gegen neonazistische Tendenzen einsetzen. So wie sich die Menschen vom PWH mit den weiteren von Anschlägen betroffenen Menschen und Orten solidarisch erklären, liegt es auch an dir und mir nun solidarisch zu sein, Unterstützung zu zeigen, Ohren und Augen nach Support-Aktionen offen zu halten. Ein Angriff auf Eine_n ist ein Angriff auf Alle!

Mahn & Ohlerich

Sonntag, April 17th, 2011

Morgen Marx

Dienstag, April 5th, 2011

ab 20 Uhr im PWH:

ARTE PREVIEW am Politischen Donnerstag: Marx Reloaded

* Eine Dokumentation von Jason Barker ARTE / ZDF 2010, 52 Min.
* Ausstrahlung auf ARTE am Montag, 11. April 2011, 23.15 Uhr Deutsche und französische Erstausstrahlung.
* ab 19:30 Uhr Vokü

Die jüngste Wirtschafts- und Finanzkrise, die ausgehend von den USA weltweit Auswirkungen hatte, bot Philosophen, Soziologen und politischen Aktivisten Anlass, über das Ende des Kapitalismus zu spekulieren und den Ideen des Sozialisten und Philosophen Karl Marx Raum zu geben. (mehr …)