Posts Tagged ‘Reeeemix’

Wenn schon…

Samstag, September 13th, 2014

…da wir ja jetzt wieder volle Kanne 90er haben, so revival-mäßig, muss das ja nicht heißen, dass sich nur des Allerschlimmsten aus dieser Zeit, also Happy Hardcore, Eurodance, etc. erinnert wird. Boilerroom hat kürzlich Videos einer Show mit Baltimore Club Künstlern rausgehauen. Über DJ Technics bin ich neulich beim nochmaligen Durchsehen von „The Wire“ gestolpert. In der 3. Staffel laufen Tracks von ihm im Hintergrund einer Party-Szene als Dennis „Cutty“ Wise nach dem Knast zunächst wieder als „Muscle“ angeheuert hat.

Das Stück kommt auch in diesem Set aus dem Boilerroom vor.

Liest man den englischen Wikipedia-Artikel dann scheint es als wenn Bmore Club eigentlich ein abgeschlossenes Kapitel gewesen ist. Hört man sich das Set von DJ Technics an, scheint es als wenn auch das Genre nicht nur sein eigenes Revival erlebt, sondern auch (nach der klassischen Vorgehensweise) mit (heute) zeitgenössischer Popmusik gemixt und damit in die Gegenwart geholt wird.

Siehe auch: Guilty Pleasures: Über Konkurrenz postmoderner Identitätspolitiken in der kritischen Global Ghetto Tech Rezeption

Remix-Contest bei Mupinfo

Donnerstag, November 14th, 2013

Das Neonazi-Portal Mupinfo macht jetzt voll in „Wäb-zwei-null“ und hat einen Remix-Contest ausgerufen. Unter der Überschrift „Linke Zettel gefunden“ wurde der Startbeitrag veröffentlicht, der nun durch das geschätzte Publikum geremixt werden darf. Dieser zugegebenermaßen für Naziverhältnisse zu gleichen Teilen innovative wie mutige Schritt soll insbesondere die Multiperspektivität sozialer Ereignisse ins Bewusstsein rufen und daran erinnern, dass in Zeiten der flüchtigen Moderne gute politische Berichterstattung auch die Vielstimmigkeit der Multitude in Erscheinung treten lassen sollte. Watt den ein‘ sine Uhl, is schließlich den annern sin‘ Nachtigall!

Daher hier ein erster Remix-Vorschlag:

Leere Flaschen von rechten Flaschen gefunden

Anläßlich des Naziaufmarsches gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Friedland wurden vom interessierten Publikum zur Einstimmung auch etliche alkoholische Getränke verzerrt. In mehreren Grüppchen standen geneigte Rassisten aus der ganzen Stadt am Rand der Route und kippten hin und wieder einen über den Durst. Immer wieder stießen sie dabei an ihre Grenzen, mal weil die Ordner der NPD all zu offensichtliches Betrunkensein während eines Aufmarsches nicht gutheißen wollten, mal weil weil das Geld fehlte, um dann doch noch eine Buddel aus dem Supermarkt zu holen. Immer wieder hieß es: “Austrinken und Wegstellen!”
Und dabei hatten nun einige der Rassisten ihre leeren Flaschen verloren. „Umweltschutz ist Heimatschutz“ – heißt es bei der NPD. Die neu gewonnene Basis in Friedland muss da vom lokalen Kader im angemessen-informellen Rahmen wohl noch eingewiesen werden. Als Journalisten und Aufklärer haben wir natürlich eine besondere Beziehung zu politischen Ereignissen und ihren Randerscheinungen und stellen deshalb den uns zugeleiteten Fund nachfolgend nicht nur den Verlierern, sondern auch allen Anderen zur Verfügung.

Friedland01

friedland02

Wer mag und kann, möge daraus seinen eigenen Artikel verfassen. Ergebnisse dürfen gern in der Kommentarspalte präsentiert werden.

Mala – Changes (Harmonimix aka James Blake)

Freitag, April 19th, 2013

MS MR – Bones (Charli XCX Remix)

Freitag, Dezember 14th, 2012

هيفا وهبي

Freitag, Oktober 26th, 2012

Was Alex Macpherson im FACT Magazine über das Zerhacken und wieder Zusammenschrauben von Pop-Liedern geschrieben hat, gilt offensichtlich auch für libanesischen Pop. 😀

Und damit ab ins Wochenende!

