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„Ravende Nazis“ #2

Montag, September 12th, 2011

Obwohl die Meinungen über Hardbass-Videos osteuropäischer Nazis in deutschsprachigen Neonaziforen durchaus geteilt sind, scheint die Idee zu stumpfer Musik, die eigene körperliche Unbeweglichkeit und Steifheit vorzuführen auch auf die Greifswalder Kameraden einen gewissen Reiz auszuüben. Generell ist es natürlich in der konsumistischen Autonomen Nationalisten Subkultur so, dass jeder Blödsinn sofort via Youtube ins Internet gestellt wird, um dann von anderen vereinzelten Möchtegern-Autonomen nachgemacht zu werden. Das war mit den revolutionären Papierschnipseln so, dass ist bei den 15 Personen-Spontandemos von Nazis so und nun eben auch mit Hardbass. Anlässlich der Wahl haben einige Nazis vor dem Ikuwo rumgedallert und dazu einen Artikel für MUPinfo geschrieben:

Der Artikel zum Gehampel beim NPD-Portal

Warum dies Phänomen mit Rave nichts zu tun hat, wurde hier im Blog schon problematisiert. Wobei man das in einer Stadt, die über eine lebendige Sektion der Hedonistischen Internationalen verfügt, ohnehin niemandem mit vielen Worten erklären muss. Die Menschen in Greifswald stimmen einfach mit den Füßen ab.
Interessant ist der Versuch dieses Propaganda-Videos allerdings in einer Hinsicht doch: Er offenbart was ästhetisch, trotz allem Geseier von Amerikanisierung, Umerziehung und ach so schlimmer Popkultur einen unglaublichen Reiz auszuüben scheint. Denn wieder einmal wird eine mimetische Anschmiegung an den erklärten Feind versucht. Der Hintergrund ist allerdings vermutlich derselbe triviale, den die Band die Ärzte in den frühen 1990er Jahren in ihrem Stück „Schrei nach Liebe“ bearbeitet haben: auch dumme, rechte Arschlöcher wollen kuscheln und geliebt werden.