
Die Antifa Rostock meldet verschiedene Aktionen zum NSU-Prozessauftakt im ganzen Stadtgebiet von Rostock.
Ein weiterer toller blogsport.eu Blog
Nicht mehr ganz so frisch das Ding hier, aber wie so oft hängt dieses Science-Blog dem Auftreten seiner Gegenstände der unkonventionellen und illegalen politischen Bürger-Beteiligungsformen im so zum öffentlichen Raum im politischen Sinne transformierten Stadtteil hinterher.

Das Innenministerium legte gestern den Fraktionen des Landtages einen Bericht zu den Ermittlungen über Verbindungen des NSU nach Mecklenburg Vorpommern vor. Darin behauptet Caffiers Behörde unermüdlich, dass es keine Hinweise oder Kenntnisse über Verbindungen des NSU ins Bundesland gäbe. - Andrea Röpke meldet dazu im Blick nach Rechts einige Zweifel an.
Auch in diesem Jahr wird es im Rostocker Stadteil Toitenwinkel wieder eine Gedenkkundgebung für Mehmet Turgut und alle Opfer rassistischer Gewalt geben. Am 25. Februar 2004 hatten die Neonazis der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund im Neudierkower Weg Mehmet Turgut mit mehreren Schüssen hingerichtet.

25.02.2013// 15:30 Uhr// Neudierkower Weg// Rostock-Toitenwinkel

Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts: Auch mal Flexibilität bei den Parolen beweisen.
Verwahrlost bringen untypischen* NB Sound. Zumindest das aus dieser Stadt, womit ich in meiner Jugend aufgewachsen bin, wie man so sagt, klang ganz anders. Die Band liebäugelt mit allen möglichen Spielformen von Punk in die mal exemplarisch reingeschnuppert wird. Einiges gefällt durchaus. Verwahrlost sollten sich allerdings entscheiden, was sie machen wollen. Möglichkeiten gäbe es verschiedene. Gute Ansätze waren da. Panzer is der Hammer.
The Fight
Hohe Erwartungen und ein Publikum insgesamt von Post-Pubertät bis Post Graduate. Natürlich gibts immer noch mehr Männer als Frauen, aber eine doch sehr hohe Frauenquote. Beim Blick durch das Publikum fällt mir auf: politisch korrekte und in nahezu auf jede tierisch-tierische und menschlich-tierische Lebensformen voll sensiblisierte Veganer, die sich vor noch nicht all zu langer Zeit das violent dancing abgewöhnt haben und dies aber noch nicht ganz verbergen können. Dazu kommen des weiteren: SXE-Vegetarier, die sich überhaupt garnicht das violent dancing abgewöhnt haben, aber auch nur vorbei kommen, um die nächste eigene Show zu bewerben. Aber, Ach scheiße! Die größten Kritiker der Elche haben früher auch Kurhaus-Alben gehört. Zurück zum Thema. Gute Ansagen von The Fight, schönes Einschwören auf HC Geschichte, die ein Großteil des Publikums nicht erlebt haben dürfte und zwar genau weil es zu der Zeit noch keine entsprechende Internetbandbreitenstandarts gab. Aber auch die Erinnerung, dass der europäische Rechtspopulismus nicht nur ein Phänomen aus den Nachrichten über weit-entfernte Orte ist, sondern eine lebensgefährliche Realität für alle die dem rechten Schwachsinn nicht entsprechen können und wollen. Allgemein: Ansagen waren gut und die Show wurde immer sympathischer mit dem voranschreitenden Verlauf. Schöner Meilenstein: Die dickste-Eier-Version-ever von “Ever Fallen In Love With” der Buzzcocks <3 – A Propos, More Lovesongs in Hardcore. Wenn diese Band mal ne Sreamo-Platte macht, verfalle ich ihnen vollends.
—
*in meiner persönlichen mentalen Landkarte steht die ostmecklenburgische Landmetropole noch entweder für 90er Jugendzentrums-HC, Grind, Powerviolence, Kruste, Screamo, etc. und/oder später halt auch sog. Schweine-Oi! bis ran zur Grauzone!
Bei Spielwiese geht eine schaurige Welle vermeintlich ironisch-selbstkritischer Beiträge durch das Blog, die das Auseinanderfallen von Theorie und Praxis zum Thema haben, allerdings selbst auch wieder die richtige Synthese verpassen. Aus diesem Grunde muss hier noch einmal auf der richtigen Vermittlung bestanden werden. Diese kann selbstverständnlich nicht nur theoretisch behauptet werden, sondern muss auch praktisch sein. Von dem nun folgenden Vorschlag amüsiert sein, heißt mit dem vorangehenden Befund einverstanden sein!

