Posts Tagged ‘Reproduktion’

Silvia Federici presents „Caliban and the Witch“

Freitag, Mai 23rd, 2014

Wikipedia fasst zusammen:

Federicis bekanntestes Buch Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation (erschienen 2004) behandelt die Enteignung und Ausbeutung weiblicher und kolonialisierter Körper im Lauf der Geschichte. Federicis Begriff von Reproduktionsarbeit umfasst nicht nur die klassische Hausarbeit, sondern auch landwirtschaftliche Subsistenzwirtschaft, Gesundheitsversorgung, Erziehung, aber auch Sexarbeit und andere Formen bezahlter Reproduktionsarbeit.

Sie argumentiert gegen Marx`These von der ursprünglichen Akkumulation als „natürliche“ Vorbedingung für die Entwicklung des Kapitalismus und stellt dem entgegen, die Aufteilung zwischen der Warenproduktion und der Arbeitskraft sei essenziell gewesen: „Nur die Produktion von Waren war als Arbeit anerkannt, während die Produktion von Arbeitskraft, insbesondere der Teil, der zu Hause stattfindet und normalerweise Hausarbeit genannt wird, als persönlicher Service definiert wurde, der keiner Bezahlung wert war. Diese Dichotomie ist eine immense Quelle für ökonomische Akkumulation. Sie hat die schweren Schultern der Arbeiterklasse erleichtert, zumeist auf Kosten der Frauen, die die Arbeitskraft reproduzierten.“

Federici bezieht sich auf Theorien des italienischen Operaismus der sechziger Jahre, antikoloniale Kämpfe und die Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sie sympathisiert mit der Occupy-Bewegung in den USA und tritt für Commons ein, also für kollektives Eigentum, das von einer Gemeinschaft organisiert wird, die gleichberechtigt entscheidet und profitiert. Für Federici wird beispielsweise mit Community-Gärten oder Gemeinschaftsküchen an die mittelalterliche Allmende-Tradition angeknüpft. Sie sieht in der in Commons geleisteten Reproduktionsarbeit eine Alternative zur Reproduktionsarbeit im Kapitalismus.

Care Debatte in der Jungle World

Dienstag, März 25th, 2014

Gefällt mir ganz gut, der Beitrag von um’s Ganze in der aktuellen Jungle World zur Care Debatte:

Das von Judith Butler angestoßene »Queer-Theorem« hat – zumindest in Deutschland – fast alle bisherigen Debatten auf den Müllhaufen der Geschichte verfrachtet. Zwar ist der dekonstruktivistischen Intervention von Butler und anderen Theoretiker_innen in die Frauen- und Geschlechterforschung die radikale Kritik an Zweigeschlechtlichkeit, Heteronormativität und dem Objektivitätsanspruch der (Natur-)Wissenschaft, vor allem in Gestalt von Biologie und Medizin, zu verdanken. Es war wohl eine der wichtigsten Einsichten der Gender Studies, dass Frau­enbewegung und Geschlechterforschung durch ihren Fokus auf Geschlecht diese Kategorie selbst hervorhoben, anstatt auf dessen Überwindung hinzuarbeiten. Allerdings hat die Konzentration der Gender Studies auf die Diskursivität und Performanz von Geschlechtlichkeit umgekehrt oft konkrete Analysen der materiellen Bedingungen von Normen und Ungleichheiten übersprungen. Die Frage, wie Geschlechtlichkeit als soziales Verhältnis entsteht und warum es beständig (wieder-)hergestellt wird, wurde aus dem Blick verloren – und so ihre Strukturierung in und durch kapitalistische Verhältnisse und nationale Interessen ignoriert.

In der ak gab es dazu allerdings schon mehr zu lesen.

Andrej Holm im Gespräch (Teil 3): Recht auf Stadt

Mittwoch, Januar 15th, 2014

Die Teile Zwei und Eins bei Youtube.