Katy B – Katy On A Mission (Captain Planet Remix)

Montag, Oktober 8th, 2012

Und damit Midnight nicht rumheulen kann dass das nur uninteressanter Kulturquatsch ist gibt’s noch etwas Kontextwissen von Wikipedia obendrauf: [Katy B] auditioned for the part of Hermione granger in the Harry Potter film series, but was dismissed after the Director found that she had never read the books. 😀

No Doubt – Push and Shove (feat. Busy Signal, Major Lazer)

Mittwoch, September 12th, 2012

Nun mal wieder zu etwas völlig anderem. 😀

Hot Chip – Look At Where We Are (Major Lazer Remix)

Mittwoch, Juli 18th, 2012

Hot Chip und Major Lazer geht nicht? Geht doch! 😉

Lesen lernen, zu lesen als wenn unser Leben davon abhängt

Mittwoch, Juni 13th, 2012

Sie bemerkt, dass ich sie anschaue, und wirft dem Typ in Button-Down Hemd und Jeans einen kalten Blick zu. Durch ihr Septum ist ein baumelnder Ochsenring gepierct. Sie hat ganz schön etwas in dieses Outfit investiert, und ich frage mich, was das bedeutet. So, wie bestimmte Stile, die man in den Sechzigern mit den Hippies verband – lange Haare, Haschpfeifen, zerrissene T-Shirts – Anfang der 80er in einem Gutteil der amerikanischen Kleinstädte zu einer Art Uniform gelegentlich arbeitender Jugendlicher geworden waren, so ist bei ihren Pendents in den Großstädten heute der Stil der Punkbewegung aus den 80er Jahren – pinkfarbene Haare, Tätowierungen, Piercings – tonangebend. … knowing that we’re stuck in here… and there’s something happening somewhere. Knowing we know we gotta get out of here. It’s true what they say… death is more perfect than life… that’s why we already died. Man braucht sich nur die Leute anzusehen, die einem die Möbel transportieren, den Kaffee zubereiten, die Päckchen zustellen. Tattoo und Nasenring ordnen sie jenseits der lediglich trendigen Opposition ein in einen dauerhaften Kult des Schmerzes und der Langeweile. What could have been? We don’t wanna know. Tonight we’ll get our kicks. Tonight we’re all letting go! ‚Cause we’re all dead ramones! Ich kann mir vorstellen, dass sie nach einem Weg sucht, ihren Zorn zu meistern, ihre Angst. Sie will, dass wir wissen, dass sie sich selber wie ein Freak vorkommt, und ihr Look hält den Rest von uns dazu an, es ehrlich zuzugeben. Making come true our modest impossible dreams. Wir sind alle Monster und die meisten von uns Masochisten. Ich hingegen bin meinen Schmerz und meine Selbstverstümmelung viel ehrlicher angegangen als ihr, die ihr sie nach innen tragt, verdeckt von dieser Freizeituniform. I’m just another face in this desperate youth parade. Meine Abnormalität ist meine Gesundheit, eure körperliche Unversehrtheit eure Krankheit. Mit offenen Augen zu leben, bedeutet, kultureller Anthropologe und Amateurenthusiast für Oberflächen zu sein. Reading graffitti on every bathroom wall on truck stop fast food hell. Kleidung ist ein Zeichen, aber was sie bedeutet, kann vollkommen bedeutungslos sein oder hoffnungslos überdeterminiert. Save me from ordinary. Save me from myself. Unsere Aufmerksamkeit muss uns an dem Schleier des Alltags vorbeimanövrieren und mit Komödien, Tragödien und Geschichtsschreibungen aufdecken, dass das so scheinbar glatte und zufriedene Oberflächenbild gesprungen und ausgestrichen ist.

Disparate Youth

Freitag, Juni 8th, 2012

Ach, das ging ja fix dieses Mal. Dubstep ist endgültig in der Kulturindustrie angekommen und nun vollends akzeptiert. – Ein kurzer Blick zurück über die Schulter. – Am Anfang des Durchbruchs der eigentlich schon sowas wie ein Ende war, stand das Auswuchern in diverse Subgenres. Dann kam die große Vereinfachung durch den kommerziellen Erfolg. Brostep, Popstep, Backstab. Man könnte auch sagen, die große Kannibalisierung. Gestern die Musik devianter britischer Jugendlicher, oder wenigstens gelangweilter D’n’b Djs auf der Suche nach etwas Neuem. Heute ein Sound um alles Denk- und Undenkbare zu verkaufen. Autos, Handies, Betriebssysteme und natürlich Topmodels. Sogar den Raab. Vom Bordstein in die Primetime. Kultur ist eine paradoxe Ware. Sie geht so blind im Gebrauch auf, dass man sie nicht mehr gebrauchen kann. Zu gewiß könnte man ohne die ganze Kulturindustrie leben, zu viel Übersättigung und Apathie muss sie unter den Konsumenten erzeugen. Aber das Spektakel stellt sich als eine ungeheure, unbestreitbare und unerreichbare Positivität dar. Was erscheint, das ist gut; was gut ist, das erscheint. Und überhaupt! Wenn du mich kaufst, dann schreibt Noel wieder Songs für Liam. Die Frankfurter haben uns vor der Kulturindustrie gewarnt, die Situationisten haben uns das Detournement empfohlen, die Postmodernen schließlich haben uns erzählt, dass dies ebenfalls vergeblich sei. Ist damit schon alles gesagt? The claim that democratising the reproductive technologies inevitably results in banality would suggest that Baudrillard had never listened to London pirate radio. Es ist nicht alles schlecht. Alles ist eher so wie immer. Nur: alles ist schneller. Dabei aber, all of old. Nothing else ever. In diesem Sinne!