Bereits im letzten Jahr hatte das mittlerweile inaktive Foto-Blog Kurfuerstendamned ein wenig Quellenarbeit betrieben und alte Zeitungsartikel und Bilder zum Pogrom in Rostock Lichtenhagen zusammengetragen. Auf diese Arbeit soll im Folgenden noch einmal verwiesen werden.
Link zu den Augustbeiträge bei Kurfuerstendamned

In der vergangenen Woche besuchte die NPD im Rahmen einer Propaganda-Tour auch Rostock. Empfangen wurden die Nazis von einem lauten und breiten Protest. Dennoch verkündete die “Flaggschiff-Mannschaft” auf dem NPD-Propagandaportal MUPinfo erfreut und einstimmig, daß in Rostock bislang die erfolgreichste Kundgebung abgehalten worden wäre. Da wundert sich der Laie und da staunt die Fachfrau. War die NPD doch erst kurz zuvor zu einem angemeldeten Infotisch garnicht erst angetreten, weil sie die auf sie wartenden Proteste fürchtete. Aber Klappern gehört nun mal zum Geschäft und da nimmt man dann auch ein unzweifelhaft unfreundliches Publikum doch als Publikum – woher sollten sie auch ein anderes nehmen. Wie die Dinge wirklich abliefen kann man dank des Medienkollektivs Manfred im folgenden Film noch einmal Revue passieren lassen:
Erstmals seit recht langer Zeit zeigte sich auch der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit in der Öffentlichkeit. Im Zuge der Ermittlungen zur rechten Mörderbande NSU war der aus Neustrelitz stammenden NPD Mannes wegen möglicher Verbindungen des Trios in den Fokus der untersuchenden Beamten gelangt.
Als ich neulich eines morgens in der Doberaner Straße am Eckladen vorbei gegangen bin, in dem sich früher einmal der Naziladen ECC, dann Dickkoepp befunden hat, ertappte ich mich bei einem Klischee. In dem Geschäftsräumen befindet sich heute ein Laden in dem vor allem Fantasy-Spiele und -Romane verkauft werden. Sowohl der Verkäufer als auch die Jugendlichen die bereits zur morgendlichen Öffnung des Ladens vor der Tür warteten passten sehr gut in gerne bemühte und medial weiterverbreitete Vorstellungen von Außenseitern, die ganz in ihre exotischen Hobbies vertieft sind und zur sogenannten normalen Welt (-was auch immer das sein soll) auf Abstand bleiben. Nach ein paar weiteren Schritten die Straße entlang viel mir allerdings auf wie sehr meine eigene Wahrnehmung von klischierten Vorstellungen überformt ist. Die andere Seite ist, dass ich in meiner eigenen Schulzeit nicht besonders viel für sogenannte normale Leute übrig hatte (-wie auch immer die Kundinnen und Kunden des Ladens nun dazu stehen mögen). – Letztendlich, so habe ich mir dann gedacht, ist es außerdem eine sehr schöne Ironie dass an diesem Ort heute an Laden ist, dessen Waren sich schon dem Namen nach in irgendwelche Phantastischen Sphären abheben. Phantasie, die Möglichkeit Neues zu denken, anders zu denken – all dies zu bekämpfen ist ja gerade das ganze politische Programm unter den alten Ladeninhabern gewesen. Gut dass sie weg sind! Gut das heute dort die Gedanken aus der sogenannten echten Welt der normalen Leute entfliehen können!

„Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schaffende Lust!“ – Michail Alexandrowitsch Bakunin
10×10 mit Diana Mini
Letzte Kommentare